Bienenhaltung

Das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (BVLA) ist zuständig für die Bienenhalter in den Städten Solingen, Remscheid und Wuppertal.

Wanderbescheinigungen

Wanderungen innerhalb der drei Städte sind dem BVLA schriftlich mitzuteilen.

Das Wandern und Verbringen einschließlich Verkauf an Standorte außerhalb der Städte Solingen, Remscheid oder Wuppertal ist nur mit amtstierärztlicher Bescheinigung erlaubt.

Voraussetzung für den Erhalt der amtstierärztlichen Bescheinigung
  • Klinische Untersuchung und Probennahme durch vom Amt anerkannte Bienensachverständige
  • Ein negativer Untersuchungsbefund einer Futterkranzprobe

Probenahmen im eigenen Bestand im Rahmen von Eigenkontrollen ersetzen keine amtlich durchgeführten Untersuchungen / Probenahmen.

Die Bienensachverständigen sind verpflichtet, Ihre Fortbildung regelmäßig nachzuweisen, um amtlich anerkannt zu werden.

Die amtlich anerkannten Bienensachverständigen, und somit Ansprechpartner für Sie, entnehmen Sie bitte der Liste unter Downloads.

Bienen bitte nicht füttern

In letzter Zeit häufen sich Berichte über wohlmeinende Naturfreunde, die zur Unterstützung von Honigbienen und/oder Wildbienen Zuckerlösungen oder sogar Honig im Freien als „Bienenfutter" bereitstellen.
Honige, die als Lebensmittel im Handel erhältlich sind, enthalten in vielen Fällen einen für Bienen gefährlichen Krankheitserreger, der bei diesen die Amerikanische Faulbrut der Bienen, eine schwere Erkrankung der Bienenbrut, auslöst.
Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die für den Menschen zwar völlig ungefährlich ist, sich aber schnell von Bienenvolk zu Bienenvolk verbreiten und dabei Tierverluste zur Folge haben kann.
Befallen wird ausschließlich die Bienenbrut, d.h. die nachgezogenen Larven. Befallene Bienenlarven sterben noch vor der Entwicklung zur Arbeiterin ab, so dass das gesamte Bienenvolk geschwächt wird. Starker Befall kann sogar zum Absterben von Bienenvölkern führen. In seiner Sporenform kann der Erreger sowohl in der Umwelt als auch in Wachs oder Honig über eine lange Zeit überleben.
Auch das Anbieten von Zuckerlösungen an für Bienen zugänglichen Stellen ist grundsätzlich abzulehnen, da es hierdurch (je nach Jahreszeit und Trachtverhältnissen) zur Verfälschung des produzierten Honigs kommt.
So wird durch die Honigverordnung vorgegeben, dass unter Honig nur „der natursüße Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen oder Sekrete lebender Pflanzenteile oder sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, durch Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen umwandeln, einlagern, dehydratisieren und in den Waben des Bienenstocks speichern und reifen lassen." (s. § 1 in Verbindung mit Anlage 1 Abschnitt I Honigverordnung). D.h. für die Honigproduktion dürfen nur von Honigbienen gesammelter Blütennektar oder die gesammelten Sekrete von Insekten (hier Blattläuse), die sich vom Pflanzensaft lebender Pflanzen ernähren, verwendet werden.
Wenn die Sammlerinnen eines Bienenvolkes hingegen in Schalen angebotene Zuckerlösung anstelle von echtem Blütennektar eintragen, so darf der hieraus von den Bienen produzierte Futtersirup nicht mehr als Honig in Verkehr gebracht werden.
Wenn sich nach der letzten „Honigernte" für das Jahr zeigt, dass die Futtervorräte des Bienenvolkes für den anstehenden Winter zu knapp sind, versorgen die Imker*innen ihre Bienenvölker mit einer geeigneten Futterlösung. Ab diesem Zeitpunkt darf aus lebensmittelrechtlicher Sicht kein Honig mehr gewonnen werden. Diese Fütterung an sich erfolgt innerhalb der Bienenwohnungen, so dass die Futterlösung nur für die Bienen des jeweiligen Volkes zugänglich ist und damit von Sammlerinnen anderer Völker, von denen ggf. noch Honig gewonnen werden soll, nicht aufgenommen werden können.
Wildbienenarten sind hingegen häufig sehr spezialisiert auf bestimmte Trachtquellen, so dass hier durch eine künstliche Fütterung kaum ein geeignetes Nahrungsangebot geschaffen werden kann.
Sowohl für Honigbienen als auch für die verschiedenen bei uns heimischen Wildbienenarten ist und bleibt damit die Bepflanzung des eigenen Gartens oder Balkons mit nektar- und pollenreichen Blühpflanzen sowie das Anbieten geeigneter Nisthilfen die effektivste Hilfe zum Erhalt der Populationen.

 

Rechtliche Grundlagen

Bienenseuchen-Verordnung, Tierseuchengesetz

Erfahren Sie mehr...

Kontakt