Zukunft des Orchesters gesichert

Pressemitteilung

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„Die Stadt Solingen hatte immer den unbedingten Willen, das Orchester zu erhalten. Deshalb haben wir offen und hart mit Remscheid verhandelt. Gemeinsam haben wir einen Weg gefunden, die Kooperation fortzuführen und darüber bin ich sehr froh: Die Bergischen Symphoniker sind ein Eckpfeiler unseres kulturellen Lebens und werden es dauerhaft bleiben." Mit diesen Worten kommentierte Oberbürgermeister Norbert Feith heute in einem Mediengespräch die Ergebnisse der Verhandlungen mit der Stadt Remscheid über die Zukunft des gemeinsamen Orchesters, das als privatrechtlich selbständige Gesellschaft geführt wird.

Feith bedankte sich bei allen Verhandlungspartnern in Solingen und Remscheid für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Vor allem aber seien es die Musikerinnen und Musiker gewesen, die durch ihre Zustimmung zu einem Haustarifvertrag einen „bemerkenswerten Sonderbeitrag" geleistet und den Weg für eine Lösung geebnet hätten.

Die seit 1996 bestehende Kooperation zwischen den Gesellschaftern soll nun vertraglich neu geregelt werden. Dieser Schritt war gefordert geworden, indem die Stadt Remscheid angekündigt hatte, als überschuldete Gemeinde im Rahmen des Stärkungspaktgesetzes auch bei den Zuschüssen für die Symphoniker den Rotstift ansetzen zu müssen. Der neue Gesellschaftsvertrag gilt unbefristet und sichert den Bestand des Orchesters. Eine Garantie gibt es darüber hinaus bis zum 31. August 2029, da er während der zehnjährigen Laufzeit des Haustarifvertrags nicht gekündigt werden darf und außerdem eine entsprechende Kündigungsfrist gilt.

Inhaltlich wurde vereinbart, dass die städtischen Zuschüsse sinken und die Gesellschaft höhere Einnahmen erwirtschaften soll. Außerdem soll eine Orchester-Stiftung gegründet werden. „Aus der Not heraus haben wir einen richtigen Weg eingeschlagen", betont der Oberbürgermeister. „Kultur ist wesentlicher Teil unserer Gesellschaft. Deshalb verknüpfen wir sie mit bürgerschaftlichem Engagement ".

Die Grundfinanzierung durch die beiden Gesellschafterstädte wird von einer hälftigen Verlustübernahme (bis zu je 1,9 Mio. Euro jährlich) umgestellt auf eine hälftige Festbetragsfinanzierung ( je 1,65 Mio. Euro). Diese Regelung gilt für die Stadt Remscheid vom kommenden Geschäftsjahr an. Auch Solingen zahlt ab sofort weniger und die Ersparnis steigt von Jahr zu Jahr, der vereinbarte Festbetrag muss jedoch erst spätestens im Geschäftsjahr 2020/21 erreicht werden.

Außerdem wird es strukturelle Veränderungen geben: Der B-Status des Orchesters bleibt erhalten, die Musikerstellen werden von 71 auf 66 gesenkt. Im Rahmen des Haustarifvertrags verzichten die Musikerinnen und Musiker auf Weihnachtsgeld und übernehmen Dienste bei den städtischen Musikschulen in Remscheid und Solingen. Im Gegenzug erhalten sie vertragliche Sicherheit: Betriebsbedingte Kündigungen werden ausgeschlossen.

Geprobt wird zukünftig ausschließlich in Remscheid in einem Probenraum, für den die Gesellschaft die Miete zahlt. Die Stadt Remscheid wird so um 50.000 Euro jährlich entlastet, freie Zeiten im Solinger Theater und Konzerthaus können vermarktet werden. Mehreinnahmen in Höhe von 25.000 Euro werden dadurch erwartet.

Bisher haben beide Gesellschafter Konzerte je zur Hälfte abgenommen. Zukünftig soll es eine Verteilung geben, die sich hier einmal an der Größe der Städte orientiert. Remscheid spart 70.000 Euro, das Orchester kann woanders spielen und die eigenen Einnahmen steigern.

Der neue Gesellschaftervertrag soll noch vor den Sommerferien unterzeichnet werden, sobald die politischen Gremien zugestimmt haben.