Stolpersteine

Ernst Moll

geboren: 29. Februar 1892 in Solingen-Höhscheid
gestorben: 13. April 1944 in Wuppertal

Lina Moll

geborene Ern
geboren: 3. Juni 1894 in Solingen-Höhscheid
gestorben 11. Mai 1962 in Solingen

Lebensweg

Der Messerschleifer Ernst Moll und seine Ehefrau Lina bleiben auch nach dem 30. Januar 1933 ihrer politischen Überzeugung treu und beteiligen sich am Widerstand der KPD. In den ersten Jahren nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung" gerät das Ehepaar Moll aber im Unterschied zu vielen anderen Solinger Kommunisten nicht in die Mühlen des NS-Unterdrückungsapparats. Die Verfolgungsmaßnahmen des NS-Regimes zerschlagen den organisierten kommunistischen Widerstand in Solingen spätestens 1937 vollkommen. Erst nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 bemüht sich die KPD wieder verstärkt, an alte Verbindungen anzuknüpfen und neue illegale Organisationen aufzubauen.

Willi Seng, der zur Leitung des kommunistischen Widerstands in Westdeutschland gehört, besucht in dieser Absicht 1942 das Ehepaar Moll, die er schon 1934 mit illegalen Zeitschriften versorgt hat. Willi Seng erhält bei den Eheleuten Moll nicht nur Unterkunft. Ernst und Lina Moll erklären sich trotz der großen Gefahren und drohender hoher Strafen bereit, illegales Material zu verbreiten. Das Ehepaar verteilt einige Nummern des „Friedenskämpfers" sowie die Kleinausgabe der Zeitung der KPD-Niederrhein, die „Freiheit".

Am 20. Januar 1943 gelingt es der Gestapo, Willi Seng in Köln zu verhaften. In der Folge werden auch seine Verbindungen nach Solingen aufgedeckt. Ab dem 13. März 1943 erfolgt die Festnahme von sechs Mitgliedern der Widerstandsgruppe Seng in Solingen: die Ehepaare Ernst und Lina Moll, Karl und Hedwig Müller, Johanne und Willi Westphal.

Willi Seng wird am 27. Juli 1944 in Köln hingerichtet. Ernst Moll stirbt noch während der Untersuchungshaft am 13. April 1944 in einer Zelle in Wuppertal-Bendahl. Lina Moll wird nach Haftaufenthalten an verschiedenen Orten am 15. August 1944 durch den II. Senat des Volksgerichtshofs Berlin in Bielefeld wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens" zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Haft verbüßt sie in Bielefeld, Lübeck, Cottbus, Jauer und Bremen. Am 12. Mai 1945 wird Lina Moll aus der Frauenvollzugsanstalt Lübeck-Lauerhof in die Freiheit entlassen, muss jedoch noch wegen ihres angegriffen Gesundheitszustandes drei Monate im dortigen Krankenhaus verbringen.

Text: Armin Schulte

Stand: 16.4.2005

VerlegeortKöcherstraße 35
StadtteilBurg/Höhscheid
Verlegedatum07.02.2006

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