Stolpersteine

Helene Adams

geborene Stock
geboren: 21. Mai 1865 in Fliesteden, Kreis Bergheim
gestorben: 29. Mai 1943 im KZ Theresienstadt

Lebensweg

Helene Stock wird am 21. Mai 1865 als Tochter des Handelsmannes Moses Stock und seiner Frau Rosina geb. Meyer geboren. Sie kommt im April 1900 von Remscheid nach Solingen und wohnt zunächst in der Kaiserstraße 152. Ihr Beruf ist zu dieser Zeit mit Köchin angegeben. Bereits vor ihrem Zuzug hat sie drei Kinder, von denen nur bekannt ist, dass ein Sohn den Zweiten Weltkrieg nicht überlebt.

In Solingen heiratet Helene am 23. Mai 1900 den evangelischen Schleifer Albert Adams (geboren: 5.6.1875, Burscheid). Nur zwei Tage nach der Hochzeit zieht das Ehepaar in der Florastraße 33 zusammen. Es folgen weitere Wohnungswechsel, bis die Familie 1919 am Unnersberg 64 eine endgültige Bleibe findet. In Solingen werden vier gemeinsame Kinder geboren: am 29. August 1900 Tochter Helena Erna, am 10. November 1903 Sohn Alfred Idelbert und am 19. April 1906 Sohn Oskar Walter. Die am 24. Oktober 1907 geborene Tochter Else stirbt im Alter von 14 Monaten im Dezember 1908.

Als Helenes Mann Albert am 21. November 1935 in Solingen stirbt, ist damit für Helene eine bedeutsame Schicksalswende verbunden. Als Jüdin gilt sie nun nicht mehr als in „Mischehe" lebend, was ihre Verfolgung durch die Nationalsozialisten wahrscheinlicher macht. Am 20. Juli 1942 wird die bei ihrem Sohn Walter wohnende Witwe zusammen mit weiteren Solinger Juden und den Insassen des Jüdischen Altersheimes in Elberfeld in das KZ Theresienstadt deportiert. Aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen kommt sie dort am 29. Mai 1943 ums Leben.

Laut der Nachkriegsaussage ihres Sohnes Alfred werden im Zweiten Weltkrieg auch mehrere Geschwister von Helene Adams von den Nazis umgebracht. Einer der Brüder Alfreds - vermutlich eines der vor dem Zuzug nach Solingen geborenen Kinder Helenes - sei Kaufmann in Düren gewesen und auf dem Transport nach Theresienstadt von der Gestapo ermordet worden. Seine Urne habe man in Halle a.d. Saale beigesetzt. Näheres ist nicht bekannt.

Die drei Solinger Kinder Helenes gelten im „Dritten Reich" als „Halbjuden". Sie sind vielfachen Diskriminierungen und Schikanen ausgesetzt.

Text: Armin Schulte

Stand: 28.9.2008

VerlegeortWachtelstraße 45
StadtteilBurg/Höhscheid
Verlegedatum04.04.2007

Stadtplan