Solingen ausgezeichnet

Pressemitteilung

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Die Klingenstadt gewinnt Preis des Umweltministeriums

Die Stadt Solingen ist bei einer festlichen Gala zum Deutschen Nachhaltigkeitstag heute Abend in Düsseldorfer Maritim-Hotel mit dem Sonderpreis  „PartnerStadt - Nachhaltige Infrastrukturen lokal und global" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit  ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Tim Kurzbach nahm den Preis vor 1.200 Gästen  aus den Händen von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks entgegen. Die Auszeichnung würdigt Kommunen, die das Entstehen nachhaltiger, innovativer Infrastrukturen in benachteiligten Ländern unterstützen.

"Ich bin stolz und glücklich über diese hochrangige Anerkennung unserer engagierten Arbeit", sagte Kurzbach in seinen Dankesworten. "Wir verstehen diesen Preis für uns alle gemeinsam als Ansporn, den eingeschlagenen Weg mit Nachdruck weiter zu verfolgen."

Solingen war als eine von drei Kommunen für den erstmalig verliehenen Sonderpreis nominiert worden und konnte sich nun gegen die beiden Mitbewerber Horb am Neckar und Jena durchgeseten. Beworben hatte sich die Klingenstadt mit ihren multilateralen Projekten zur Entwicklungszusammenarbeit. Die beiden Partnerstädte Jinotega in Nicaragua und Thiès im Senegal, beide Fördervereine sowie weitere Kooperationspartner in in allen drei Städten waren daran beteiligt.

"Solingen überzeugt dabei vor allem durch die Zusammenführung der Erfahrungen mit weiteren europäischen Partnern im Rahmen von Multiakteursprojekten: Durch das Engagement der Stadt entstand aus den vormals bilateralen Beziehungen ein Netzwerk mit Akteuren aus drei Kontinenten, über das Wissen speziell zum Thema „nachhaltige Infrastruktur“ ausgetauscht wird", heißt es in der Würdigung der Jury.

Die Projekte im Rahmen der beiden Partnerschaften zeichneten sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen und Dimensionen der Nachhaltigkeit aus. Zwar stehe die Schaffung von Infrastruktur im Vordergrund, dabei werde aber das Soziale nicht vernachlässigt.

Mit der Stadt Thiès hat Solingen über das Projekt „50 Kommunale Klimapartnerschaften“ ein systematisches Handlungsprogramm erarbeitet. Darauf aufbauend wird aktuell ein dreijähriges Projekt zur Rehabilitierung der Ökosysteme in Thiès umgesetzt. Maßnahmen sind die Bepflanzung städtischer Grünflächen, Aufforstung und Wasserschutzvorrichtungen im Bereich des Hochplateaus der Stadt Thìes sowie die Entwicklung eines innovativen Lehmofens zur Holzeinsparung.

Die Zusammenarbeit mit Jinotega überzeugte die Jury durch vielfältige und miteinander verbundene Projekte. Beispiele dafür sind Erneuerungsmaßnahmen der Wasser- und Abwasserversorgung, die Förderung regenerativer Energieträger, etwa durch eine Biogasanlage und Solarpaneele in entlegenen Ortschaften, oder der Bau und die dauerhafte Unterstützung des Bildungszentrums „La Cuculmeca“, in dem Fächer wie Agrarökologie unterrichtet werden.

"Die durch die gemeinsamen Projekte angestoßenen Veränderungen beeindrucken in ihrer Breite", heißt es in der Würdigung. Besonders hervorzuheben sei dabei, dass es sich bei Solingens Partnerschaften nicht um einen reinen Export von Wissen und Technik handelt, sondern dass sich alle Seiten einbringen und dadurch stärker profitieren. Erkenntnisse aus den Arbeiten mit Partnern werden in Solingen etwa in das regionale Klimaschutzkonzept eingebunden.

"Der Klingenstadt Solingen gelingt auf beeindruckende Weise ein Austausch auf Augenhöhe, der von beharrlichem Engagement der Verwaltung, der kommunalen Unternehmen und der Bürgerschaft geprägt ist. Die Jury überzeugt der Weg zu multilateralen Nachhaltigkeitsnetzwerken auf drei Kontinenten und würdigt Solingen mit der Verleihung des  BMUB-Sonderpreises „PartnerStadt – Nachhaltige Infrastrukturen lokal und global“ 2016.

2012 ist Solingen schon einmal mit einem Sonderpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ausgezeichnet worden, in der Kategorie "Governance und Verwaltung". Diesen hatte die damalige Bürgermeisterin Friederike Sinowenka entgegengenommen. Damals hatte Solingen mit seiner Bürgerbeteiligung, seinem Jugendstadtrat, dem Integrationsprozess, der Förderung bürgerschaftlichen Engagements und der Kooperation mit seinen Bergischen Nachbarn gepunktet.