Verkauf des Omega-Geländes für Car-Kult-Projekt noch nicht sicher

Pressemitteilung

- 99/pe

Vertrauen in Investor Stefan Petermann noch nicht wiederhergestellt. Nachfrist zur Vorlage von Unterlagen wurde gewährt.

Der potenzielle Erwerber des ehemaligen Omega-Geländes, Stefan Petermann, hat die Zweifel an seiner Seriosität und Zahlungsfähigkeit, die nach Gerüchten um eine kriminelle Vergangenheit in der vergangenen Woche in Solingen aufgekommen sind, in einem persönlichen Gespräch mit Oberbürgermeister Norbert Feith und Wirtschaftsförderer Frank Balkenhol noch nicht ausräumen können.

Petermann, der nach eigener Aussage acht Millionen Euro in die Realisierung einer exklusiven „Oldtimer-Welt“ auf dem städtischen Grundstück an der Kölner Straße und in den ehemaligen Kieserling-Werkshallen der Firma Evertz investieren wollte, konnte die Fragen, die ihm der Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Mitte der Woche zugeschickt hatte, nicht zufriedenstellend beantworten. Auch wartet die Stadt noch auf die Vorlage einer überprüfbaren und verlässlichen Finanzierungsbestätigung. Stefan Petermann wurde nun ein Aufschub gewährt, die fehlenden Unterlagen mit Hilfe seines Rechtsanwaltes nachzureichen. Sein Rechtsanwalt betätigte, die Unterlagen bis Mitte nächster Woche beschaffen zu wollen.

Damit ist für Oberbürgermeister Norbert Feith und Frank Balkenhol das notwendige Vertrauen für eine Veräußerung des städtischen Grundstückes an Petermann derzeit nicht gegeben. Feith: „Ich halte das Projekt nach wir vor für gut und chancenträchtig, doch es ist heute nicht verantwortbar, städtischen Gremien den Verkauf an diesen Investor zu empfehlen. Die Idee der Oldtimer-Welt an dieser Stelle und im Zusammenhang mit der geplanten Gesamtentwicklung des ehemaligen Kieserlinggeländes halten wir und die Familie Evertz aber für so überzeugend, dass Frank Balkenhol und ich Herrn Petermann noch eine letzte Chance geben.“

Hinweise auf einen Mangel an Seriosität des „Autofreaks“ Petermann hatte die  Wirtschaftsförderung erst erhalten, nachdem das Projekt am 10. Februar der Öffentlichkeit vorgestellt und der Name des Investors bekannt geworden war. Die routinemäßige Creditreform-Abfrage und weitere Recherchen der Wirtschaftsförderung in einem frühen Stadium der Gespräche hatten zunächst keinen Anlass zu Zweifeln an der Integrität des Interessenten geliefert.

Das hat sich seit der vergangenen Woche geändert. Die Gerüchte und Informationen um mangelnde Zahlungsfähigkeit und eine Verurteilung in einem Strafverfahren verdichteten sich so stark, dass Balkenhol dem Investor am 18. Februar eine Frist bis heute setzte, einen Elf-Punkte-Fragenkatalog zu beantworten, belastbare Dokumente zur Finanzierung vorzulegen und alle Vorwürfe zu entkräften.

Ein direkter wirtschaftlicher Schaden aus dem geplanten Grundstücksgeschäft für die Wirtschaftsförderung oder die Stadt sei weder entstanden noch zu befürchten, betonte Balkenhol. Bei derartigen Investitionsvorhaben sei es üblich, vor dem Notartermin einen Finanzierungsnachweis zu verlangen. Dies sei auch im aktuellen Fall Petermann so vorgesehen. Für den Fall, dass ein Investor den Kaufpreis nicht bezahle, komme der Kaufvertrag gar nicht erst zustande.

Zudem gebe es weitere Absicherungen, z.B. für den Fall, dass ein Investor zwar Mittel für den Erwerb eines städtischen Grundstücks habe, sein Projekt aber im Anschluss nicht finanzieren könne. Die Verträge der Wirtschaftsförderung enthielten Sicherungsklauseln, die eine Rückübertragung des Grundstückes absicherten für den Fall, dass ein Investor sein Vorhaben nicht vertragskonform im vorgegebenen Zeitraum und in der vertraglich geregelten Form umsetze. In der Regel sei dies eine Bebauungsverpflichtung. Komme der Investor dieser nicht nach, werde das Eigentum am Grundstück zurück an die Wirtschaftsförderung übertragen.