Wirtschaftsminister übergibt Förderbescheide über 877.000 Euro : Aufwertung der Burg kann beginnen

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Oberbürgermeister Feith: Ich bin froh über das Startsignal, aber das Land muss seine Bewilligungsverfahren straffen

„Wir sind wirklich froh, heute endlich den Bewilligungsbescheid für das gemeinsame Projekt „Erlebnisraum Schloss Burg" in Händen zu halten. Ebenso freut es uns, dass Wirtschaftsminister Duin persönlich nach Burg gekommen ist, um uns den Bescheid zu übergeben. Das zeigt, dass die Landesregierung das Bemühen der bergischen Großstädte und des Schlossbauvereins unterstützt, das Stammschloss der Herren von Berg in seiner touristischen Funktion zu erhalten und zu stärken. Aber es ist mehr als ein Wermutstropfen, dass zwischen Wettbewerbsteilnahme und Bewilligung drei Jahre vergangen sind. Da ist viel Zeit verronnen, die die Burg und das Bergische Museum eigentlich nicht mehr hatten. Trotzdem ist es ein gutes und wichtiges Signal, dass wir jetzt endlich loslegen können."

Mit diesen Worten empfing der Solinger Oberbürgermeister Norbert Feith heute abend im Rittersaal der Burg den nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister Garrelt Duin, der nach Burg gereist war, um den Bewilligungsbescheid des Landes für das ZIEL2-Projekt "Erlebnisraum Schloss Burg" zu übergeben. Feith begrüßte den Minister stellvertretend für die Projektpartner: die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie den Schlossbauverein und die Bergische Entwicklungsagentur.

Oberbürgermeister Feith sagte, man wisse sich mit Minister Duin bei der notwendigen Verschlankung der Bewilligungsverfahren im Rahmen der kommenden Förderperiode für EU-Mittel einig. Mindestens ebenso wichtig sei es, auch die jetzige Förderperiode vernünftig zu Ende zu führen. Bezogen auf Schloss Burg bat der Oberbürgermeister um „wohlwollende Behandlung möglicherweise erforderlicher Fristverlängerungen.", denn die lange Frist zwischen Wettbewerb und Projektstart brächte für das Projekt einige Nachteile: „Die mit Teilnahme und Gewinn des Wettbewerbs erzeugte Aufbruchstimmung durch Einbeziehung vieler Partner darf dadurch nicht aufs Spiel gesetzt werden." Und der Abarbeitungszeitraum für die Projekte sei sehr kurz, weil die Förderung 2015 auslaufe.

Beim ZIEL2-Projekt "Erlebnisraum Schloss Burg" handelt es sich um eine Aufwertung der Schlossanlage, um bauliche Ertüchtigung und Ergänzungen (Open-Air-Bühne, zeitgerechte WC-Anlagen, neuer Eingangs- und Empfangsbereich), die Verbesserung der Infrastruktur (Beleuchtung, Leitsystem) sowie eine Neuausrichtung des touristischen Marketings (Federführung BEA) und die Ergänzung und Anpassung des Kulturprogramms, u. a. durch Einstellung eines Veranstaltungsmanagers für die Dauer der Projektlaufzeit,. Das Maßnahmenpaket wird durch die Stadt Solingen federführend im Benehmen mit Remscheid und Wuppertal, der BergischenEntwicklungsagentur und dem Schlossbauverein bis 2015 umgesetzt.

Wichtigste Zielsetzung ist die langfristige Stabilisierung der Besucherzahlen durch Erschließung neuer, zusätzlicher Zielgruppen: sogenannter „Best Ager" und Tagungsreisende. Noch ist die Burg Anziehungspunkt für jährlich über 300.000 Gäste, von denen etwa 150.000 bis 180.000 das Museum besuchen.

Das geförderte Projekt umfasst noch nicht die Sanierung der Schlossanlage. Dafür muß weiteres Geld in einer Größenordnung von gutachterlich hinterlegten 15 Mio. € mobilisiert werden. Feith rief Minister Duin auf, dieses weitere Erfordernis für die Landesregierung mitzunehmen und im ersten Schritt das "Herz für den Substanzerhalt des Schlosses zu öffnen".