Schicksale

Friedrich Schmitz

geboren: 11. Dezember 1888 Solingen
gestorben: 12. Januar 1974 Solingen

Lebensweg

Der kaufmännische Angestellte Friedrich Schmitz nimmt als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Nach seiner Entlassung aus dem Heer arbeitet er bis zur Weltwirtschaftskrise bei der Fa. Hermann Hölterhoff. 1932 wechselt er zu den neu gegründeten Flora-Sämerein. Politisch wird er bereits 1929 wegen Widerstands gegen den Parteikurs aus der KPD ausgeschlossen. Er schließt sich der Kommunistischen Partei Opposition (KPO) an, deren Vorsitz in Solingen er bis 1932 übernimmt. Am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt er sich aktiv.

Am 1. Mai 1937 wird Schmitz in Solingen verhaftet und bis März 1938 in Düsseldorf-Derendorf in Untersuchungshaft festgehalten. Nach Wuppertal überführt, wird er am 6. April 1938 durch das Oberlandesgericht Hamm im KPO-Prozess gegen Dagobert Lubinski und Genossen wegen „Vorbereitung zum Hochverrat" zu drei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Insgesamt stehen 58 Angeklagte vor Gericht. Von den sechs Solinger Angeklagten erhält Schmitz nach Paul Happe die zweithöchste Strafe. Die Haft verbüßt er bis Juni 1939 in Herford. Am 6. November 1940 wird er in Lüttringhausen aus dem Gefängnis entlassen.

Nach Wiederaufnahme seiner Tätigkeit bei den Flora-Sämereien ist er seit 1943 stellvertretender Geschäftsführer der Firma. 1946 tritt er noch einmal der KPD bei, wird aber nach eigenen Angaben im September desselben Jahres wegen seiner Opposition zum Kurs Stalins erneut ausgeschlossen. Er ist zudem nach deren Gründung Vorsitzender der Gewerkschaft Handel in Solingen, dann der DAG und ab 1948 schließlich der Gewerkschaft Handel-Banken-Versicherungen.

Text: Armin Schulte

Stand: 16.4.2005