Stolpersteine

Wilhelm Kratz

geboren: 10. Juni 1906 in Solingen-Wald
gestorben: 5. Oktober 1942 in Köln

Lebensweg

Der Messerschläger Willi Kratz erlebt die „Machtergreifung" der Nationalsozialisten als Untersuchungshäftling in Wuppertal. Am 21. Juni 1933 wird er zusammen mit anderen Solinger Kommunisten wegen Bandendiebstahls im Jahre 1932 vom Landgericht Wuppertal zu sieben Monaten Haft verurteilt. Nach Freilassung aus der Untersuchungshaft flieht er vor einer erneuten Verhaftung im Juli 1933 in die Niederlande. Im April 1934 wird in Deutschland Anklage wegen „Vorbereitung zum Hochverrat" und Waffenbesitz gegen ihn erhoben und er im Mai zur Fahndung ausgeschrieben. Kratz beteiligt sich unterdessen am kommunistischen Widerstand aus dem nierländischen Exil. Er hält die Verbindung von der Abschnittsleitung West der KPD zum Niederrhein, unterrichtet die Genossen über neueste Entwicklungen und bringt illegale Schriften ins Reich. Im Oktober 1935 informiert er die Parteianhänger in Westdeutschland über die Ergebnisse der so genannten „Brüsseler Konferenz", in der die KPD ihre Widerstandstaktik ändert. Zu diesem Zweck hält sich Kratz auch illegal in Solingen auf.

Wegen ihrer Verbindung zu Kratz und der Verteilung von illegalen Materialien verurteilt am 8. Oktober 1937 das Oberlandesgericht Hamm mindestens 17 Solinger, weil sie den organisatorischen Zusammenhalt der verbotenen KPD fortgesetzt haben, wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens" zu teilweise hohen Haftstrafen, darunter Georg Bethke, Albert Teichert und Artur Hönemann. Auch die Ehefrau von Wilhelm Kratz, Elfriede, wird zu 2 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt.

Wilhelm Kratz selbst hält sich nach dem militärischen Überfall auf die Niederlande seit dem 28. Mai 1940 in Belgien auf. Am 1. Januar 1942 wird er zusammen mit einem Kameraden auf einer Eissportveranstaltung in Antwerpen von zwei Sicherheitspolizisten erkannt. Er versucht zu fliehen und erschießt bei dem anschließenden Schußwechsel einen Polizisten und einen Wehrmachtsangehörigen. Er selbst wird verletzt verhaftet, der ihn begleitende Kamerad vermutlich erschossen. Das Sondergericht Essen verurteilt am 31. August 1942 Wilhelm Kratz zum viermaligen Tod. Die Hinrichtung wird am 5. Oktober 1942 im Polizeigefängnis Klingelpütz in Köln durch das Fallbeil vollstreckt.

Text: Armin Schulte

Stand: 16.4.2005

VerlegeortStresemannstraße 23
StadtteilWald
Verlegedatum04.04.2007

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