Wie geht es weiter in Unterburg?

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Gemeinsame Pressemitteilung von Wupperverband und Stadt Solingen

Wupperverband und Stadt Solingen informierten in einem gemeinsamen Mediengespräch über die geplante Baumaßnahme, die in diesem Jahr startet. Um Synergien zu erzielen und Beeinträchtigungen so weit wie möglich zu minimieren, werden in Unterburg zwei große Projekte miteinander verbunden: Die maroden Ufermauern des Eschbachs werden saniert und zum Teil erneuert, zugleich wird als Maßnahme zum Hochwasserschutz das Bachbett tiefer gelegt. Der notwendige Planfeststellungsbeschluss liegt seit Ende 2014 vor, seit Frühjahr 2015 auch die Zusage des Landes Nordrhein-Westfalen, den Hochwasserschutz finanziell zu fördern.

Seither laufen intensive Vorbereitungen, um die vorliegende Entwurfsplanung zur Ausführungsplanung zu konkretisieren. "Diese Ausführlichkeit ist von größter Bedeutung, damit später alles reibungslos läuft und wir Überraschungen und Baurisiken schon im Vorfeld so weit wie möglich ausschließen können", betont Georg Wulf, Vorstand des Wupperverbandes.

In diesem Zuge wurden ergänzende Baugrund-Untersuchungen durchgeführt. Sie haben gezeigt, dass die Situation vor Ort komplizierter ist als zunächst angenommen. So muss zum Beispiel für die Tieferlegung des Bachbettes auch unterhalb der Stützwand-Sohle gearbeitet werden, dafür sind umfangreiche Unterfangungen erforderlich. Unterschiedliche technische Verfahren wurden geprüft, abhängig vom Baugrund verschiedene Lösungen für einzelne Standorte entwickelt.

Um sicher, zügig und wirtschaftlich bauen zu können, werden nun zum Teil andere Bauverfahren eingesetzt als im Planfeststellungsverfahren zunächst vorgesehen. "Uns ist vor allem wichtig, die Anlieger nicht mehr als nötig zu belasten und die unvermeidlichen Auswirkungen auf den Straßenverkehr auf ein Mindesmaß zu reduzieren", erläutert Solingens Stadtdirektor Hartmut Hoferichter.

So wird nun im Zuge des Stützwand-Neubaus auf einer Länge von rund 300 Metern eine so genannte Bohrpfahlwand errichtet. "Das ist aufwändig, verkürzt aber die Bauzeit in diesem Abschnitt erheblich", so Hoferichter. Außerdem muss der Abwasserkanal Eschbachsammler, der ufernah in der Baubrube des Stützwand-Neubaus verläuft, in zwei Abschnitten zurück gebaut und anschließend neu verlegt werden. Das Abwasser wird übergangsweise überirdisch durch Rohre geführt. Neu gebaut wird die Brücke Mühlendamm. Die Prüfung aller Alternativen hatte ergeben, dass ein Neubau aus technischen und wirtschaftlichen Gründen die sinnvollste Lösung ist. Auch müssen einzelne Gebäude unterfangen werden, die zum Teil auf der Mauer stehen.

Zeitablauf

Die Bauarbeiten starten voraussichtlich im Juni 2016 mit dem Neubau der Mühlendammbrücke, der rund drei Monate dauern wird. Etwa ab September beginnt die Hauptbaumaßnahme. Dafür sind insgesamt 18 Monate veranschlagt, davon sechs Monate für den Stützwand-Bau.

Verkehrsregelung

Während der gesamten Bauzeit wird der Durchgangsverkehr von Solingen-Mitte nach Oberburg großräumig über die Burgtalstraße und dieWesthauser Straße umgeleitet. Für Anlieger werden zurzeit Detaillösungen erarbeitet.

Bei allen Planungen wird berücksichtigt, dass der Mühlendamm immer erreichbar und befahrbar sein muss. Deshalb wird eine Behelfsbrücke errichtet. Während des Brücken-Neubaus dient sie auch als Ersatz.

Kosten

Nach aktuellen Berechnungen ist zu erwarten, dass sich die Gesamtkosten im Vergleich zur ursprünglichen Planung um rund 25 Prozent erhöhen und auf etwa 10 Mio. Euro steigen (einschließlich Baunebenkosten, z.B. Vorlauf, Planung). Davon entfallen rund 7,7 Mio Euro auf die durch den Hochwasserschutz veranlassten Kosten, deren zuwendungsfähigen Anteil das Land NRW mit 80 Prozent bezuschusst. Im vorliegenden Förderbescheid von März 2015 werden auf der Grundlage der bisherigen Kalkulation 4,806 Mio Euro bewilligt. Wupperverband und Stadt Solingen legen der Bezirksregierung nun zeitnah einen Änderungsantrag mit der angepassten Planung und Kostenkalkulation zur Prüfung vor. Wird dieser Antrag anerkannt, ist auch eine Anpassung der Fördersumme zu erwarten.