Start in die digitale Zukunft

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Schmalzgrube wird als erstes Gewerbegebiet ans Glasfasernetz angeschlossen

Den "Startschuss für die digitale Zukunft" gab am Montag Tim Kurzbach an der Schmalzgrube: Der Oberbürgermeister präsentierte gemeinsam mit Martin Wegner und Tobias Ziemann von den Technischen Betrieben (TBS), dem städtischen Breitbandbauftragten Martin Lutz, Frank Balkenhol von der Wirtschaftsförderung (WiFö) sowie Jörg Elsäßer und Klaus Kremer von der 1&1 Versatel GmbH das neue Glasfasernetz, an das fürs erste sechs Unternehmen angeschlossen werden sollen. Kurzbachs Dank galt neben dem zweitgrößten deutschen Breitband-Experten auch den TBS, die mit "Solicom" die technische Initiative ergriffen hatten. Unter dieser Marke betreiben die TBS ein Glasfasernetz mit 218 Kilometern Leitungslänge zur Anbindung von städtischen Einrichtungen, gewerblichen Kunden und Mobilfunknetzen.

Beim Pilotprojekt in Aufderhöhe arbeiten die städtischen Töchter Hand in Hand:Stromleitungen der Stadtwerke und das neue Glasfasernetz der TBS werden gleichzeitig verlegt, um Zeit und Kosten zu sparen. Noch bis Ende des Monats gilt das Angebot der 1&1 Versatel, die Anschluss-Summe in bis zu fünfstelliger Summe zu sparen. Deshalb sind die insgesamt 66 Unternehmen in der Schmalzgrube erst der Anfang: In der Klingenstadt können noch weitere sieben Gewerbegebiete die Sonderkonditionen von TBS und 1&1 Versatel nutzen. "Wir machen uns nicht von einem Konzern abhängig, sondern werden selbst aktiv", betonte OB Kurzbach, der gleichwohl die gute Zusammenarbeit von Stadt, Wirtschaftsförderung, TBS und 1&1 Versatel GmbH lobte. Deren Geschäftsführer Jörg Elsäßer appellierte denn auch an die Solinger Unternehmer, die "digitale Transformation" zu nutzen. "Schnelle Datenanschlüsse sind ein wesentlicher Standortfaktor", bekräftigte WiFö-Geschäftsführer Balkenhol. Mit einer Versorgungsquote von über 90 Prozent stehe die Klingenstadt sehr gut da, lobte der städtische Breitbandbeauftragte Lutz. Zum Vergleich: Landesweit liegt die flächendeckende Versorgung mit Leitungen über 50 Mbit pro Sekunde bei "nur" 82 Prozent.

Entsprechend stolz ist OB Kurzbach auf die städtische Infrastruktur: "Wir rüsten nicht etwa bestehende Netze um, sondern installieren komplett neue Leitungen." Nach der Schmalzgrube sollen in folgenden Gewerbegebieten weitere Glasfaseranschlüsse entstehen:

  • Piepersberg
  • Dycker Feld
  • Wald
  • Monhofer Feld
  • Scheuren
  • Lüneschloßstraße
  • An den Eichen / Höhscheider Weg.

Darüber hinaus sollen bis Ende 2019 alle Solinger Schulen schnelle Internet-Verbindungen erhalten.

Fakten:

  • schnelle Datenanschlüsse wesentlicher Standortfaktor für Unternehmen (Quelle:  IHK-Umfrage Ende 2016)
  • kontinuierlicher Ausbau der Breitband-Infrastruktur in der Klingenstadt, um allen Gewerbetreibenden individuelle Lösungen anbieten zu können
  • besonderes Angebot mit Kooperationspartner 1&1 Versatel: Anschlüsse mit Glasfasertechnologie bis ins Gebäude (einmaliges Preis-Leistungs-Verhältnis im Bergischen Städtedreieck)
  • TBS baut die Leitungen, 1&1 Versatel bietet die Datendienste für die Geschäftskunden
  • 720 Meter Leerrohr DN110 werden parallel zur aktuellen Baumaßnahme der Stadtwerke seit dem 5. April verlegt
  • Weitere 450 Meter verlegt die Solicom in Eigenregie
  • Im ersten Abschnitt werden 3,5 Kilometer Glasfaserkabel eingeblasen
  • Der Bereich Schmalzgrube / Schorberger Straße ist das erste Gewerbe-Gebiet, das von diesem Vollausbau profitiert, und Teil eines Gesamtkonzeptes:

Ziel 1: Für alle Privathaushalte soll in den nächsten zwei Jahren eine Bandbreite von mindestens 50 Mbit/s im Download zur Verfügung stehen. Dafür hat die Stadt bei Bund und Land eine Förderung beantragt.

Ziel 2: In allen Gewerbegebieten soll bis 2020 eine Glasfaserinfrastruktur verfügbar sein. Der Start ist hier und heute in der Schmalzgrube.

Ziel 3: Mittelfristig - angestrebt ist das Jahr 2025 - sollen alle Haushalte und Gewerbetreibende Zugang zu Gigabit-Netzen bekommen.

Umsetzung dieser Ziele ist gemeinsame Aufgabe von Stadt, Unternehmen und Bürgern - basierend auf dem Wirtschaftlichkeitsprinzip: Der Netzausbau wird da gelingen, wo das Angebot auf eine entsprechende Nachfrage trifft.