Zukunft für Rasspe auch mit Denkmalschutz?

Pressemitteilung

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Mit dem Eintrag von Gebäuden der ehemaligen Firma Rasspe in Stöcken in die Denkmalliste der Stadt Solingen beschäftigt sich die Bezirksvertretung Mitte in ihrer Sitzung vom 4. November.

Die Verwaltung empfiehlt, den markanten Verwaltungstrakt und das Lagergebäude an der Straße Stöcken in die Liste aufzunehmen, nicht aber weitere Gebäude, die den Innenhof des ehemaligen Betriebsgeländes einfassen. Das hatte das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland gefordert. Noch im November werden sich auch der Stadtentwicklungsausschuss und der Rat mit dem Thema beschäftigen.

Die Diskussion um den Denkmalschutz hat eine lange Geschichte: Verwaltungs- und Lagergebäude an der Straße waren bereits 1986 in die Liste des zu schützenden Kulturgutes in Solingen aufgenommen worden, 1987 hatte der Rat sich für die Aufnahme in die Denkmalliste ausgesprochen. Mit Rücksicht auf die angespannte wirtschaftliche Situation des Unternehmens wurde der Eintrag jedoch nicht vollzogen und das Verfahren erst nach dem Auszug der Firma 2007 wieder aufgenommen.

Das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland hatte bereits vor mehreren Jahren den Denkmalwert der Gebäude bestätigt und darüber hinaus vorgeschlagen, die ehemaligen Produktionsgebäude im Werksinnenhof einzubeziehen. Schon 2009 hatte sich die Stadt deshalb an diese Landesbehörde gewandt und argumentiert, eine solche Entscheidung gefährde die weitere Entwicklung des Geländes als Gewerbefläche. Nach Ansicht der städtischen Experten sprächen besonders auch denkmalfachliche Gründe dagegen.

Nachdem zunächst eine Revision des ursprünglichen Landes-Gutachtens in Aussicht gestellt worden war, wertete das LVR-Amt für Denkmalpflege nach einer erneuten Begutachtung im Frühjahr 2014 das gesamte Ensemble als schützenswert.

Diesem Vorschlag will die Stadt nicht folgen. Vor dem Hintergrund der notwendigen Entwicklung von Gewerbeflächen ist das Rasspe-Areal als stadtweit größte Brachfläche für sie von besonderer Bedeutung. Deshalb ist die Wirtschaftsförderung Solingen GmbH an einer Übernahme des Geländes interessiert.

Der bisherige Eigentümer und Insolvenzverwalter hatte den Standort 2013 aufgegeben, da er nicht zu vermarkten war. Der zuständige Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes NRW sucht nun neue Eigentümer und führt dazu ein Bieterverfahren durch.