Stolpersteine

Paula Weissfeldt

geborene Gompertz
geboren: 3. Dezember 1884 in Emmerich
gestorben: 06. Mai 1942 in Chelmno

Lebensweg

Alex Weissfeldt (geboren am 9. September 1882) eröffnet nach 1900 zusammen mit seinem älteren Bruder Adolf (geboren 1881) auf der Kaiserstraße 157 (heute: Hauptstraße) das Herrenkonfektionsgeschäft Gebr. Weissfeldt. Um 1912 heiratet Alex die aus Emmerich stammende Paula Gompertz. Am 10. Juni 1913 wird der Sohn Lothar geboren. Die Brüder Weissfeldt nehmen als Soldaten am Ersten Weltkrieg teil, Adolf fällt 1915. Alex Weissfeldt, der die Firma nun alleine weiterführt, ist lange Jahre Repräsentant der Synagogengemeinde Solingen.

Am 23. März 1937 stirbt Alex Weissfeldt in Köln. Paula Weissfeldt wird nun alleinige Inhaberin der Firma „Gebrüder Weissfeldt", deren Adresse nach der Umbenennung der Hauptstraße seit 1935 Auf der Börse 43 lautet. Im Zuge der von den Nationalsozialisten betriebenen Enteignungspolitik wird das Geschäft 1938 „arisiert". Paula Weissfeldt muss die Firma zum 1. Oktober an ihren Geschäftsführer Kuschwart übergeben.

Paulas Sohn Lothar Weissfeldt, der von 1935 bis 1937 zwei Jahre in Berlin gelebt hat, studiert seit April 1937 in Prag. Paula selbst zieht nach der Abschiebung ihres Schwagers Abraham Rosenbaum (geboren am 14. Oktober 1884) nach Polen am 8. November 1938 in dessen Haus in der Düsseldorfer Straße 46. Am 20. Mai 1939 meldet sie sich dann unter der Adresse des Ehepaares Simon und Henriette Meyerhoff, Düsseldorfer Straße 17, an. Im August 1939 zieht sie schließlich auf Weisung der Wohnungsbehörde zusammen mit Meyerhoffs in die Malteserstraße 23 um. Ihr Sohn emigriert im selben Jahr nach England, wo er sein Studium fortsetzt. Auf ein Telegramm seiner Mutter, abgesandt am 30. September 1941 über das Rote Kreuz, antwortet Lothar Weissfeldt am 13. Dezember 1941: „Sehr froh, von Dir wieder zu hören. Hoffe Dich gesund und beruhigt. Hier alles in Ordnung. Mache Dir keine Sorge um mich. Grüße, Küsse Lothar." Zu dieser Zeit haben die Behörden Paula Weissfeldt bereits mit dem ersten Sammeltransport Solinger Juden am 26. Oktober 1941 in das Ghetto von Litzmannstadt (Lodz) deportiert. Von dort aus wird sie am 6. Mai 1942 in das Vernichtungslager Chelmno verschleppt und vergast.

Das weitere Schicksal Lothar Weissfeldts in England ist unbekannt.

Text: Armin Schulte

Stand: 30.5.2005

VerlegeortHauptstraße 43 / Rostertreppe
StadtteilMitte
Verlegedatum26.08.2005

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