Unterbringen, Helfen, Fördern.

- 428/pe

Im Netzwerk Flüchtlingshilfe Solingen arbeiten Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft Hand in Hand für Flüchtlinge

50 Flüchtlinge pro Monat sind im Durchschnitt in der ersten Jahreshälfte 2015 nach Solingen gekommen. Im Juli wird sich diese Zahl nach Einschätzung von Sozialamtsleiter Jürgen Albermann verdoppeln, das Land schichtet seine Erstaufnahmekapazitäten um und weist den Städten im Lande derzeit mehr Menschen zu als erwartet. Die Asylbewerber menschenwürdig unterzubringen und zu versorgen ist eine große Herausforderung für die Stadtverwaltung, doch sie hat viele ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer.

Deutschkurse, Patenschaften

Seit den ersten Januartagen ist in der Klingenstadt ein dynamisches Netzwerk aus Verwaltung, Verbänden, Vereinen und engagierten Privatleuten entstanden, das die Menschen, die nach ihrer Flucht in der Klingenstadt stranden, nicht allein lässt. Das Netzwerk organisiert Deutschkurse, Hausaufgabenhilfen für Kinder, Gesprächskreise und Beratungsstunden, es vermittelt freiwillige „Paten" an Familien, die Hilfestellungen im Alltag anbieten und es sucht nach privatem Wohnraum, um die Zahl derer, die in Übergangsheimen und Gemeinschaftsunterkünften leben müssen, möglichst gering zu halten.

Koordinierungsstelle

Die Fäden des Netzes zusammen halten Andrea Krumnacker von der „Koordinierungsstelle Flüchtlingshilfe", die die ehrenamtliche Hilfe organisiert, Udo Stock von der städtischen Koordinierungsstelle, die schwerpunktmäßig nach Wohnraum sucht und Sozialamtsleiter Jürgen Albermann. Regelmäßig treffen sie sich zum monatlichen Jour Fixe mit dem Sozialdezernenten der Stadt, Robert Krumbein, der Integrationsbeauftragten Anne Wehkamp und dem Sprecher der Wohlfahrtsverbände in Solingen, Horst Koss, um Informationen auszutauschen und Aufgaben zu verteilen. Eine Frage, an deren Lösung noch gearbeitet wird, ist etwa die, wie die Spendenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger sinnvoll kanalisiert werden kann. Zu viele Sachspenden werden unmittelbar in Notunterkünften angeliefert; Heimverwalter und Sozialarbeiter sind dort aber überfordert damit, ausgemusterte Schränke und Sitzgruppen zu sortieren.

Runder Tisch

Sichtbaren Ausdruck findet das Netzwerk im „Runden Tisch Flüchtlingshilfe", zu dem sich Fachleute aus Stadtverwaltung, Verbänden, Polizei, Kommunalpolitikerinnen und -politiker wie dem Zuwanderer- und Integrationsrat mit Engagierten aus der Solinger Zivilgesellschaft zusammengefunden haben. Auch Vereine wie die „Flüchtlingshilfe.Solingen" oder „Solingen interaktiv" gehören dazu. Zwei Mal, im Januar und im Juni, hat das Plenum des „Runden Tisches" mit jeweils rund 50 Teilnehmenden im Forum der Solinger Volkshochschule in diesem Jahr getagt. Im Januar wurden drei Arbeitsgruppen zu den Themen „Sprache, Kita, Schule", „Ehrenamt und soziale Begleitung" und „Wohnen" eingesetzt, die praktische Aufgaben zu lösen hatten. Auch wenn noch vieles zu tun bleibt, können sich die ersten Ergebnisse sehen lassen. Hier einige Schlaglichter:

