Denkmalschutz: Hinweise für Eigentümer

Der Besitz eines Baudenkmales bringt auch Pflichten mit sich.

Hierzu gehört die Erhaltung und Nutzung des Baudenkmales. Änderungen am Objekt dürfen nur mit Erlaubnis der Unteren Denkmalbehörde ausgeführt werden. In einem Denkmalbereich gilt die Erlaubnispflicht für alle Maßnahmen die das äußere Erscheinungsbild betreffen. Auch Maßnahmen in der engeren Umgebung von Baudenkmälern oder ortsfesten Bodendenkmälern sind erlaubnispflichtig, sofern ein Denkmal durch die Maßnahme beeinträchtigt werden könnte.

Pflichten nach dem Denkmalschutzgesetz

Erhaltungspflicht

Denkmäler sind instand zu halten, instand zu setzen, sachgemäß zu behandeln und vor Gefährdung zu schützen, soweit dies zumutbar ist.

Nutzungspflicht

Baudenkmäler und ortsfeste Bodendenkmäler sind so zu nutzen, dass die Erhaltung der Substanz auf Dauer gewährleistet ist.

Erlaubnispflicht

Diese besteht für

  • bauliche Veränderungen (auch Instandsetzungen / Renovierungen), Nutzungsänderungen, Beseitigung und Verbringen an einen anderen Ort
  • Maßnahmen in der engeren Umgebung von Baudenkmälern oder ortsfesten Bodendenkmälern
  • Beseitigung oder Veränderung beweglicher Denkmäler

Was heißt das konkret...

...für ein Baudenkmal?

Alle Baumaßnahmen an der Gebäudehülle und im Inneren des Gebäudes sind erlaubnispflichtig. Dies betrifft nicht nur „große" Modernisierungsmaßnahmen wie eine neue Dacheindeckung, den Anstrich der Fassade oder neue Fenster, sondern auch Arbeiten wie Reparatur und Anstrich des Dachgesimes, der Fensterbänke oder der Schlagläden. Im Inneren sind eine Badsanierung, Putzausbesserungen an Decken und Wänden oder der Neuanstrich der Treppe genauso erlaubnispflichtig wie Arbeiten an vermeintlich nicht denkmalwerten Einbauten, zum Beispiel der Austausch von glatten Innentüren aus den 1970er Jahren.

...für Gebäude, die kein Baudenkmal sind, aber in einem Denkmalbereich liegen?

Alle Arbeiten, die das geschützte Erscheinungsbild betreffen, sind erlaubnispflichtig. Dies betrifft alle Arbeiten an der Gebäudehülle wie beispielsweise eine neue Dacheindeckung, den Neuverputz der Fassade oder neue Fenster, aber auch den nachträglichen Einbau von Dachflächenfenstern und Reparaturarbeiten an der Fassade oder das Aufstellen eines Zauns im Vorgarten. Arbeiten im Gebäudeinneren sind hier in der Regel nicht erlaubnispflichtig

...für Gebäude, die im engeren Umfeld eines Baudenkmales liegen?

Das Baudenkmal darf nicht beeinträchtigt werden durch Veränderungen an Nachbargebäuden oder Baumaßnahmen im engeren Umfeld.

  • Bei baugenehmigungspflichtigen Maßnahmen wie z.B. Werbeanlagen, einem Neubau oder Anbau neben dem Baudenkmal oder ähnlichem wird die Untere Denkmalbehörde durch die Bauaufsicht automatisch am Verfahren beteiligt.
  • Bei nicht baugenehmigungspflichtigen Arbeiten (z.B. Anstrich der Fassade, Errichtung einer Solar- oder Photovoltaikanlage u.ä.) ist ein Antrag auf denkmalrechtliche Erlaubnis zu stellen.

Im Zweifelsfall empfiehlt sich vor Maßnahmenbeginn immer eine Rückfrage bei der Unteren Denkmalbehörde.

benötigte Unterlagen

Anträge auf Erteilung einer denkmalrechtlichen Erlaubnis sind schriftlich einzureichen. Beizufügen sind je nach geplanter Maßnahme alle zur Beurteilung des Vorhabens erforderlichen Unterlagen.

Preis / Kosten

Für denkmalrechtliche Erlaubnisse sowie für allgemeine Beratungen fallen keine Gebühren an.

Rechtliche Grundlagen

Denkmalschutzgesetz NRW

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