Solingen positioniert sich gegen die Todesstrafe

Pressemitteilung

- 650/stm

Amnesty International informiert am 30. November in der VHS

Seit gestern steht die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" auf dem Walter-Scheel-Platz: Mit der XXL-Skultpur möchte die Solinger Gruppe von Amnesty International in Kooperation mit der Klingenstadt Solingen bis zum 2. Dezember darauf aufmerksam machen, dass noch in rund 50 Ländern der Erde die Todesstrafe gilt und die Würde des Menschen mit Füßen getreten wird. Solingen hatte sich vor zwei Jahren dem Aktionsbündnis "Cities for life - Städte gegen die Todesstrafe" angeschlossen, das von der Kommunität Sant'Egidio initiiert wurde.

Zwischen dem Internationalen Tag der Städte gegen die Todesstrafe am 30. November und dem Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember gibt es deshalb verschiedene Aktionen in der Klingenstadt. So findet am Samstag, 30. November, um 16 Uhr eine Veranstaltung im Forum der Bergischen Volkshochschule an der Mummstraße 10, statt. Prof. Dr. Heiner Roetz von der Ruhruniversität Bochum hält einen Vortrag zum Thema „Die Universalität der Menschenrechte - Ist ein Konsens unterschiedlicher Sichtweisen möglich?". Anschließend findet eine Diskussion unter Beteiligung des Solinger Landtagsabgeordneten Josef Neumann (SPD), dem ZUWI-Vorsitzendem Hassan Firouzkhah und Hanna Attar vom AWO-Projekt „Nicht in meinem Namen!" statt. Zudem wird an diesem Gedenktag der Eingangsbereich und das Treppenhaus der VHS und Stadtbibliothek von dem Lichtkünstler Frank Göllmann grün illuminiert - wie weltweit auch andere zentrale Gebäude, um mit der Hoffnungs-Farbe ein Zeichen für das Leben zu setzen.

Vom 7. bis 12. Dezember gibt es in der Stadtbibliothek Solingen die Möglichkeit, sich über den Amnesty-Briefmarathon 2019 zu informieren und daran teilzunehmen. 2018 wurden weltweit 5,9 Millionen Briefe für Menschen in Not geschrieben – adressiert an Regierungen, um Unrecht zu beenden, und an bedrohte Menschen, um sich mit ihnen zu solidarisieren. Als Folge wurden bereits politisch Inhaftierte freigelassen und diskriminierende Gesetzestexte geändert.

Am Dienstag, 10. Dezember, zeigt Amnesty International um 19 Uhr im Forum der Bergischen VHS die ZDF-Dokumentation „Unantastbar - Der Kampf für Menschenrechte". Anlässlich des 70. Jahrestages der UN-Menschenrechtserklärung machten Angela Andersen und Claus Kleber eine globale Bestandsaufnahme. Wohin steuert unsere Zivilisation? Gibt es Hoffnung? Im Anschluss ist eine Gesprächsrunde mit dem Publikum geplant.

Für Oberbürgermeister Tim Kurzbach ist es Ehrensache, sich beim "Aktionstag für das Leben" zu engagieren. Zu viele Menschen würden versuchen, den Artikel 1 des Grundgesetzes zu nivellieren. "Schon die Verrohung der politischen Sprache ist ein Warnsignal", so Kurzbach, für den die Todesstrafe auch psychischer Natur sein kann: "Schon die Formulierung ,Du bist für mich gestorben' verletzt die Seele." Deshalb sei die Achtung der Menschenwürde der Kern einer funktionierenden Demokratie.