Stolpersteine

Moritz Marx

geboren: 23. März 1873 in Altenkirchen
gestorben: im Vernichtungslager Treblinka

Lebensweg

Der 1873 in Altenkirchen geborene Kaufmann Moritz Marx kommt 1898 nach Solingen. Er arbeitet als Geschäftsführer der Firma Louis Berg, Schuhwarenhaus „Zur Glocke", in der Kaiserstraße 158. Verheiratet ist er mit Laura Wolf (geboren: 13. März 1875 in Bergzabern/Pfalz), die am 4. August 1900 von Blieskastel zu ihrem Mann in Solingen zieht. Im April 1904 erwirbt Marx das Schuhhaus in der Kaiserstraße, im Adressbuch 1905 wirbt er stolz für die „denkbar beste Quelle solider und guter Schuhwaren."

Das Ehepaar bleibt kinderlos. Am 3. Oktober 1927 stirbt Laura Marx 52jährig in Sayn, einer jüdischen Heilanstalt bei Bendorf, an Herzschwäche und wird auf dem jüdischen Friedhof in Solingen beigesetzt. Der Grabstein trägt die Inschrift: „Es vertraute auf sie das Herz ihres Gatten und an Erwerb mangelts nicht." (Sprüche 31,11)

1931 wird das Schuhgeschäft von Amts wegen abgemeldet, im September 1933 zieht Marx als Mieter in die Florastraße 65. Im „Dritten Reich" arbeitet er seit November 1933 als Vertreter, muss seine Tätigkeit aber aufgrund der Gesetzgebung der Nationalsozialisten (Gesetz vom 6. Juli 1938 zur Änderung der Gewerbeordnung für das Deutsche Reich), die Juden die Ausübung bestimmter Berufe verbietet, im September 1938 aufgeben. Von 1938 bis 1941 wird Marx in den Listen der Synagogengemeinde als Kultusbeamter geführt.

1939 quartieren die Nationalsozialisten weitere Solinger Juden in die Florastraße 65 ein. Bis zu ihrer Auswanderung im April bzw. Juni 1939 leben hier Helene und Ilse Leven, am 15. April 1939 ziehen Alfred und Johanna Sobotki ein, im April 1940 Samuel Dessauer. Seit August 1941 werden die Bewohner nach und nach aus dem Haus ausquartiert und später deportiert. Moritz Marx weist man am 2. August 1941 in das jüdische Altersheim in der Straße der SA 73 (Friedrich-Ebert-Straße) in Elberfeld ein. Unter den Bewohnern trifft er auch auf seine Aachener Schwester Rosalie Marx (geboren: 18. Mai 1869 in Altenkirchen), die ihren Bruder 1935 und 1939 für mehrere Wochen in Solingen besucht hat.

Am 20. Juli 1942 deportieren die Nationalsozialisten die Bewohner des Wuppertaler Altersheimes in das KZ Theresienstadt. Auf Weisung des Reichssicherheitshauptamtes ab Düsseldorf ein Transport mit 997 vor allem älteren und gebrechlichen Juden für das KZ bereitzustellen. Am 21. September 1942 verschleppt man Moritz und Rosalie Marx laut dem vom Bundesarchiv herausgegebenen Gedenkbuch von Theresienstadt weiter in das Vernichtungslager Treblinka, wo sie zu einem unbekannten Zeitpunkt umgebracht werden.

Text: Armin Schulte

Stand: 4.10.2010

 

VerlegeortFlorastraße 15
StadtteilMitte
Verlegedatum06.12.2010

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