Schmallenberg-Virus

Das Schmallenberg-Virus wurde Mitte Januar auch im bergischen Städtedreieck festgestellt.

Der Verdacht auf das Schmallenbergvirus wurde erstmalig am 24.01.2012 in einem Schafe haltenden Betrieb des bergischen Städtedreiecks bestätigt. Derzeit ist in fünf Schafsbetrieben der Schmallenberg-Virus nachgewiesen worden. In zwei weiteren Betrieben bestand jeweils bei einem Kalb - aufgrund der vorliegenden Symptomatik - der Verdacht auf das Schmallenbergvirus. Eine Untersuchung zum Nachweis der Verdachtsdiagnose wurde in diesen beiden Fällen nicht durchgeführt.

Seit September 2011 ist es in den Niederlanden und am Niederrhein bei Schafen, Ziegen und Rindern zu Erkrankungen gekommen. Bei erwachsenen Tieren, vor allem bei Rindern, wurden lediglich milde Symptome wie Milchrückgang, Fieber und Durchfall festgestellt. Waren Muttertiere betroffen, so erholten sich diese relativ schnell wieder. Allerdings konnte nachwiesen werden, dass die Infektion den Fetus (= ungeborene Tiere, deren Organwachstum noch nicht abgeschlossen ist; ca. ab dem 2. Drittel der Trächtigkeit) in seiner Entwicklung schwer schädigt.

Je nachdem in welcher Phase der Embryofetalentwicklung (= 1. Drittel der Trächtigkeit, wo die Organanlegung von dem Organwachstum abgelöst wird) das ungeborene Tier infiziert wird, kommt es zu Aborten (vorzeitigen Beendigung der Trächtigkeit), mumifizierten Feten, Früh- oder Todgeburten sowie der Ausbildung lebensschwacher, missgebildeter Lämmer und Kälber. Häufige Missbildungen sind dabei vor allem Gelenksteife und Sehnenverkürzungen, Schiefhals und ein Wasserkopf.

Das Friedrich-Löffler-Institut hat in diesem Zusammenhang im November 2011 aus einem infizierten Tier in der Gemeinde Schmallenberg ein Virus isoliert, das als Erreger in Betracht kommt. Es handelt sich um ein Orthobuyavirus, das eine enge Verwandtschaft zu Viren der Simbu-Serogruppe aufweist, zu der auch das Akabane-Virus gehört. Die größte Ähnlichkeit besteht zum Shamonda-Virus aus dieser Serogruppe. Die Akabane-Krankheit ist seit langem bekannt, das Krankheitsbild des Schmallenberg- Virus ist diesem sehr ähnlich.

Die bisher bei den Tieren festgestellte Erkrankung ist nicht auf den Menschen übertragbar und stellt somit kein Gesundheitsrisiko dar. Es handelt sich somit nicht um einen Zoonoseerreger (= übertragbare Erkrankung von Tieren auf Menschen).

Die Diagnostik der Erkrankung erfolgt derzeit durch pathologische und histologische Untersuchungen an Feten. Wenn dabei der Verdacht "Schmallenberg-Virus" entsteht, werden Proben an das FLI versandt und dort mit der PCR-Methode (= Polymerase-Chain-Reaction) untersucht.

Es besteht die Möglichkeit für Tierhalter mit Tieren, die schmallenbergähnliche Symptome zeigen, zur genauen Feststellung der Erkrankung missgebildete bzw. frühgeborene Lämmer und Kälber im Chemischen Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper (CVUA RRW), Deutscher Ring 100 in Krefeld untersuchen zu lassen.

Dazu müssen betroffene Tierhalter den Verdacht beim Bergischen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt melden, damit diese dann den Untersuchungsauftrag an das CVUA RRW weitergeben können. Im Anschluss daran können die Tierhalter Ihre zu untersuchenden Tiere nach Krefeld ins CVUA RRW bringen. Die Untersuchungskosten werden durch das Land getragen.

Anspruch auf Entschädigungen bzw. Beihilfen aus der Tierseuchenkasse NRW bestehen zurzeit nicht.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz beabsichtigt eine Meldepflicht einzuführen; hierzu muss jedoch ein Gesetzgebungsverfahren durchgeführt werden. Dies dauert zurzeit noch an.

Die Amtstierärztin rät den Tierhaltern von Schafen, Ziegen und Rindern bei dem Verdacht auf das Schmallenbergvirus umgehend das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu verständigen und eine Untersuchung der Kälber und Lämmer durchführen zu lassen.

Bei Fragen hinsichtlich der Untersuchung auf das Schmallenbergvirus steht Ihnen das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (BVLA) gerne zur Verfügung).

 

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