Stahlbrücke Grunenburg steht nicht mehr

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Die Brücke Grunenburg, auf der früher eine Schmalspurbahn bei Müngsten die Wupper überquerte, steht nicht mehr.

Am 1. Dezember begannen die Abbrucharbeiten. Am Mittwoch, 10. Dezember, sollte die Stahlfachwerkkonstruktion in Abstimmung mit Polizei und Ordnungsamt mittels einer sogenannten Schneidsprengung niedergelegt werden. So weit kam es allerdings nicht mehr. Nachdem heute bei Leichterungsarbeiten der Brückenkonstruktion und Brennarbeiten an den Flanschen im Bereich der Sprengstellen die gesamte Konstruktion instabil geworden war, ist die Brücke am Vormittag mit Hilfe von Schneidbrennern abgetrennt und sofort ins Wasser abgelassen worden. Es galt, die Gefahr eines unkontrollierten Einsturzes zu bannen. Die Entscheidung fiel in Abstimmung mit Statikern der beauftragten Firma und der Technischen Betriebe Solingen. Die Brücke wird nun voraussichtlich bis Ende der kommenden Woche mittels Schneidbrenner zerlegt und dann entsorgt.

Die Brücke wurde als Stahlbogenfachwerkkonstruktion im Jahr 1891 errichtet, vermutlich von der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn. Sie verband von 1892 bis 1923 die Ortschaft Grunenburg mit Müngsten, befahren von einer Schmalspurbahn. Anfangs diente sie ausschließlich dem Güterverkehr, vorwiegend der Versorgung des Wasserwerks Grunenburg und des Bergischen Elektrizitätswerks mit Kohle. 1907 wurde die Trasse bis nach Solingen-Krahenhöhe verlängert. Von 1908 bis 1917 verkehrte die Straßenbahnlinie 9 von Wuppertal-Toelleturm bis Solingen-Krahenhöhe ebenfalls über die Brücke. Der Güterverkehr zum Elektrizitätswerk wurde 1923 eingestellt. Seitdem hatte das Bauwerk keine Funktion mehr und befand sich aufgrund von Korrosionsschäden in einem baufälligen Zustand. Wegen mangelnder Standsicherheit wurde der Abbau beschlossen. Die aus Bruchsteinmauerwerk bestehenden Widerlagerbänke bleiben erhalten.