Stolpersteine

Simon Meyerhoff

geboren: 29. September 1875 in Körbecke/Westfalen
gestorben: 9. Mai 1942 in Chelmno

Henriette Meyerhoff

geborene Breuer
geboren: 5. Mai 1879 in Tetz/Jülich
gestorben: 9. Mai 1942 in Chelmno

Lebensweg

Düsseldorfer Straße mit dem Geschäft von Meyerhoff

Henriette Breuer ist in erster Ehe mit Louis Marx aus Mönchengladbach verheiratet. Aus der Ehe gehen der Sohn Fritz (geboren: 14. September 1905) und die Tochter Grete Luise (geboren: 4. April 1907) hervor. Spätestens 1906 lebt Henriette Marx in Ohligs. Erstmalig wird sie im Adressbuch 1907 mit folgendem Eintrag aufgeführt: „Marx, Louis Ehefrau, Henriette geb. Breuer (...), Manufakturwarenhändlerin, Düsseldorfer Str. 43". Später wird die Hausnummer in Nr. 49 geändert.

Nach der Scheidung von ihrem Mann heiratet Henriette Marx am 9. November 1912 den aus Westfalen stammenden Metzgersohn Simon Meyerhoff. Meyerhoff zieht von Wiesbaden nach Ohligs. Das Geschäft, dessen Inhaberin Henriette Meyerhoff bleibt, wird nach der Hochzeit in „S. Meyerhoff, vorm. H. Marx, Manufakturwaren" umbenannt. Im September 1931 geht das Modegeschäft in Konkurs und wird am 1. April 1932 (vorübergehend) abgemeldet.

Am 21. November 1933 zieht das Ehepaar in die Düsseldorfer Straße 17 um. Das Geschäft kann wohl auch in den ersten Jahren des NS-Staates in gewissem Umfang weiterbetrieben werden. Nach der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 muss es jedoch endgültig aufgeben werden.

Am 3. August 1939 zieht das Ehepaar Meyerhoff in das Haus von Toni Michelson und Berthold Westheimer in der Malteserstraße 23. In diesem und anderen Häusern jüdischer Besitzer werden vom Wohnungsamt jüdische Familien zwangsweise zusammengelegt. Knapp zwei Jahre später wird das Ehepaar am 26. Oktober 1941 zusammen mit fünfzehn weiteren Solinger Juden nach Litzmannstadt (Lodz) in das dortige Ghetto deportiert. Sie gehören zu den ersten Opfern der Massentransporte in das Vernichtungslager Chelmo. Am 9. Mai 1942 werden sie zwangsweise nach Chelmno abtransportiert und im Gaswagen umgebracht. Dagegen gelingt beiden Kindern während der 1930er Jahren die Auswanderung in die USA, wo sie auch nach dem Krieg wohnen.

Text: Armin Schulte

Stand: 16.12.2009

Literaturhinweis
  • Sassin, Horst: Deportiert in das Ghetto Litzmannstadt 1941. Die Schicksale der Solinger Juden geklärt, in: Die Heimat, Heft 25, 2009/2010, S. 74ff.

 

VerlegeortDüsseldorfer Straße 17
StadtteilOhligs/Aufderhöhe/Merscheid
Verlegedatum27.09.2004

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