Berufskraftfahrer-Qualifikation

Wer gewerblich Bus oder LKW führen will, muss eine Grundqualifikation erwerben und in regelmäßigen Abständen Weiterbildungslehrgänge besuchen.

Wer ist von dieser Regelung betroffen?

Grundsätzlich sind alle Personen davon betroffen, die gewerblichen Personenverkehr mit Bussen oder gewerblichen Güterverkehr mit LKW durchführen.

Wer muss eine Grundqualifikation erwerben?

Personen,

  • denen nach dem 09.09.2008 eine Fahrerlaubnis der Klassen D1, D1E, D oder DE erteilt worden ist

oder

  • denen nach dem 09.09.2009 eine Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C oder CE erteilt worden ist.
Was ist mit Personen, die eine Fahrerlaubnis der Klassen D1, D1E, D oder DE oder eine gleichwertige Klasse besitzen, die vor dem 10.09.2008 erteilt wurde?

Für diese Personen gilt eine Regelung zur Wahrung des Besitzstandes. Sie müssen daher keine Grundqualifikation erwerben. Allerdings muss dieser Personenkreis alle 5 Jahre an einer Weiterbildung teilnehmen.

Was ist mit Personen, die eine Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C oder CE oder eine gleichwertige Klasse besitzen, die vor dem 10.09.2009 erteilt wurde?

Für diese Personen gilt eine Regelung zur Wahrung des Besitzstandes. Sie müssen daher keine Grundqualifikation erwerben. Allerdings muss dieser Personenkreis zwischen dem 10.09.2009 und dem 10.09.2014 eine Weiterbildung abschließen, und danach alle 5 Jahre an einer Weiterbildung teilnehmen.

Wie erfolgt die Weiterbildung?

Die Weiterbildung wird durch die Teilnahme an einem Unterricht bei einer anerkannten Ausbildungsstätte durchgeführt. 

Was sind anerkannte Ausbildungsstätten?

Als anerkannte Ausbildungstätten gelten

  •  Fahrschulen, die eine Fahrschulerlaubnis für die Klassen CE oder DE besitzen.
  • Fahrschulen und Fahrlehrerausbildungsstätten von Behörden, wie z. B. der Bundeswehr.
  • Ausbildungsbetriebe, die eine Berufsausbildung in den Ausbildungsberufen "Berufskraftfahrer/Berufskraftfahrerin" oder "Fachkraft im Fahrbetrieb" oder einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, in dem vergleichbare Fähigkeiten und Kenntnisse zur Durchführung von Fahrten auf öffentlichen Straßen vermittelt werden.
  • Bildungseinrichtungen, die eine Umschulung zum Berufskraftfahrer/zur Berufskraftfahrerin oder Fachkraft im Fahrbetrieb nach den Berufsbildungsgesetz durchführen
  • Sonstige Ausbildungsstätten, die eine staatliche Anerkennung nach § 7 Abs. 2 BKrFQG erhalten haben.
    Hinweis: In Nordrhein-Westfalen erfolgt die staatliche Anerkennung durch die Bezirksregierungen.

benötigte Unterlagen

  • Führerschein
  • Personalausweis oder Reisepass
  • ein Passbild ( Biometrietauglich, nicht älter als ein Jahr )
  • Nachweise über die abgeschlossene Weiterbildung ( 5 Module ) bei gleichzeitiger Verlängerung zusätzlich:
  • augenärztliche Untersuchung
  • ärztliche Untersuchung
  • testpsychologische Untersuchung ( ab dem, 50. Lebensjahr für Klassen D, D1 D1E und DE )

 

Die Bearbeitungszeit nimmt ca.4 Wochen in Anspruch

Ein Passbildautomat ist im Untergeschoß der Gasstr. vorhanden.

Preis / Kosten

  • 52,60 € Kartenführerschein mit Nachtrag Schlüsselzahl
  • 71,20 € Kartenführerschein mit Verlängerung und Nachtrag der Schlüsselzahl
  • 13,00 € Führungszeugnis ( für Klassen D, D1, D1E und DE )

Hinweise

Die Grundqualifikation kann auf unterschiedliche Weise erworben werden:

  • Durch die erfolgreiche Ablegung einer theoretischen und praktischen Prüfung bei einer Industrie- und Handelskammer.
  • Durch den Abschluss einer Berufsausbildung in den Ausbildungsberufen "Berufskraftfahrer/Berufskraftfahrerin" oder "Fachkraft im Fahrbetrieb" oder einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, in dem vergleichbare Fertigkeiten und Kenntnisse zur Durchführung von Fahrten mit Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen vermittelt werden.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin eine beschleunigte Grundqualifikation zu erwerben. Voraussetzung für die beschleunigte Grundqualifikation ist

  • Teilnahme am Unterricht bei einer anerkannten Bildungsstätte. (Anerkannt sind z. B. Fahrschulen, die eine Fahrschulerlaubnis für die Klassen CE oder DE haben).
  • die erfolgreiche Ablegung einer theoretischen Prüfung bei einer Industrie- und Handelskammer.

Über die erfolgreiche Prüfung ist der Fahrerlaubnisbehörde ein Nachweis vorzulegen. Die Fahrerlaubnisbehörde trägt dann die Schlüsselzahl 95 mit einem Ablaufdatum von 5 Jahren in den Kartenführerschein ein oder stellt Kraftfahrzeugführer aus Drittstaaten eine Bescheinigung nach der Anlage 3 der Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung aus.

  • Der Nachweis über den Besitz der Qualifikation wird bei Inhabern einer Fahrerlaubnis aus einem Staat der Europäischen Union (EU) oder eines Vertragsstaates über den europäschen Wirtschaftsraum (EWR) durch den Eintrag der Schlüsselzahl 95 in den Kartenführerschein geführt.
  • Personen aus Staaten, die nicht der Europäischen Gemeinschaft oder eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum angehören und für ein Unternehmen mit Sitz in der EU oder EWR gewerblichen Güterverkehr oder gewerblichen Personenverkehr ausführen, wird von der Fahrerlaubnisbehörde eine Bescheinigung ausgestellt, dass die Voraussetzungen nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz vorliegen.
  • Personen, die vor dem 10.09.2008 die Fahrerlaubnis der Klasse D1, D1E, D oder DE erteilt bekommen haben, gelten als qualifiziert. Dieser Personenkreis braucht die Grundqualifikation nicht durch Ablegung einer Prüfung vor einer Industrie- und Handelskammer erwerben (Besitzstand).
  • Das vorgenannte gilt auch für Personen, denen die Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C oder CE vor dem 10.09.2009 erteilt worden ist.

Rechtliche Grundlagen

  • Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG)
  • Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung (BKrFQV)

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