  • Die „Soziale Begleitung" wurde ausgebaut: Vier neue Stellen für Wohnungsvermittler sind bei der Stadt entstanden, dazu vier Betreuerstellen. Auch die Wohlfahrtsverbände wurden mit Landesförderung personell verstärkt.
  • Der Caritasverband Wuppertal/Solingen hat Projekte aufgelegt, wie z.B. eines, das „Neue Nachbarn" heißt: Gemeindemitglieder sollen als Paten und Helfer gewonnen werden.
  • Das Diakonische Werk veranstaltet wöchentlich einen Willkommenstreff für arabische Flüchtlinge mit warmer Mahlzeit und Übersetzungdienst im einem Café in der Innenstadt. „Mama weiß Bescheid." heißt ein Gesprächkreis der VHS für arabisch sprechende Frauen.
  • Zum Sommersprachcamp für Flüchtlingskinder haben Kommunales Integrationszentrum, Caritas und Internationaler Bund eingeladen.
  • Die Naturfreunde begleiten Flüchtlingsfamilien zu Ausflügen, der Verein Flüchtlingshilfe bietet einen Begleitdienst für Asylbewerber an.
  • 75 Bürgerinnen und Bürger haben sich bisher bei Koordinatorin Andrea Krumnacker als Freiwillige Helfer gemeldet - 46 von ihnen im Alter zwischen 16 und 72 Jahren sind bereits im Einsatz, helfen Kindern bei den Hausaufgaben, begleiten Familien im Alltag.

Wer helfen will, kann sich an folgende Stellen wenden:

Damit die Flüchtlinge nicht auf sich alleine gestellt sind und angemessen betreut werden, haben die AWO Arbeit & Qualifizierung gGmbH Solingen, der Caritasverband Solingen/Wuppertal e.V. und das Diakonische Werk Solingen, in Kooperation mit der Stadt Solingen, eine Koordinationsstelle für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe initiiert. Ihre Aufgabe ist, alle bereits vorhandenen ehrenamtlichen Akteure zu erfassen und neue Ehrenamtler zu gewinnen.

Kontakt: Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Solingen
AWO Solingen
Andrea Krumnacker
Konrad-Adenauer-Str. 66 | 42651 Solingen

Infotelefon: 0212 59 44 82 35

a.krumnacker@awo-aqua.de
www.awo-aqua.de

Kooperationspartner:

Caritasverband Wuppertal / Solingen e.V.
Fachdienst für Integration und Migration
Xenia Furaew | Ahrstraße 9 | 42697 Solingen
0212 23 13 49 22 | xenia.furaew@caritas-wsg.de
www.caritas-wsg.de

Diakonisches Werk des Ev. Kirchenkreises Solingen
Martina Dembny
Kasernenstr. 23 | 42651 Solingen | 0212 28 72 00
martina.dembny@evangelische-kirche-solingen.de
www.diakonie-solingen.de

Weiterhin wird privater Wohnraum für Flüchtlinge gesucht

Kontakt:

Zentrale Koordinierungsstelle Flüchtlingsarbeit der Stadt Solingen
Udo Stock
Marion Genzke
0212 290 - 6470
Fax 0212 290 - 74 6470
Hausanschrift
Verwaltungsgebäude Bonner Straße 100
42697 Solingen

Annahmestellen für Sachspenden

Wer tragbare Kleidung, Hausrat, Bettwäsche, Decken und Spielzeug abgeben möchte, kann sich an folgende Annahmestellen wenden.

Achtung:
Bitte rufen Sie vorher an und fragen aktuell, ob und welcher Bedarf besteht. Dies erleichtert allen, die sich dort ehrenamtlich engagieren, die Arbeit sehr.

  • Sozialkaufhaus Solingen
    Schlagbaumer Straße 12
    fon 31 94 08
  • Deutsches Rotes Kreuz
    Burgstraße 105
    fon 28 03 28
  • Kleiderkammer der Heilsarmee
    Florastraße 9-11
    fon 1 02 90

Im Sozialkaufhaus können auch gut erhaltene Möbel, zum Beispiel Betten mit Lattenrost, Schränke mit zwei Türen, Tische und Stühle sowie Fahrräder abgegeben werden.