Ungeteilte Verantwortung für die Stadtwerke ist strategische Prämie wert

Pressemitteilung

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Verhandlungsgruppe und Fraktionen beraten über den Rückkauf der Stadtwerkeanteile von der MVV

„Wir können es verantworten und empfehlen dem Stadtrat, dem Preis zuzustimmen, den wir mit der MVV am 23. August ausgehandelt haben. Wir haben den Ratsauftrag, mit der MVV die Konditionen für eine Auflösung der Partnerschaft zu verhandeln, umgesetzt und das Ergebnis erzielt, das unter den gegebenen Umständen zu erzielen war – und es bewegt sich innerhalb der Bandbreite dessen, was vernünftig und vertretbar ist. Das ist unsere Überzeugung.“ Mit diesen Worten fasste Oberbürgermeister Norbert Feith am Mittwoch Abend die Meinung aller Mitglieder der vierköpfigen Verhandlungsgruppe des Stadtrates zusammen, nachdem das Beratungsunternehmen nymoen strategieberatung und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft IVC  im Rathaus das Verhandlungsergebnis in Bezug zum derzeitigen Unternehmenswert gestellt hatten. Zu der Verhandlungsgruppe gehörten die Ratsmitglieder Ernst Lauterjung (SPD), Jan Welzel (CDU) und Manfred Krause (Bündnis 90/Grüne), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke.

Die nsb hatte die Verhandlungen zwischen März und August 2012 als Transaktionsberater begleitet,  IVC hatte im Nachgang als neutraler Gutachter den „objektivierten Unternehmenswert“ zu berechnen. Die nsb hatte einen Verhandlungsspielraum zwischen 105,4 und 113,7 Millionen Euro ermittelt – das Verhandlungsergebnis lag mit 114 Euro am oberen Ende dieser Bandbreite. Mit 101,4 Millionen Euro kalkuliert der Wirtschaftsprüfer den derzeitigen Marktwert des Unternehmens, wobei er den Stadtwerken ein zusätzliches Wertsteigerungspotenzial von bis zu 12 Millionen Euro attestiert, sofern die Pläne für eine Weiterentwicklung der Netzgesellschaft und Konzernkooperationen konsequent umgesetzt werden.

Oberbürgermeister Norbert Feith: „Die schwache Verhandlungssituation Solingens bei einseitiger Kaufinitiative in einem laufenden Vertrag ohne Kündigungsmöglichkeit hat sich zweifelsfrei preistreibend ausgewirkt. Gleichwohl ist eine strategische Prämie gerechtfertigt; angesichts des zerrütteten Gesellschafterverhältnisses, der Auswirkungen auf die BSF und den städtischen Haushalt sowie die strategischen Weiterentwicklungschancen der Stadtwerke Solingen.“