Alt-Oberbürgermeister Ulrich Uibel verstorben

Stand 30.08.2020

Ulrich Uibel
Ulrich Uibel †

Ulrich Uibel, langjähriges Ratsmitglied und in den Jahren 1997 bis 1999 erster hauptamtlicher Oberbürgermeister der Stadt Solingen, starb am 6. August im Alter von 66 Jahren plötzlich und unerwartet zu Hause.

Uli Uibel war seit 1981 Ratsmitglied der SPD, nachdem er bereits seit 1976 Sprecher der Sozialdemokraten in der Bezirksvertretung Burg gewesen war. Von 1985 bis 1997 saß er der SPD-Fraktion im Rat der Klingenstadt vor. 1997 folgte er als erster vom Stadtrat gewählter hauptamtlicher Oberbürgermeister auf Gerd Kaimer (SPD), der das Amt ehrenamtlich bekleidet hatte. Hintergrund war eine Änderung der nordrheinwestfälischen Gemeindeordnung, durch die die „Doppelspitze" aus Oberstadtdirektor als Chef der Verwaltung und Oberbürgermeister als Vorsitzendem des Rates abgeschafft wurde.

In seine Amtszeit fielen die Einweihung des Gründer- und Technologiezentrums am Grünewald und vor allem der Beginn des grundlegenden Innenstadtumbaus am Mühlenhof mit der Verlegung der Hauptverkehrsachse zur Goerdelerstraße und der Beginn des Baus der Clemens-Galerien mit Einzelhandel, Volkshochschule, Stadtbibliothek und Bürgerbüro.

Nach einigen Jahren Pause von der Ratspolitik kehrte Ulrich Uibel 2015 als Nachrücker für den direkt ins Oberbürgermeisteramt gewählten Tim Kurzbach in den Stadtrat zurück. Im aktuellen Rat war er unter anderem Vorsitzender des Finanzausschusses und stellvertretender Vorsitzender des Beteiligungsausschusses. In vielen Gremien vertrat er die Interessens Solingens, unter anderem als stellvertretender Vorsitzender im Verwaltungsrat der Sparkasse sowie in den Aufsichtsräten der Wirtschaftsförderung und der Zentrum für verfolgte Künste GmbH.

Bewegende Gedenkfeier auf Schloss Burg

Seine Verbundenheit zur Heimatstadt Solingen und die Liebe zum Stadtteil Burg brachte er insbesondere in sein Vorstandmandat im Schlossbauverein Burg an der Wupper ein. Aus diesem Grund fand die Trauerfeier auch im Brunnenhof von Schloss Burg statt. Es war Ulrich Uibels Wunsch, dass die Stadt Solingen die Zeremonie organisiert.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach, der bei der Trauerfeier die einzige Rede hielt, hatte tief bestürzt auf Ulrich Uibels Tod reagiert: „Mit ihm verliert Solingen einen allseits geschätzten, besonnenen Politiker, der für Solingen viel erreicht hat und der für seine Heimatstadt alles gegeben hat. Er war ein Meister der freien Rede. Er war kein Mann der lauten Töne, er setzte auf die Überzeugungskraft vernünftiger Argumente. Ich persönlich habe einen Freund verloren, dessen Rat und Unterstützung mich mein ganzes politisches Leben begleitet haben. Ich bin sehr traurig."

150 Trauergäste waren gekommen, um dem früheren Stadtchef die letzte Ehre zu erweisen. Dazu wurden Musikstücke gespielt, die sich Ulrich Uibel gewünscht hatte, sowie Rezitationen aus einer seiner früheren Reden vorgetragen - galt Ulrich Uibel doch als Meister des gesprochenen Wortes.

Impressionen