Tierseuchenbekämpfung

Nach wie vor stellen Tierseuchen eine ständige Bedrohung dar. Davon betroffen sind verschiedene Teile unserer Gesellschaft.

Die tierhaltende Landwirtschaft ist bei ausgedehnten Seuchenzügen in ihrer Existenz gefährdet. Maßnahmen der Veterinärverwaltung zur Bekämpfung von Tierseuchen können für einzelne Landwirte so gravierend sein, dass trotz eventueller Entschädigungen aus Mitteln der Tierseuchenkasse und des Landes eine wirtschaftliche Weiterführung des Betriebes unmöglich wird.

Die fleischverarbeitende Industrie ist technisch, personell und organisatorisch darauf ausgerichtet, das von der Landwirtschaft erzeugte Schlachtvieh zu verarbeiten. Ausgedehnte Seuchenzüge können dazu führen, dass es regional auch über längere Zeiträume zu einer Verknappung des angebotenen Schlachtviehs kommt. Die Kapazitäten der Schlachthöfe können nicht ausgelastet werden. Betriebswirtschaftliche Verluste, Kurzarbeit, Entlassungen und im Extremfall Betriebsstilllegungen können die Folge sein.

Die öffentlichen Haushalte sind von jedem Seuchengeschehen betroffen. Entschädigungen für auf amtliche Anordnung getötete Tiere werden je zur Hälfte aus Mitteln der Tierseuchenkasse und aus Mitteln des Landes gezahlt. Darüber hinaus können stützende marktwirtschaftliche Maßnahmen erforderlich werden. Von diesen Maßnahmen sind dann die Haushalte der Europäischen Union, des Bundes und der Länder betroffen.

Die Verbraucher als letztes Glied in der Kette müssen damit rechnen, bei einer durch Tierseuchen herbeigeführten Verknappung von Fleisch und Fleischprodukten höhere Endpreise zu zahlen. Andererseits können im Rahmen eines Seuchengeschehens geführte, teilweise unsachliche Diskussionen über den unbedenklichen Verzehr von Fleisch oder Fleischprodukten den Verbraucher soweit verunsichern, dass er die zur Diskussion stehenden Produkte meidet und insofern in seinem Verbraucherverhalten nicht mehr frei ist.

Die vom Seuchengeschehen betroffenen Tiere können nicht ihrer zweckgerichteten Verwendung zugeführt werden. Die konsequente Seuchenbekämpfung macht es oftmals erforderlich, ganze Bestände auch nicht erkrankter Tiere vorbeugend zu töten und unschädlich zu beseitigen.

Insbesondere folgende Seuchen können derart gravierende Folgen auslösen:

  • die Afrikanische Schweinepest (ASP)
  • die Europäische Schweinepest (ESP)
  • die Maul- und Klauenseuche (MKS)
  • der Geflügelpest (AI)
  • Veskuläre Schweinekrankheit (SVD)

und andere hochkontagiöse Tierseuchen (z.B. Milzbrand)

Für die Bekämpfung von Tierseuchen in den Städten Wuppertal, Solingen und Remscheid ist das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (BVLA) zuständig.

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