Zentrum für verfolgte Künste soll Teil eines Netzwerkes werden

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Das Zentrum für verfolgte Künste soll Teil eines über ganz Deutschland gespannten Netzwerkes mit der Aufgabe werden, das Erbe von verfolgten und exilierten Künstlern zu pflegen und die Bedeutung von Freiheit in der Kunst und für die Kunst in die Bevölkerung zu tragen. Dies ist das wohl wichtigste Ergebenis einer hochkarätig besetzten Gesprächsrunde im Solinger Kunstmuseum, die heute auf Einladung von Oberbürgermeister Norbert Feith nach einem Gespräch des örtlichen Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt mit dem zuständigen Bundesstaatsminister stattgefunden hat.

Fachleute mit Dr. Susanne Olbertz, Referatsleiterin im Berliner Kulturministerium, Prof. Dr. Ulrich Raulff, Leiter des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, und Ute Schwens, Vertreterin der Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt, an der Spitze waren der Einladung nach Solingen gefolgt, um sich das Zentrum mit den Sammlungen Schneider und Serke vorstellen zu lassen. Gleich zu Beginn hatte Oberbürgermeister Norbert Feith seiner Hoffnung auf die Entwicklung einer guten Vernetzungsstruktur Ausdruck verliehen. Eine solche Vernetzungsstruktur auf örtlicher Ebene dokumentierte sich schon in der Teilnahme von LVR-Landesrätin Milena Karabaic, von Hajo Jahn, Vorstand der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft sowie Jürgen Serke, Kuratoriumsmitglied der Stiftung „Else-Lasker-Schüler-Zentrum für verbrannte und verbannte Dichter-/Künstler-innen“. Vier Stunden später trennte man sich mit eben dieser Verabredung, wie etwa gemeinsam konzipierte oder wechselseitig in den unterschiedlichen Häusern gezeigten Ausstellungen. Angeregt wurde auch die Beteiligung etwa von Nationalbibliothek und Marbacher Literaturarchiv an einem Else-Lasker-Schüler-Forum in den Vereinigten Staaten.

Hoffnung auf eine Finanzierung des Zentrums für verfolgte Künste mit bundesweiter Zuständigkeit machten die Gesprächspartner heute allerdings im ersten Gespräch nicht. Dr. Susanne Obertz betonte, eine institutionelle Neuförderung aus dem Bundesministerium werde es nicht geben, denkbar sei allenfalls die Förderung bestimmter Projekte vor dem Hintergrund des Netzwerkgedankens. Sie zeigte sich "äußerst beeindruckt" von den Sammlungen. Man wisse es im Ministerium zu schätzen, dass die Initiative für ein Zentrum für verfolgte Künste von Solingen ausgegangen sei.