Wolfgang Görke geht in Altersteilzeit

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Städtepartnerschaften mit Leben gefüllt

Etliche Solinger Bürger haben schon mit ihm eine Reise unternommen, nun verlässt Wolfgang Görke die Solinger Stadtverwaltung. Nach 32 Dienstjahren - in den letzten 20 Jahren war der Städtepartnerschaftsbeauftragte auch für die Organisation der Bürgerreisen zuständig - geht der Diplom-Übersetzer am 14. September in Altersteilzeit. Am 4. September feierte er seinen 60. Geburtstag.

Der Haaner war mit seinen englischen und französischen Sprachkenntnissen ein ebenso kompetenter wie beliebter "Reiseleiter" nach Blyth Valley, Chalon-sûr-Saône, Gouda und Aue. Noch Anfang September bereiste Görke mit einer Gruppe die sächsische Partnerstadt, wo er sich ins Ehrenbuch der Stadt eintragen durfte. In den Jahren seit der deutschen Wiedervereinigung habe er ganz wesentlich zum besseren Kennenlernen der Menschen in beiden Städten beigetragen, begründete der Auer Bürgermeister Kohl die Ehrung. Görke habe geholfen, das Verständnis füreinander zu wecken, Vorurteile abzubauen und nicht zuletzt dazu beizutragen, dass die Bürger von Aue und Solingen einen herzlichen Kontakt miteinander pflegen. Eine Wertung, die auch für die anderen Partnerstädte zutrifft: Eine persönliche Freundschaft verbindet den Städtepartnerschaftsbeauftragten beispielsweise mit seinem britischen Pendant Margaret Watson, die jüngst zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft mit Blyth in der Klingenstadt zu Gast war.

Mitreisende erinnern sich gern an Quizfragen und Weihnachtslieder, die Görke auf der Busfahrt zum jährlichen Kerzenfest in Gouda anzustimmen pflegte, oder auch an spannende Momente wie zuletzt in Blyth, als die Solinger britische Schiffbrüchige retteten. Der (Vor-)Ruhestand soll nun tatsächlich etwas ruhiger werden: Der Vater zweier erwachsener Kinder möchte sich mehr auf seine Familie, zu der auch ein Terrier-Mischling gehört, konzentrieren. Görke freut sich darauf, künftig mehr Zeit fürs Radfahren und Schwimmen, aber auch für seine Modelleisenbahn zu haben. Zudem möchte er seine Spanisch-Kenntnisse vertiefen und vielleicht noch die eine oder andere Geschichte schreiben - vier Bände mit Tier- und Kurzgeschichten sind bereits erschienen.

Die Städtepartnerschaften werden künftig von der städtischen Mitarbeiterin Doris Diefenbach betreut. Fahrten in die Nachbarländer sollen zunehmend privat organsiert werden: Schon jetzt gibt es viele Verbindungen zwischen Vereinen, Kirchengemeinden, Chören oder Schulen aus Solingen und den Partnerstädten.