Wirtschaftsförderung sichert sich das ehemalige Rasspe-Gelände

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Es ist geschafft! Die Solinger Wirtschaftsförderung hat mit dem heutigen Tag alle Voraussetzungen geschaffen, das ehemalige Rasspe-Gelände für die zukünftige Gewerbeflächenentwicklung am Standort Solingen zu sichern. Das Areal ist mit rund 66.000 Quadratmetern zurzeit die größte Industriebrache der Klingenstadt.

Die Wirtschaftsförderung ist jetzt als neue Eigentümerin im Grundbuch eingetragen. Mit den Gläubigern des Grundpfandrechts wurden die notwendigen Verträge geschlossen. Damit steht der weiteren Entwicklung nichts mehr im Wege und die zuletzt herrenlose Gewerbefläche kann geordnet reaktiviert werden.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach und der Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderung Solingen begrüßen ausdrücklich, dass dieser wichtige Meilenstein erreicht ist. „Geht nicht, gibt's nicht - das ist mein Motto, das auch an dieser Stelle gilt" betont Kurzbach. "Wir wollen Gewerbeflächen nachhaltig sichern. Dazu gehört, dass wir Industrie- und Gewerbebrachen nutzbar machen. Das ist mit dem Rasspe-Gelände gelungen".

In diesem Zusammenhang lobt der Oberbürgermeister die Arbeit der Wirtschaftsförderung Solingen mit Geschäftsführer Frank Balkenhol an der Spitze. „Wir besitzen in Solingen die Kompetenz und Professionalität, Leuchtturmprojekte dieser Art erfolgreich umzusetzen". Dabei habe die Wirtschaftsförderung während des gesamten Prozesses auf die volle Unterstützung von Politik und Gremien setzen können und diesen Rückhalt bestmöglich umgesetzt. Jetzt gälte es, die weiteren Schritte mit der angemessenen Sorgfalt in die Wege zu leiten.

Die Wirtschaftsförderung hatte sich mit einem entsprechenden Entwicklungskonzept an einem Bieterverfahren des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW (BLB) beteiligt. Mit dem höchsten Gebot hatte sie sich gegen zwei private Interessenten durchgesetzt. Trotz des Einspruches eines Mitbietenden hat der BLB inzwischen erklärt, auf die Aneignung des herrenlosen Grundstücks zu verzichten.

Unter der amtlichen Adresse "Stöcken 17" startet nun die Reaktivierung der Industriebrache. In einem ersten Schritt wird die neue Eigentümerin das Gelände mit Zäunen und Schildern sichern und, in Absprache mit der auf dem Gelände ansässigen Firma ISG, erste Maßnahmen zur Sicherung des Hauptgebäudes durchführen. "Die Arbeiten, die wir ausführen müssen, bevor die Vermarktung beginnen kann, sind komplex", erläutert Frank Balkenhol und verweist darauf, dass zunächst umfangreich saniert und erschlossen werden muss. Voraussetzung für eine gewerbliche Nutzung sei vor allem die Sanierung von Altlasten auf dem Gelände der ehemaligen Schneidwarenfabrik, verbunden mit erheblichen Unabwägbarkeiten und finanziellen Risiken. Dafür habe man in Zusammenarbeit mit dem städtischen Umweltamt den AAV –Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung aus Hattingen gewinnen können.

Während der gesamten Projektentwicklung sollen sowohl die unmittelbaren Anliegerinnen und Anlieger als auch alle interessierten Bürgerinnen und Bürger umfassend informiert werden. "Dafür werden wir eine eigene Homepage einrichten, die kontinuierlich über Abläufe und Neuigkeiten berichtet und den Dialog mit der interessierten Öffentlichkeit sicherstellt. Darüber hinaus werden wir Anfang 2016 auch ein Baustellenbüro einrichten, in dem wir den Bürgerinnen und Bürgern zu festen Zeiten vor Ort persönlich Rede und Antwort stehen“, erläutert Frank Balkenhol.

 

Hintergrund

AAV –Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung
Der AVV ist eine Solidargemeinschaft von Kommunen und Landkreisen sowie des Landes NRW und namhaften Unternehmen, die immer dann ein Projekt unterstützen, wenn die zu erwartenden Altlasten auf einem ehemaligen industriell genutzten Standort dazu führen, dass eine rentierliche Entwicklung nicht möglich erscheint. Erfahrungen mit diesem Instrument konnten in Solingen bereits bei der Reaktivierung der ehemaligen Galvanik Goldau erfolgreich gesammelt werden.

Der AAV wird daher zukünftig –  nach Abschluss anstehender Vereinbarungen mit der Stadt Solingen –  als Maßnahmenträger insbesondere die Sanierungsuntersuchung und –planung durchführen, ein Rückbaukonzept für den Gebäudeabriss erstellen und die Sanierung der Altlasten planen und im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung umsetzen.

Es wird daher in 2016 mit der Sanierungsuntersuchung und -planung sowie mit der Erstellung des Rückbaukonzeptes begonnen werden können. Diese Arbeiten werden gemäß der jetzigen Projektplanungen etwa im Jahr 2017 umgesetzt werden. Anschließend werden dann die notwendigen Abbruch- und Sanierungsmaßnahmen folgen, die voraussichtlich im Jahr 2018 abgeschlossen werden. Parallel dazu erfolgen die notwendigen Erschließungsmaßnahmen sowie die Vermarktung des Geländes.

Der wesentliche Vorteil der Zusammenarbeit mit dem AAV ist die professionelle Begleitung des Vorhaben sowie die Vorfinanzierung der Maßnahmen des AAV mit einer zunächst nur 20-prozentigen Beteiligung durch die Wirtschaftsförderung. Im Verlaufe der Vermarktung werden dann die erzielten Verkaufserlöse zur Refinanzierung dem AAV zugeführt. Für die Erschließung des Geländes ist geplant, entsprechende Fördermittel des Landes einzusetzen.