Stolpersteine

Gustav Joseph

geboren: 2. Juli 1890 in Solingen
gestorben: 3. Januar 1939 im KZ Dachau

Arnold Joseph

geboren: 8. Juli 1895 in Solingen
gestorben: nach dem 7. Dezember 1942 im KZ Auschwitz

Walter Joseph

geboren: 20. Mai 1903 in Solingen
gestorben: im KZ Auschwitz

Lebensweg

Max Joseph (geboren am 25. Januar 1859) ist von 1884 bis 1933 fast fünfzig Jahre lang Lehrer und Kultusbeamter der jüdischen Gemeinde in Solingen. Er unterrichtet die Kinder in Hebräisch und in der jüdischen Glaubenslehre, gelegentlich auch bei ihnen zu Hause. Verheiratet ist Max Joseph mit Laura Spanier (geboren am 10. August 1869). Drei Söhne und eine Tochter gehen aus der Ehe hervor: 1890 wird Gustav, 1895 Arnold und 1903 Walter geboren. Die 1909 geborene Tochter verstirbt kurz nach der Geburt. Ab 1900 wohnt die Familie auf der Katternberger Straße 30, im Mai 1928 ziehen die Eltern in die neue Spar- und Bauvereinssiedlung Weegerhof in den Robert-Blum-Weg 3. 1933 stirbt Max Joseph, seine Frau Laura am 20. Juni 1939.

Gustav Joseph, der älteste Sohn des Ehepaares, ist Auslandsreisender der Firma Mann & Federlein in Ohligs. Er ist mit Maria de Vogt verheiratet. 1918 wird dem Ehepaar eine Tochter geboren, die Ehe zu einem unbekannten Zeitpunkt geschieden. In den 1930er Jahren ist Gustav mit einer Solingerin liiert, kann diese jedoch aufgrund der Nürnberger Rassengesetze nicht mehr heiraten. 1938 wohnt er in der Diepenbrucher Straße 19 in Ohligs. In der Reichspogromnacht wird Gustav in „Schutzhaft" genommen und am 17. November 1938 in das KZ Dachau eingeliefert. Dort kommt er in der Nacht vom 2. auf den 3. Januar 1939 ums Leben. Laut dem Sterberegister der Jüdischen Gemeinde begeht er Selbstmord. Seine Freundin vermutet jedoch ein Gewaltverbrechen. Die Tochter überlebt den Krieg und wohnt später in England.

Walter Joseph, der jüngste Sohn, arbeitet von Juni 1921 bis Mai 1922 als Handlungsgehilfe in Luxemburg. Anschließend ist er Geschäftsführer des Solinger Herrenkonfektionsgeschäfts Oppenheimer Ecke Ufergarten / Hauptstrasse. Walter ist Mitglied der SPD und des Reichsbanners. 1934 wird das Bekleidungsgeschäft Oppenheimer „arisiert", d.h. zunächst von Gries und Specht, 1939 dann von der H. Sträter KG übernommen. Der Inhaber Max Samuel Heimann (1878-1953) wandert noch im selben Jahr mit seiner Familie nach Luxemburg und von dort 1941 in die USA aus. Auch Walter Joseph meldet sich vom Robert-Blum-Weg 3 im Juli 1934 nach Luxemburg ab, später bürgert ihn der NS-Staat aus. Laut dem Gedenkbuch des Bundesarchivs wird er am 7. Dezember 1942 vom französischen Sammellager Drancy nach Auschwitz deportiert.

Über den Sohn Arnold Joseph ist nur wenig bekannt. Er arbeitet als Verwalter und meldet sich nach dem Tod seiner Mutter im August 1939 vom Birkenweiher 39 nach Luxemburg ab. Eventuell folgt er seinem Bruder Walter dorthin. Arnold wird nach Auschwitz deportiert, von wo es keine Überlebensnachricht von ihm gibt. Er wird für tot erklärt.

Text: Armin Schulte

Stand: 5.10.2010

VerlegeortBirkenweiher 39
StadtteilMitte
Verlegedatum07.02.2006

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