Solinger Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen 2015 und 2016

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Unterbringungskapazitäten reichen 2015 aus. Privater Wohnraum weiter gesucht.

In den letzten Jahren ist die Zahl Asyl suchender Flüchtlinge stark angestiegen. Allein im ersten Quartal 2015 sind 161 Menschen nach Solingen gekommen. Für das gesamte Jahre 2015 rechnet die Stadt bisher mit einem weiteren Zuwachs in Höhe von 50 Flüchtlingen pro Monat, wobei die Zahl um den Wegzug bereinigt ist. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass die Zahlen weiter steigen. Die Stadt muss diese Menschen mit angemessenem Wohnraum versorgen.

Ziel der Stadt Solingen ist es, die Gemeinschaftseinrichtungen primär als Ersteinrichtungen für Neuzuweisungen zu nutzen und Flüchtlinge, die wohntauglich sind, weiterhin entweder in selbst oder von der Stadt angemieteten Wohnraum unterzubringen. Daher sucht die Stadt weiterhin geeigneten Wohnraum.

Aus Sicht der Stadt ist Wohnraum dann geeignet, wenn es sich um abgeschlossene Wohnungen handelt, die nicht sanierungsbedürftig sind und die Miethöhe angemessen ist. Die Erreichbarkeit von Öffentlichem Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten sowie die Nähe zur Schule und Kita sollten gegeben sein.

Von den ca. 1.400 Flüchtlingen leben aktuell über

  • 600 in selbst angemieteten Wohnungen.
  • 550 Flüchtlinge leben in abgeschlossenen Wohnungen, die in größeren, komplexen Gebäuden von der Stadt angemietet wurden oder sich im städtischen Eigentum befinden und
  • 250 in sechs klassischen Gemeinschaftseinrichtungen (Stand 30.04.2015).

Eine dieser Einrichtungen wird Ende des Jahres 2015 aufgegeben.

Da sich nach der vorgenommenen Prognose ein Defizit in Gemeinschaftsunterkünften abzeichnet, plant die Stadt auf einem Grundstück an der Mittelgönrather Straße den Neubau einer Einrichtung mit einer Kapazität von rund 100 Plätzen. Die Einrichtung soll durch einen Wohlfahrtsverband errichtet und betrieben werden.

Weiterhin soll in einem Gebäudeteil des Gerhard-Berting-Hauses an der Altenhofer Str. eine vergleichbare Einrichtung, mit einer Kapazität von rund 100 Plätzen, entstehen.

Um auf die sich abzeichnenden Engpässe bis zur endgültigen Inbetriebnahme dieser Einrichtungen angemessen reagieren zu können, werden in drei städt. Gebäuden – ab Sommer 2015 sogenannte „Notfallkapazitäten“ vorgehalten. Bei diesen Gebäuden handelt es sich um ehemalige Schulgebäude

  • an der Schulstraße,
  • an Fürker Irlen sowie um einen dann leerstehenden Gebäudeteil
  • des Eugen-Maurer-Heims an der Melanchthonstr.

Die Stadt Solingen wäre dank dieser Immobilien in der Lage, kurzfristig bis zu rund 180 Personen notfallmäßig unterzubringen. Das Land NRW plant im ehemaligen Finanzamt Ost vorübergehend (bis zu sechs Monaten) eine Notaufnahmeeinrichtung des Landes in Betrieb zu nehmen. In dieser Einrichtung könnten bis zu 200 Flüchtlinge untergebracht werden, die auf das Zuweisungskontingent der Stadt Solingen angerechnet werden würden.

Ergebnis: Nach heutiger Einschätzung reichen die Regelkapazitäten der Stadt für die Unterbringung von Flüchtlingen für das Jahr 2015 aus. Um den weiteren Bedarf an geeignetem Wohnraum decken zu können, wird die Stadt Solingen gezielt auf private Investoren, Wohlfahrtsverbände und Wohnungsbaugesellschaften zugehen, um gemeinsam zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.

Allgemeine Informationen:

In Solingen leben zum Stichtag 1. April 1.965 Flüchtlinge. Über fünfhundert dieser Menschen leben schon länger in Solingen, sind zum Teil gut integriert und besitzen ein gesichertes Aufenthaltsrecht. 1.429 Menschen sind Flüchtlinge im engeren Sinne, die   aus humanitären Gründen in Solingen leben oder im Asylverfahren stehen.

Insgesamt stammen die Flüchtlinge aus ca. 60 Ländern, überwiegend aus Staaten des ehemaligen Jugoslawien. Die zweitgrößte Gruppe bilden Flüchtlinge aus Syrien. Zwei Drittel sind älter als 18 Jahre, fast ein Drittel sind Kinder unter dreizehn Jahren.

Bürgerschaftliches Engagement ist gefragt

Damit die Flüchtlinge nicht auf sich alleine gestellt sind und angemessen betreut werden, haben die AWO Arbeit & Qualifizierung gGmbH Solingen, der Caritasverband Solingen/Wuppertal e.V. und das Diakonische Werk Solingen, in Kooperation mit der Stadt Solingen, eine Koordinationsstelle für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe initiiert. Ihre Aufgabe ist, alle bereits vorhandenen ehrenamtlichen Akteure zu erfassen und neue Ehrenamtler zu gewinnen.

Kontakt

Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Solingen
AWO Solingen
Andrea Krumnacker
Konrad-Adenauer-Str. 66 | 42651 Solingen
0212 59 44 82 35 | a.krumnacker@awo-aqua.de
www.awo-aqua.de

Kooperationspartner:

Caritasverband Wuppertal / Solingen e.V.
Fachdienst für Integration und Migration
Xenia Furaew | Ahrstraße 9 | 42697 Solingen
0212 23 13 49 22 | xenia.furaew@caritas-wsg.de
www.caritas-wsg.de

Diakonisches Werk des Ev. Kirchenkreises Solingen
Martina Dembny
Kasernenstr. 23 | 42651 Solingen | 0212 28 72 00
martina.dembny@evangelische-kirche-solingen.de
www.diakonie-solingen.de

Auch weiterhin wird privater Wohnraum für Flüchtlinge gesucht.

Kontakt

Zentrale Koordinierungsstelle Flüchtlingsarbeit der Stadt Solingen
Udo Stock
Marion Genzke
0212 290 - 6470
Fax 0212 290 - 74 6470
Hausanschrift
Verwaltungsgebäude Bonner Straße 100
42697 Solingen