Wohngeld / Miet- und Lastenzuschüsse

Einkommensschwache Familien können Wohngeld erhalten, damit sie eine angemessene und familiengerechte Wohnung bezahlen können.

Wohngeld ist eine staatliche Leistung in der Form eines monatlichen Zuschusses zu den Mietkosten (Mietzuschuss) oder den laufenden Kosten für ein Eigenheim/Eigentumswohnung (Lastenzuschuss). Es wird gewährt, um die Belastung durch Wohnkosten bei sozial schwachen Mietern oder Eigentümern von selbst bewohntem Wohnraum abzumildern.

Den Antrag auf Wohngeld kann nur die Person stellen, die auch den Wohnraum gemietet hat. Soll also zum Beispiel auf Grund einer Aufforderung durch das Jobcenter ein kopfteiliger Wohngeldanspruch für ein im Haushalt lebendes Kind beantragt werden, ist nicht das Kind der Antragsteller, sondern die Mutter oder der Vater (Mieter der Wohnung).

Der Anspruch auf Wohngeld hängt vom Einkommen, der Höhe der zuschussfähigen Miete sowie der Zahl der zum Haushalt rechnenden Menschen ab. Als Einkommen gelten dabei alle Geld- und Sachleistungen, unter anderem auch monatliche Zahlungen von Eltern oder Verwandten bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, Zinserträge, etc.

Die Größe der Wohnung ist beim Wohngeld grundsätzlich irrelevant. Heizkosten und Stromkosten können beim Wohngeld nicht berücksichtigt werden.

Wohngeld kann nicht an Personengruppen ausgezahlt werden, deren Wohnkosten bereits in anderen Sozialleistungen enthalten sind. Ausgeschlossen sind u.a. Empfänger von Transferleistungen wie z.B. Arbeitslosengeld II, Grundsicherung, Sozialhilfe, Jugendhilfe.

Bei einem Antrag auf Wohngeld müssen die wirtschaftlichen Verhältnisse aller Haushaltsmitglieder offen gelegt werden. Das gilt für Familien als auch für unverheiratete Paare (Partner).

Für alleinstehende Auszubildende und Studenten ist ein Wohngeldanspruch  nicht gegeben, wenn „dem Grunde nach ein Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder BAföG“ besteht. Hierbei geht es um die grundsätzliche Anspruchsvoraussetzung. Wenn eine dieser Leistungen beispielweise auf Grund des eigenen Einkommens oder dem Einkommen der Eltern nicht geleistet wird, so bleibt dennoch der grundsätzliche Förderungsanspruch bestehen. Der Wohngeldanspruch kann gegeben sein, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen: Ablauf der Förderungshöchstdauer inkl. Studienabschlussförderung, Ablehnung BAföG wegen fehlender Leistungsnachweise, Zweitausbildung/Zweitstudium. Verheiratete Auszubildende und Studenten (ohne Kind) haben keinen Wohngeldanspruch, wenn beide dem Grunde nach einen Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder BAföG haben.

Hinweis für Rentner mit geringer Rente

Der Rentner sollte sich zuerst an die Grundsicherung wenden. Beide Gesetze schließen sich gegenseitig aus. Die Stelle, die den höheren Betrag zahlt, sollte die Leistung erbringen. Man kann die Leistung nur individuell berechnen, daher gibt es keine pauschale Aussagen über die Zuständigkeit. Der Antragsteller kann sich aussuchen, zu welcher Stelle er zuerst geht. Dort wird sein Anspruch geprüft und berechnet. Gleichzeitig wird festgestellt, welche Leistung die Höhere ist. Die Wohngeldstelle und die Grundsicherungsstelle des Sozialamtes haben hierzu eine interne Regelung gefunden.

Negativbescheinigung

Eine "Negativbescheinigung" wird lediglich bei Zuzug oder Wegzug in eine andere Gemeinde und dortiger Beantragung von Wohngeld benötigt.Diese sagt aus, ob die betroffene Person/Familie an dem bisherigen Wohnort aktuell Wohngeld bezog oder eben nicht und ob gegebenenfalls noch Rückforderungsansprüche bestehen, die dann mit erneuten Wohngeldansprüchen am neuen Wohnort aufgerechnet werden können.Diese Bescheinigung wird von der jeweiligen bis dahin zuständigen Wohngeldbehörde auf formlosen Antrag hin ausgestellt. Der Antrag kann somit telefonisch, schriftlich, E-Mail oder aber auch persönlich erfolgen. Bei Wohnungswechsel von Gemeinde A nach Gemeinde B im laufenden Bewilligungszeitraum und frühzeitiger Beachtung der Mitteilungspflichten kann der entfallende Wohngeldanspruch in der Gemeinde A gestoppt werden und eine entsprechende Unwirksamkeitsmitteilung erteilt werden, die dann in der Gemeinde B ebenfalls vorgelegt werden kann.Vergleichsweise zu den übrigen Aufgaben der Wohngeldstelle nimmt die Ausstellung einer Negativbescheinigung einen vergleichsweise eher geringen Prozentsatz ein.

benötigte Unterlagen

Diese Aufstellung kann nicht abschließend erstellt werden, da die benötigten Unterlagen auch jeweils von dem vorliegenden Fall abhängig sind. Grundsätzlich sollte neben dem sorgfältig und vollständig ausgefüllten Antrag der Mietvertrag, die durch den Vermieter ausgefüllte Vermieterbescheinigung, Nachweise der letzten drei Mietzahlungen (z.B. Kontoauszüge) vorgelegt werden.

Hinsichtlich des Einkommens sind grundsätzliche alle Einnahmen in Geld oder Sachleistungen zu benennen und zu belegen. Im Zweifelsfall entscheidet die Wohngeldstelle darüber, ob das angegebene Einkommen wohngeldrechtlich relevant ist oder nicht. Den Anträgen auf Wohngeld liegt eine Heftung „Hinweise und Erläuterungen zum Wohngeld“ bei, die von jedem Antragsteller sorgfältig und vollständig gelesen und zur Kenntnis genommen werden sollte. Auch hier werden eine Reihe von Beispielen benannt und erläutert.

 

Die Antragsvordrucke liegen im Wartebereich der Wohngeldstelle aus. Dieser befindet sich gegenüber des Zimmers 2.078.

 

HINWEIS:

Sollte sich im laufenden Wohngeldbezug, bzw. nach Antragstellung herausstellen, daß die Angaben im Wohngeldantrag hinsichtlich der Einkommensangaben unvollständig sind/waren oder Einkommen zum Teil oder ganz verschwiegen wurde, so ist die Wohngeldstelle gehalten, in diesen Fällen eine Strafanzeige wegen des Verdachtes einer strafbaren Handlung (Betrug) zu stellen.

Preis / Kosten

Keine

Fristen

Grundsätzlich beginnt ein etwaiger Leistungsanspruch auf Wohngeld ab dem ersten des Monats, in dem der Antrag eingeht. Die Bearbeitungsdauer umfasst in der Regel 2 Monate, kann im Einzelfall auch länger betragen.

Wohngeld wird nur für einen begrenzten Zeitraum bewilligt. Nach Ablauf des jeweiligen Bewilligungszeitraumes ist ein entsprechender Weiterleistungsantrag zu stellen.

Rechtliche Grundlagen

Wohngeldgesetz (WoGG) in der Fassung ab dem 01.01.2016

verwandte Themen und Angebote

Kontakt