Denkmalschutz: Förderung

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Steuerliche Förderung

Herstellkosten für Baumaßnahmen, die erforderlich sind, um den Charakter des Gebäudes als Baudenkmal zu erhalten und das Gebäude sinnvoll zu nutzen, können steuerlich geltend gemacht werden, in der Regel im Rahmen der Einkommensteuererklärung. Dies gilt ebenso für Maßnahmen zum Erhalt des geschützten Erscheinungsbildes im Denkmalbereich.

Vorraussetzungen für die Ausstellung einer Steuerbescheinigung
  • Es liegt eine denkmalrechtlichen Erlaubnis bzw. eine Baugenehmigung vor, welche vor Baubeginn erteilt worden sein muss.
  • Die Maßnahme war zum Erhalt oder zur sinnvollen Nutzung des Denkmals oder zum Erhalt des geschützten Erscheinungsbildes im Denkmalbereich erforderlich.
  • Die Baumaßnahme muss insgesamt abgeschlossen sein.
Geltend gemacht werden können

zum Beispiel

  • Instandhaltungsarbeiten wie Fassadenanstrich, Erneuerung der Dacheindeckung oder das Aufarbeiten eines Dielenboden
  • Maßnahmen zur Anpassung an eine zeitgemäße Nutzung wie die Erneuerung der Heizung oder der Einbau eines neuen Badezimmers
Nicht geltend gemacht werden können

zum Beispiel Kosten für Einbaumöbel und Leuchten oder Maßnahmen, die der wirtschaftlichen Optimierung dienen. Bei Eigenleistungen können nur die Materialkosten anerkannt werden.

Höhe und Dauer der Abschreibung
  • Bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden
    Im Jahr der Herstellung und in den folgenden 9 Jahren können jeweils in Höhe von bis zu 9 Prozent, somit insgesamt 90 % der Herstellungskosten steuerlich abgesetzt werden.
  • Bei vermieteten Gebäuden
    gibt es ähnliche Abschreibungsmöglichkeiten. Die Zeiträume, über die die Kosten abgeschrieben werden können, sind je nach Art der Arbeiten unterschiedlich.

Eine Bescheinigung für steuerliche Zwecke ist bei der Unteren Denkmalbehörde zu beantragen. Dem Antrag sind alle Rechnungen und Quittungen als Nachweis der entstandenen Kosten im Original beizufügen. Bei Eigenleistungen können die Materialkosten, nicht jedoch der Stundenaufwand geltend gemacht werden. Die Steuerbescheinigung ist gebührenpflichtig.

Grundsteuerermäßigung / Grundsteuererlass

Die Steuermesszahl für bebaute Grundstücke wird um 10% ermäßigt, wenn sich auf dem Grundstück Gebäude befinden, die Baudenkmäler im Sinnes des Denkmalschutzgesetzes sind. Die Ermäßigung ist bei Ihrem zuständigen Finanzamt zu beantragen.

Die Grundsteuer ist auf Antrag zu erlassen, wenn die Kosten zur Erhaltung eines Kulturdenkmals die erzielbaren Erträge übersteigen. Dies ist bei den Technischen Betrieben Solingen, Abteilung Grundabgaben, zu beantragen.  

 

Nähere Auskünfte zu den steuerlichen Aspekten erteilt Ihnen Ihr Finanzamt oder Ihr Steuerberater.

 

Zuschussprogramme

Förderprogramm des Landes NRW

Für umfangreichere Maßnahmen gibt es seit 2018 wieder die die Möglichkeit, sich bei der Bezirksregierung Düsseldorf für das Denkmalförderungsprogramm des Landes anzumelden. Ein Zuschuss kann nur für Restaurierungsmaßnahmen der denkmalgeschützten Substanz gewährt werden, Modernisierungen und Renovierungen werden nicht gefördert.

Anträge müssen bis zum 1. Oktober eines Jahres für eine Auszahlung im darauf folgenden Jahr gestellt werden.

Stadtpauschale

Zur Förderung kleiner denkmalpflegerische Maßnahmen stellen das Land und die Stadt Solingen anteilig Fördermittel zur Verfügung. Hiermit können denkmalbedingte Mehrkosten bei der Sanierung und Instandsetzung eines Baudenkmales gefördert werden. Hierfür steht jedoch nur ein begrenzter Etat zur Verfügung, über dessen Bereitstellung zudem jährlich neu entschieden werden muss.

Ein Zuschussantrag kann bei der Unteren Denkmalbehörde gestellt werden. Die Maßnahme muss grundsätzlich im Jahr der Beantragung auch abgeschlossen werden, es empfiehlt sich eine frühzeitige Beantragung.

Sonstige Fördermöglichkeiten
  • Wohnungsbauförderungs- und Modernisierungsmittel
    können auch bevorzugt für Baudenkmäler in Anspruch genommen werden. Informationen erteilt die AbteilungWohnungsbauförderung im Stadtdienst Wohnen.
  • Darlehensförderung
    Für gewerblich oder kulturell genutzte sowie religiöse Baudenkmäler besteht die Möglichkeit, zinsvergünstigte Darlehen zur Finanzierung der Sanierung eines Denkmales oder sonstiger wertvoller und erhaltenswerter Bausubstanz über die NRW.Bank zu erhalten. Das Darlehen ist über ein beliebiges Kreditinstitut zu beantragen, das den Antrag an die NRW.Bank weiterleitet.
  • Zuschussprogramme sonstiger Institutionen
    Neben der staatlichen Denkmalförderung gibt es private und gemeinnützige Institutionen, die den Erhalt von Kulturdenkmälern finanziell unterstützen, darunter z.B. die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die NRW-Stiftung. Unterstützt werden in der Regel aufwendige, restaurative Sanierungsmaßnahmen zur Rettung eines Denkmales, keine allgemeinen Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten.

benötigte Unterlagen

Zuschussanträge und eine Steuerbescheinigung sind schriftlich mit dem entsprechenden Formular zu beantragen. Dem Steuerantrag sind alle Rechnungen sind im Original beizufügen. Bei Förderanträgen sind Fristen bzw. Ausschlusstermine zu beachten.

Preis / Kosten

Steuerbescheinigungen sind bei Aufwendungen bis 5.000 € gebührenfrei. Bis 250.000 € beträgt die Gebühr 1% der bescheinigten Aufwendung, darüber reduzieren sich die Gebühren gestaffelt.

Rechtliche Grundlagen

Denkmalschutzgesetz NRW

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