Co-Working-Bereich gefällt Langenfeld

Pressemitteilung

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Die Verwaltungsvorstände beider Städte haben zusammen an der Bonner Straße getagt.

Zu ihrem ersten Treffen in diesem Jahr kamen in dieser Woche die Verwaltungsvorstände der Städte Langenfeld und Solingen zusammen. Tagungsort war dieses Mal das Verwaltungsgebäude an der der Bonner Straße in Solingen-Ohligs. Beim letzten Gespräch im November vergangenen Jahres hatten sich die Spitzen beider Städte im Langenfelder Rathaus getroffen.

Am Standort Ohligs informierte sich der Langenfelder Verwaltungsvorstand mit Bürgermeister Frank Schneider an der Spitze über die neuen Arbeitsmodelle, die Solingen derzeit erprobt: Im Erdgeschoss des ehemaligen Solvay-Gebäudes ist seit dem Frühjahr ein sogenannter Co-Working-Bereich eingerichtet, in dem die Mitarbeiter moderne und sehr flexible Arbeitsabläufe ausprobieren können. Konzeptionell orientiert er sich an der Verwaltungsstruktur von Solingens holländischer Partnerstadt Gouda. Dort ist bereits das komplette Rathaus nach diesem Prinzip organisiert. Mitarbeiter besitzen dort keine festen Büros mehr, sondern sie können sich nach Bedarf an einem beliebigen Arbeitsplatz im Haus einloggen. Auf diese Weise nutzt Gouda den zur Verfügung stehenden Platz effizient und senkt Kosten. Das dortige Rathaus bietet nur für drei von vier Mitarbeitern einen Arbeitsplatz, weil mit dem Konzept auch der Trend zu mehr Arbeit von zu Hause aus verbunden ist. Solingen hat sich daran orientiert und einen Testbereich an der Bonner Straße eingerichtet. Dort befinden sich 14 Einzelarbeitsplätze, ein Besprechungsraum mit der Möglichkeit für Videokonferenzen (um den Zeitverlust durch Anfahrten zu verringern), ein Einzel- und ein Doppelbüro.

"Das ist ein sehr interessanter Ansatz", sagte Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider. "Die Umsetzung hier gefällt mir außerordentlich gut. Wir alle müssen uns in der modernen Arbeitswelt Gedanken machen, wie wir mit der Entwicklung Schritt halten." Er nehme einen bleibenden Eindruck und neue Impulse mit zurück nach Langenfeld.

Die ersten Erfahrungen in Solingen sind gut. Nach Auskunft von Kämmerer Ralf Weeke, der das Projekt leitet, nähern sich die Bediensteten mit Neugier den neuen Möglichkeiten. "Und es gibt sehr positive Resonanz", sagt er. Zunehmend würden die Chancen erkannt, freier und beweglicher zu arbeiten und auch Job und Familie besser in Einklang zu bringen. "Das Arbeiten bei der Stadt wird attraktiver", betont Weeke. Allerdings ist das nur ein Aspekt. Denn die Stadt folgt auch konsequent wirtschaftlichen Interessen. Laut Weeke steht heute im Durchschnitt ein Drittel der Büros an der Bonner Straße leer - durch Urlaub, Krankheit oder dienstbedingte Abwesenheiten bleibt dieser Raum ungenutzt. "Das können wir uns nicht mehr leisten", erklärte Weeke im Beisein der Langenfelder Kollegen. Ziel sei es daher unbedingt, ungenutzte Flächen flexibler und intensiver zu besetzen. Die Musterzone im Erdgeschoss der Bonner Straße liefert dafür praktische Erkenntnisse. Der Test läuft noch bis in den Herbst. Die Ergebnisse sollen in die Überlegungen für einen möglichen Rathaus-Anbau einfließen.

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach zog erneut ein positives Fazit für das Treffen: "Dieser regelmäßige Austausch hat sich bewährt. Und es ist gut, dass die Zeitabstände nicht zu groß werden." Von daher sei das nächste Treffen schon verabredet. Nach einem passenden Termin wird nun gesucht. "Es gibt genug Fragen und Projekte, von denen beide Städte betroffen sind. Hier müssen wir uns eng abstimmen und mitunter auch gegenseitig unterstützen", sagt Kurzbach. "Hierfür haben wir einen guten Draht."

Wie wichtig dies sein kann, belegt die jüngst von der Stadt Langenfeld angestoßene Verschiebung der Baustelle auf dem Teilstück der A3 zwischen Wiescheid und Ohligser Heide. Auf Initiative des Langenfelder Rathauses hin wird dabei eine eigentlich aktuell für die Sanierung vorgesehene Strecke von 1,6 Kilometern ausgespart, um die Solinger Auf- und Abfahrt am Netz zu behalten. Der Lanbesbetrieb Straßenbau NRW wird diesen Teil frühestens 2020 anpacken. „Hätten wir hier nicht interveniert, wäre die Autobahn-Anschluss-Stelle Solingen für mindestens zwei Jahre komplett gesperrt worden. Dies wäre aus unserer Sicht undenkbar gewesen", erklärt Frank Schneider. Der Langenfelder Bürgermeister fordert vom Landesbetrieb, nun in der gewonnenen Zeit bis 2020 in Abstimmung mit der Bezirksregierung eine gangbare Lösung zu finden. Diese müsse ermöglichen, dass die Sanierung sowie der Weiterbetrieb der Anschluss-Stelle parallel funktionieren. Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach bedankt sich für das Langenfelder Engagement zum Erhalt der Auf- und Abfahrt zur A3. "Das ist gute interkommunale Zusammenarbeit."