Solinger Delegation besucht Jinotega

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Vom 30. Juli bis zum 5. August reist Oberbürgermeister Norbert Feith an der Spitze einer achtköpfigen Delegation, an der neben Mitgliedern des Freundschaftsvereins auch die Ratsmitglieder Jan Weltzel (CDU) und Manfred Krause (Bündnius 90/Die Grünen) sowie Alexandra Mehdi (Die Linke) teilnehmen, nach Nicaragua. Anlass ist das 30jährige Bestehen der Städtefreundschaft mit Jinotega.

Die offizielle Feierlichkeit findet auf Einladung von Bürgermeister Leonidas Centeno am 31. Juli im Rathaus statt, in Anwesenheit der Vertreterin der Deutschen Botschaft, Birgit Hellmund Martínez.

Eng gestecktes Programm

In den folgenden Tagen hat die Delegation ein eng gestecktes Programm zu absolvieren, mit zahlreichen Gesprächen und Besuchen, unter anderem bei der Kaffeegenossenschaft La Fundadora, im Krankenhaus, bei der Feuerwehr, einer Unterkunft für nachhaltigen Tourismus, mehreren Schulen, bei zwei Häuserbauprojekten (Kooperation mit dem Spar- und Bauverein Solingen), einer Kindertagesstätte und beim Frauenhaus.
Gleich zwei Besuche sind „La Cuculmeca" gewidmet, dem mit Solinger Hilfe aufgebauten Bildungszentrum und Partnerorganisation des Solinger Freundschaftsvereins, die ihr 25jähriges Bestehen feiert. Über 100 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten dort Kinder wie Erwachsene in unterschiedlichen Bildungsgängen.

Ökologische Projekte

Ein Schwerpunkt des Besuchs liegt bei den ökologischen Projekten wie der Biogasanlage in Jocomico und energiesparenden Lehmöfen in Paso Ancho, und vor allem den im Rahmen von NaKoPa, Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte, umgesetzten Solaranlagen La Esperanza und La Cal. La Cal wird im Rahmen des Besuchs eingeweiht. Es ist Ergebnis einer 2013 ins Leben gerufenen Klima-Allianz mit dem Ziel, Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung im kommunalen Austausch zu behandeln, etwa als Bildungsthema, beim Konsum und kommunaler Infrastruktur.

13. Juni 1985

Am 13. Juni 1985 hatte der Solinger Stadtrat beschlossen, eine offizielle Städtefreundschaft mit Jinotega aufzubauen, um die solidarische Unterstützung der Menschen in Nicaragua konkret werden zu lassen. Die Städtefreundschaft wird seitdem in enger Kooperation zwischen der Stadtverwaltung und dem Förderverein Städtefreundschaft mit Jinotega e.V. geführt. Als verlässliche Projektbetreuerin für Solingen ist die deutschstämmige Rita Muckenhirn seit 1989 in Jinotega tätig.

Vielfalt

Vielfältige Unterstützer von Projekten waren bisher z.B. der Spar- und Bauverein, die Technischen Betriebe Solingen, die Eine-Welt Gruppe Krahenhöhe, die Kita St. Josef, die Gewerkschaft Erziehung und Wiessenschaft und die Biologische Station mittlere Wupper. Eine Vielzahl von Austausch- und Begegnungsmaßnahmen ließen in beiden Kommunen ein breites Kommunikationsnetz entstehen.
Einen besonderen Stellenwert im Rahmen der Städtefreundschaft nimmt der seit dreizehn Jahren bestehende regelmäßige Schüleraustausch zwischen der Alexander-Coppel-Gesamtschule Solingen und dem Instituto La Cuculmeca ein. Im August werden wieder zehn Schülerinnen und Schüler aus Jinotega mit zwei Lehrkräften in Solingen sein.

Erster OB

Der jetzige Besuch ist der erste eines Solinger Oberbürgermeisters in Jinotega, als Bürgermeisterinnen waren Julia Freiwald und die kürzlich verstorbene Erika Rothstein dort.

Im Lauf der Jahre statteten dagegen vier Bürgermeister aus Jinotega während ihrer jeweiligen Amtsperiode der Klingenstadt einen Besuch ab, zuletzt nahm der amtierende Leonidas Centeno im November des vergangenen Jahres am Internationalen Bergischen Entwicklungsforum sowie der Verleihung des Ehrenpreises "Die Schärfste Klinge" in Solingen teil, ebenso wie sein Amtskollege aus Thiès im Senegal. Bei dieser Glegenheit waren als Zeichen der freundschaftlichen Beziehung jeweils Besprechungsräume im Verwaltungsgebäude Bonner Straße nach den beiden Städten benannt worden.

Kaffee

Jinotega ist 160 Kilometer von der Hauptstadt Managua, im nördlichen Bergland Nicaraguas, nahe der Grenze zu Honduras, etwa 1.000 Meter über dem Meeresspiegel gelegen. Die Stadt mit rund 60.000 Einwohnern zählt damit zu den höchstgelegenen Städten Nicaraguas. Sie ist Markt und Umschlagplatz für Erzeugnisse aus dem Umland. Der größte Teil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft mit Mais, Bohnen, Reis und Viehhaltung. Rund ein Drittel der nationalen Kaffeeproduktion kommt aus Jinotega.