Stolpersteine

Karl Wallach

geboren: 1. Dezember 1897 Eilendorf bei Aachen
gestorben: im KZ Auschwitz (mit Datum vom 8. Mai 1945 für tot erklärt)

Lebensweg

Der Kaufmann Karl Wallach zieht 1927 von Gelsenkirchen nach Ohligs, wo er zunächst in der Düsseldorfer Strasse wohnt. Am 12. Januar 1931 bringt seine Ehefrau Hilde (geborene Koopmann; geboren am 17.11.1900 in Goch) die gemeinsame Tochter Margot Johanna zur Welt, 1932 zieht die Familie in die Talstraße 38.

Seit 1927 betreibt Karl Wallach zusammen mit Albert Oster das Textilwaren-Detailgeschäft Oster & Co. auf der Düsseldorfer Straße 26. Teilweise sind dort bis zu elf Hilfskräfte beschäftigt. 1932 wird das Geschäft auf Frau Wallach übertragen und firmiert nun unter „Oster & Co. Nachfahren". Aufgrund der 1933 einsetzenden Boykottmaßnahmen gegen jüdische Geschäfte geht die Firma im Oktober 1934 in Konkurs. Noch im selben Monat meldet Karl Wallach ein Gewerbe als Provisionsvertreter für Textil-Kurzwaren an und unterhält bis 1938 ein Stoff-Etagengeschäft.

Als im November 1938 im Anschluss an die Reichspogromnacht mehr als 25.000 jüdische Männer in Deutschland in Konzentrationslager eingeliefert werden, zählt auch Karl Wallach zu den Opfern. Er wird am 10. November von der Gestapo Solingen in Schutzhaft genommen und am 16. in das KZ Dachau überführt. Am 18. Dezember 1938 wird er von dort entlassen. Seine Tochter hat inzwischen nach nur eineinhalbjährigem Besuch die Volksschule verlassen müssen.

Im April 1939 wandert die Familie Wallach nach Belgien aus, wo sie sich in Brüssel niederlässt. Der Besitz der Familie muss zuvor für die Auswanderung zu Niedrigstpreisen verkauft werden. Nach dem deutschen Überfall auf Belgien im Mai 1940 wird Karl Wallach, wie andere Ausländer auch, interniert und später in Lagern in Südfrankreich festgehalten. Ab Juli 1942 liefert die französische Vichy-Regierung auch Juden aus der unbesetzten Zone Frankreichs an Deutschland aus. Auch Karl Wallach wird am 26. August 1942 in das KZ Auschwitz verschleppt, wo er ums Leben kommt.

Hilde und Margot Wallach bleiben in Belgien zurück. Noch bis Mai 1942 kann Margot dort eine öffentliche Schule besuchen, dann ist ihre Schulbildung nach nur wenigen Jahren endgültig beendet. Im Juni 1942 werden auch die Juden in Belgien und Nordfrankreich zum Tragen des Judensterns gezwungen. Jedoch entgehen Mutter und Tochter der Deportation. Nach Kriegsende siedeln sie in die USA über, wo sie sich in New York niederlassen. 1955 wird Karl Wallach auf Antrag seiner Ehefrau für tot erklärt.

Text: Armin Schulte

Stand: 6.11.2006

VerlegeortDüsseldorfer Straße 26
StadtteilOhligs/Aufderhöhe/Merscheid
Verlegedatum07.02.2006

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