Stolpersteine

Werner Schütz

geboren: 21. März 1914 in Solingen-Wald,
gestorben: 26. Februar 1942 im Zuchthaus Dreibergen-Bützow

Lebensweg

Der Schlosser Werner Schütz gehört der evangelischen Gemeinde in Wald an. Nach der späteren Aussage seiner Frau ist er aus religiösen Gründen Kriegsgegner. Er entgeht jedoch nicht der Einberufung zur Wehrmacht. Am 28. Juli 1939 schreibt der Soldat verzweifelt an seine Eltern: „Ich habe so Sorgen um Alles, ich leide furchtbar hier. Ein paarmal bin ich schon zusammengeklappt. Meine Nerven sind vollkommen erledigt. Die Sache ist jetzt wirklich wahr, daß gegen Polen vorgegangen wird. Hier ist alles kriegsmarschmässig verpackt. Scharfe Munition, alles ist fertig. Ich habe so Angst, daß ich Euch nicht mehr wiedersehe. Das könnte ich nicht ertragen. Wir werden hier behandelt wie Verbrecher, ich ertrage das nicht mehr. Wenn es Krieg gibt, dann tue ich mir erst was an, als wenn ich mich für diese Halunken kaputt schießen lasse."

1941 wird er als Wehrmachtsangehöriger aus unbekannten Gründen verhaftet und von August bis Oktober in Wuppertal und in Köln festgehalten. Auf dem Rücktransport nach Wuppertal gelingt ihm am 10. Oktober 1941 die Flucht. Er lebt bis zu seiner erneuten Verhaftung am 28. November illegal bei seiner Familie. Am 12. Dezember 1941 wird er vom Kriegsgericht Schwerin wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt, das Urteil anschließend in 15 Jahre Haft umgewandelt. Verzweifelt schreibt er an seine Eltern, bittet seinen Vater um Fluchthilfe, denn die lange Haftzeit werde er nicht überleben. Am 26. Februar 1942 erhängt er sich in seiner Zelle im Zuchthaus Dreibergen-Bützow im Kreis Güstrow.

Text: Armin Schulte

Stand: 16.4.2005

 

VerlegeortSchlossstraße 33
StadtteilWald
Verlegedatum07.02.2006

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