Vertreibung damals und heute

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Verfolgte Künste auch heute aktuell

Immer fand ich den Namen falsch, den man uns gab: Emigranten.
Das heißt doch Auswanderer. Aber wir
Wanderten doch nicht aus, nach freiem Entschluß
Wählend ein anderes Land...
Sondern wir flohen. Vertriebene sind wir, Verbannte.

Dieser Auszug aus einem Gedicht von Bertolt Brecht vom Jahr 1937 könnte als Überschrift eines Besuchs von Hajo Jahn, Vorsitzender der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, bei Oberbürgermeister Tim Kurzbach gestern im Rathaus stehen.


Beide waren sich sehr einig über den hohen Stellenwert des Zentrums für verfolgte Künste für Solingen und das Bergische Land, aber darüber hinaus auch für Deutschland, Europa und die Welt. Tim Kurzbach: "Der Auftrag des Zentrums liegt darin, die Geschichte als Lernfeld zu nutzen, er zu geht aber weit über das Gedenken hinaus. Das Zentrum muss eine Brücke bauen zwischen Vergangenheit und Zukunft." Hajo Jahn bestätigte : "Wir haben heute viele Flüchtlinge auch aus Ländern bei uns, in denen deutsche Verfolgte in der NS-Zeit Zuflucht fanden." Einigkeit bestand auch darüber, dass gerade jetzt ein gesellschaftspolitische Dialog geführt werden müsse. Etwa darüber, welche Erfahrungen die Geflüchteten heute machen, und welche Verantwortung aus dieser aktuellen Flucht und Vertreibung erwächst.

Hajo Jahn überreichte dem OB den soeben erschienenen Jubiläumsalmanach "Der blaue Reiter ist gefallen" zum 25jährigen Bestehen der Gesellschaft.

Am Donnerstag, 25. Februar, wird er den Band im "Salon 122" an der Neuenhofer Straße 122 vorstellen.