Solingen wächst wieder

Pressemitteilung

- 717/pe

Grund ist Zuwanderung aus der Europäischen Union

Solingen hat wieder über 160.000 Einwohner. Das meldet der Stadtdienst Einwohnerwesen, zu dem auch die Statistikabteilung gehört. Wie Stadtdienstleiter Mike Häusgen mitteilt, waren in der Klingenstadt am 30. November wieder 160.009 Menschen mit Hauptwohnsitz in Solingen gemeldet. Zum Vergleich: Am 31.12.2013 waren es nur 159.048. Damit setzt sich ein Trend fort, den die städtischen Statistiker seit 2012 beobachten: Nach Jahren des Rückgangs wächst die Einwohnerzahl wieder. Der Tiefpunkt war Ende 2011 mit 158.513 Solingerinnen und Solingern erreicht. Grund für den Anstieg ist nicht die steigende Geburtenrate, sondern verstärkte Zuwanderung. Nachdem im Jahr 2013 21.335 Ausländer in Solingen gemeldet waren, sind es 2014 22.444. Die Befürchtung, es handele sich um „Armutszuwanderung", sei aber gegenstandlos, so Häusgen: Rund 50 Prozent der Neu-Solinger stammten aus Ländern der Europäischen Union, nur 25 Prozent seien Flüchtlinge.

Die Einwohnerzahlen der Stadt, die auf der Auswertung des Melderegisters beruhen, weichen nach wie vor ab von der amtlichen Einwohnerzahl, die das Land NRW aufgrund des Zensus 2011 für Solingen festgestellt hat. Danach würden in Solingen mit 155.265 deutlich weniger Menschen leben als nach den eigenen Berechnungen. Da die Zahlen des Zensus aufgrund von Stichproben und Hochrechnungen ermittelt wurden und die geringere Einwohnerzahl Solingen bei der Bemessung von Schlüsselzuweisungen schlechter stellt, hat die Klingenstadt wie 31 weitere Städte im November 2013 Klage gegen das Land erhoben. Auch gegen das Gemeindefinanzierungsgesetz für das Jahr 2014, das auf diesen Zahlen beruht, hat die Stadt das Verwaltungsgericht angerufen. Die Stadt schätzt, dass die Zuweisungen des Landes für Solingen aufgrund der „Schrumpfung" um einen sechs- bis siebenstelligen Betrag zu gering ausgefallen sind.