Stolpersteine

Wilhelm Reeks

geboren: 2. Mai 1904 in Solingen-Wald
gestorben: 20. Juni 1943 in Düsseldorf

Lebensweg

Wilhelm Reeks

Nach seiner Entlassung aus der Schutzhaft im KZ Börgermoor am 4. April 1934 stellt sich der Maurer und ehemalige kommunistische Funktionär in Höhscheid, Wilhelm Reeks, erneut der KPD zur Verfügung. Da er der Polizei bekannt ist, übernimmt er beim Aufbau des kommunistischen Widerstandes in Solingen keine Position, sondern wirkt als politischer Berater aus dem Hintergrund. Nach späterer Einschätzung der staatlichen Verfolgungsorgane ist er jedoch die Führungspersönlichkeit der Widerstandsarbeit in Solingen.

Mitte 1934 holt ihn Ernst Bertram, der die kommunistische Partei in Wuppertal wieder aufbauen soll, in die Nachbarstadt. Reeks leitet vermutlich sämtliche Nebenorganisationen der KPD und instruiert verschiedene Betriebsgruppen der Partei. Im Zuge der Verhaftungswelle der Gestapo gegen die KPD im Wuppertal wird auch Reeks Anfang 1935 festgenommen. Am 22. November 1935 wird er durch den Volksgerichtshof im so genannten „Wuppertaler Gewerkschaftsprozess" wegen „Vorbereitung zum Hochverrat" zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt.

Eine NS-Zeitung kommentiert das Urteil: „Wenn auch die Verhandlung eine genaue Feststellung seiner Tätigkeit nicht erbrachte, so ging allein schon aus seinen eigenen Einlassungen hervor, daß in seiner Hand die Fäden der Bezirke Wuppertal und Velbert zusammenliefen, und daß auch seine Verbindung nach Solingen nicht abgerissen war. Er gehörte zu den Angeklagten, von denen das Volksgericht sagte, daß sie besonders gemeingefährliche Menschen für Volk und Staat seien, und daß durch ihr unverantwortliches Handeln Hunderte von anderen Menschen ebenfalls unter Anklage des Hochverrats gestellt worden seien."

Am 6. Dezember 1935 wird Reeks in die Strafanstalt Lüttringhausen verlegt. Später meldet er sich dort zu einem Bombensprengkommando, dass nach Luftangriffen auf die umliegenden Städte Blindgänger beseitigt. Am 20. Juni 1943 kommt er in Düsseldorf bei der Sprengung einer Bombe ums Leben. Er hinterlässt Frau und eine minderjährige Tochter.

Text: Armin Schulte

Stand: 16.4.2005

VerlegeortBergerstraße 63
StadtteilBurg/Höhscheid
Verlegedatum07.02.2006

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