Stolpersteine

Willi Mertgen

geboren: 13. November 1903 in Solingen
gestorben: 26. März 1935 in Wuppertal

Lebensweg

Der Gesenkschmied Willi Mertgen heiratet am 23. März 1929 in Solingen die Arbeiterin Veronika Schnorr. Nach dem Januar 1933 beteiligt sich das Ehepaar aktiv am Widerstand der KPD gegen die nationalsozialistische Diktatur. Am 19. Februar 1935 verhaftet die Gestapo Willi Mertgen. Zusammen mit zwei weiteren Solinger Kommunisten wird er dem Haftrichter beim Amtsgericht Solingen vorgeführt, der Haftbefehl erlässt. Die Gestapo legt Mertgen zur Last, 30 Flugschriften verbreitet zu haben. Zudem sollen in der Wohnung des Ehepaares Zusammenkünfte von Funktionären der KPD stattgefunden haben. Mertgen wird am 27. Februar in das Strafgefängnis Wuppertal-Bendahl überführt. Was sich hier und während der Verhöre der Gestapo abspielt, lässt sich nur ansatzweise erahnen. Am 25. März lässt die Gefängnisverwaltung Mertgen als Notfallopfer mit Verdacht auf Herzverletzung in die Ferdinand-Sauerbruch-Krankenanstalten in der Arrenberger Straße verlegen. Die dortigen Ärzte können sein Leben nicht mehr retten. Im Sterbebuch, das erst nach dem Krieg eingesehen werden kann, heißt es: „Stichverletzung des Herzens. Schwere Kreislaufschwäche, Selbstmord. Mehrfache Stiche mit Sicherheitsnadel in das Herz. - Angeblich im Gefängnis Selbstmord verübt. gez. Dr. R."

In der Folgezeit wird auch Veronika Mertgen von der Gestapo festgenommen. Im August 1937 verdächtigt man sie der Betätigung für die „illegale KPD". Da man ihr jedoch nichts Konkretes nachweisen kann, entlässt man sie nur wenig später aus der Haft.

Text: Armin Schulte

Stand: 28.9.2008

Quellen
  • Landesarchiv NRW - Abteilung Rheinland - RW 58 Nr. 24936 und 27581.

 

VerlegeortBurgstraße 84
StadtteilMitte
Verlegedatum22.10.2009

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