Ausländer: Reiseausweis für Flüchtlinge / Staatenlose / subsidiär Schutzberechtigte Ausländer

Alle Ausländerinnen und Ausländer sind verpflichtet, einen anerkannten und gültigen Pass oder Passersatz zu besitzen.

Nur in besonderen Ausnahmefällen dürfen deutsche Passersatzpapiere an nicht deutsche Staatsangehörige ausgestellt werden, da hiermit regelmäßig ein Eingriff in die Passhoheit eines anderen Staates verbunden ist.

Einige Passersatzpapiere werden auf Grund völkerrechtlicher Verpflichtungen ausgestellt (zum Beispiel nach der Genfer Konvention oder dem Staatenlosenübereinkommen).Es handelt sich hierbei um Reiseausweise für Flüchtlinge.

Ein Reiseausweises für Flüchtlinge erhalten zum Beispiel Personen,

  • die durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge als asylberechtigt anerkannt wurden,
  • denen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Flüchtlingseigenschaften zuerkannt hat,
  • die die Rechtsstellung als Heimatlose Ausländer besitzen.

Ein Reiseausweis für Staatenlose wird an Personen ausgestellt,

  • die sich rechtmäßig in Deutschland aufhalten und
  • keine Staatsangehörigkeit (mehr) besitzen.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt werden, können dennoch Gründe vorliegen, die der Ausstellung eines Reiseausweises für Flüchtlinge oder Staatenlose entgegen stehen. Die Prüfung kann ausschließlich durch das Ausländer- und Integrationsbüros unter Betrachtung des Einzelfalles erfolgen.

Ein Reiseausweis für Flüchtlinge oder Staatenlose wird für maximal 3 Jahre als so genannter ePass (mit Speichermedium) ausgestellt. Eine Verlängerung dieser Dokumente ist nicht möglich.

Nur in besonderen Fällen darf ein vorläufiger Ausweis (ohne Speichermedium) für maximal 1 Jahr ausgestellt werden, zum Beispiel, wenn bis zur Herstellung des ePasses eine wichtige Reise vereitelt würde (muss nachgewiesen werden).

Kinder bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres erhalten ebenfalls einen Ausweis ohne Speichermedium (auf besonderen Wunsch auch mit Speichermedium).

Der Geltungsbereich eines Reiseausweises für Flüchtlinge schließt in der Regel das Heimatland aus.

Die Beantragung kann nur persönlich erfolgen. Bitte vereinbaren Sie hierzu unbedingt einen Termin.

benötigte Unterlagen

  • Ihren Pass oder Passersatz (Ausweis)
  • ein aktuelles biometrisches Passbild
  • Wenn der Antrag für ein noch nicht 16 Jahre altes Kind durch nur ein Elternteil gestellt wird: Einverständniserklärung sowie der Pass des anderen Sorgeberechtigten oder der Nachweis über das alleinige Sorgerecht.

 

Preis / Kosten

Für die Ausstellung eines Reiseausweises für Flüchtlinge / Staatenlose oder Ausländer, die subsidiär Schutzberechtigt sind

  • ab Vollendung des 24. Lebensjahres 59,00 Euro (ab dem 01.09.2017: 60,00 Euro)
  • bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres 37,50 Euro (ab dem 01.09.2017: 38,00 Euro)
  • bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres 13,00 Euro (ab dem 01.09.2017: 14,00 Euro)
  • die Ausstellung eines vorläufigen Reiseausweises 30,00 Euro (ab dem 01.09.2017: 26,00 Euro)

Fristen

4 bis 6 Wochen bei ePässen (die Ausstellung erfolgt über die Bundesdruckerei in Berlin)

Die Ausstellung vorläufiger Reiseausweisen ohne Speichermedium erfolgt kurzfristig - unter Berücksichtigung der individuellen Erfordernisse.

Hinweise

Der Reiseausweis kann auch von einer bevollmächtigten Person abgeholt werden (ab 16 Jahren). Bitte nutzen Sie hierfür das dafür vorgesehene Vollmachtformular, welches Sie nebenstehend unter "Downloads" aufrufen können.

Rechtliche Grundlagen

Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (Aufenthaltsgesetz - AufenthG)

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