Stolpersteine

Georg Davids

geboren: 11. Oktober 1878 in Hüls
gestorben: 1942 im KZ Auschwitz, verschollen

Jenny Davids

geborene Strauss
geboren: 23. November 1880 in Aschaffenburg
gestorben: 1942 im KZ Auschwitz, verschollen

Lebensweg

Düsseldorfer Straße mit Herrengarderobengeschäft Gebrüder Davids

Der Handlungsgehilfe Georg Davids kommt Ende 1899 aus Benrath nach Ohligs. Von Oktober 1900 bis April 1901 leistet er seinen Militärdienst. Am 14. September 1903 heiratet er die aus Aschaffenburg stammende Jenny Strauss. Im selben Jahr wird im Adressbuch erstmals das Herrengarderobengeschäft Gebrüder Davids in der Düsseldorfer Straße in Ohligs aufgeführt. Inhaber sind zunächst die Brüder Josef und Georg, später führt Georg das Geschäft alleine.

Das Ehepaar Georg und Jenny Davids hat zwei Kinder: Walter (geboren am 14. Juni 1904) und Hilde (geboren am 4. Februar 1906), die 1929 nach Frankfurt am Main verzieht. Am 19. August 1935 wird Walter Teilhaber des Herrenkonfektionsgeschäfts seiner Eltern. Den Tiefpunkt der Geschäftsentwicklung hat man infolge von Weltwirtschaftskrise und Naziboykott bereits im Jahre 1933 erreicht, als die Steuern nur noch ein Drittel des Jahres 1930 ausmachen. 1936 haben sie sich bereits wieder verdoppelt. 1937 heiratet Walter die in Meinigen geborene Gerda Stein (geboren am 1. April 1913), die am 11. März in die Düsseldorfer Straße zieht.

Am 28. Januar 1938 wird die Firma Gebr. Davids „arisiert", das heißt an einen nichtjüdischen Besitzer (zwangs-)übertragen. Die Artmeier HG aus Solingen führt das Geschäft als Filiale weiter.

Georg und Walter Davids melden beide am 4. März 1938 ein Gewerbe als Handelsvertreter für Textilwaren an, das sie jedoch kurze Zeit später wieder aufgeben. Am 31. März 1938 ziehen die Ehepaare nach Köln. Sowohl Vater als auch Sohn zahlen „Reichsfluchtsteuer", haben also die Absicht zu emigrieren. Georg und Jenny Davids gelingt dies jedoch nicht: 1942 erfolgt ihre Deportation von Köln nach Auschwitz, wo sie aller Wahrscheinlichkeit nach umgebracht werden. Walter und Gerda Davids werden dagegen später nicht unter den Kölner Opfern des Holocausts aufgeführt. Vermutlich können sie ins Ausland fliehen.

Text: Armin Schulte

Stand: 30.5.2005

VerlegeortDüsseldorfer Straße 40
StadtteilOhligs/Aufderhöhe/Merscheid
Verlegedatum27.09.2004

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