Verkauf des Stadiongeländes am Hermann-Löns-Weg kommt voran

- 182/pe

Finanzausschuss berät Kaufangebot der BPD Immobilienentwicklung am 30. April

Das Vorhaben, das Gelände des stillgelegten Fußballstadions am Hermann-Löns-Weg mit Mehrfamilien- und Reihenhäusern zu bebauen, nimmt Fahrt auf. Die BPD Immobilienentwicklung GmbH möchte das Projekt im Einvernehmen mit der Viantis AG übernehmen und hat der Stadt ein Kaufangebot vorgelegt. Die BPD, die bis Ende 2014 unter dem Namen Bouwfonds firmierte, ist eine hundertprozentige Tochter der niederländischen Rabobank.

Eine (nichtöffentliche) Verwaltungsvorlage zum Verkauf der bislang für die Viantis AG reservierten („anhandgegebenen“) Immobilie an BPD geht in den nächsten Tagen an den Finanzausschuss, der in „erster Lesung“ am 30. April über das Angebot berät. Im weiteren Verlauf passiert die Vorlage den Stadtentwicklungsausschuss (4. Mai), die Bezirksvertretung Ohligs-Aufderhöhe-Merscheid (1. Juni) und den Sportausschuss (10. Juni), ehe am 11. Juni wieder der Finanzausschuss tagt und die letzte Entscheidung trifft. Im Anschluss könnte die vorgeschriebene Bürgerbeteiligung im Rahmen der Bauleitplanung beginnen.

Mit dem Verkauf des Geländes erreicht die Stadt mehrere Ziele auf einmal: der Stadtteil Ohligs wird durch ein attraktives, neues Wohngebiet aufgewertet, die Stadt spart die Kosten für den Unterhalt des maroden Stadions, sie kann aus dem Kaufpreis den Bau eines Sportplatzes im Josefstal finanzieren, der den noch bespielten Kunstrasenplatz am Hermann-Löns-Weg ersetzt und sie kann die darüber hinaus verbleibenden Mittel für die sukzessive Sanierung der übrigen Kunstrasenplätze einsetzen.

Die Entscheidung des Stadtrates, das traditionsreiche Fußballstadion am Rand der Ohligser Heide aufzugeben, geht auf das Jahr 2010 zurück und war Bestandteil des ersten, großen und mit viel Bürgerbeteiligung begleiteten Sparpakets. Im Sommer 2013 schrieb die Stadt das Stadiongelände aus. Unter sieben Interessenten setzte sich die Viantis AG durch. Sie hatte nicht nur den höchsten Kaufpreis geboten, die städtebauliche Qualität der vorgestellten Architekturpläne überzeugte gleichermaßen.

Im September 2013 beschloss daraufhin der Finanzausschuss die „Anhandgabe“ des Grundstückes an den Investor. Sinn dieser Reservierung ist es, dem Bauinteressenten Gelegenheit zur Klärung von Vorfragen zu geben, bevor er sich verbindlich zum Kauf entscheiden muss. Dazu zählten Fragen des möglichen Bauvolumens und der Grundstücksentwässerung, aber auch die verkehrsmäßige Erschließung des Baugebietes. Ein Bebauungsplan für das Gebiet (O 600) ist in Arbeit. Auch der Flächennutzungsplan der Stadt muss noch angepasst werden. Die Anhandgabe war zunächst bis Ende 2014 befristet und wurde auf Wunsch der Viantis AG bis Mitte 2015 verlängert. Nun hat die Viantis AG entschieden, dass sie sich aufgrund ihrer aktuellen Projektsituation von dem Immobilienvorhaben am Hermann-Löns-Weg zurückzieht.

Nachdem viele Fragen zwischenzeitlich bearbeitet werden konnten, will BPD das Projekt im Grundsatz so weiterführen, wie es von der Viantis AGkonzipiert und in den politischen Gremien der Stadt vorgestellt wurde: Insgesamt sollen  67 Wohneinheiten in drei Einzelhäusern, 30 Doppelhaushälften und 34 Reihenhäusern entstehen und 43 Wohnungen in sechs Mehrfamilienhäusern.

Bei der BPD Immobilienentwicklung GmbH handelt es sich um ein Unternehmen der Rabo Real Estate Group, einer 100-%igen Tochtergesellschaft der niederländischen Rabobank Group in genossenschaftlicher Tradition. BPD ist Marktführer in den Niederlanden, gehört in Deutschland zu den ersten Drei der Branche und nimmt in Frankreich einen soliden siebten Platz ein.