Bergisches Klimaforum

Austausch und Vernetzung

Ende November fand in Solingen das zweite Bergische Klimaforum statt. Das Forum dient als interkommunale Plattform, um sich über die Themen „Klimaschutz“ und „Klimaanpassung“ auszutauschen. Seit vielen Jahren sind die drei bergischen Großstädte Remscheid, Solingen und Wuppertal dazu aktiv und bringen gemeinsam Projekte auf den Weg, zum Beispiel das Projekt „BESTKLIMA“, das mit dem Klimaforum seinen Abschluss fand. 

Das erste Bergische Klimaforum gab es 2016 in Wuppertal, die Fortsetzung folgt im nächsten Jahr in Remscheid.

Gemeinsam aktiv: BESTKLIMA

Seit 2014 kooperieren die Städte miteinander und in enger Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen, Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr. Im Detail geht es um die „Umsetzung und Qualitätssicherung des Klimaanpassungskonzeptes im Bergischen Städtedreieck“.

Ergebnisse sind beispielsweise Klimafunktionskarten für die drei Bergischen Großstädte. Der „Klima-Check in der Bauleitplanung“ fließt in das Verwaltungshandeln ein, für „„Gewerbeflächen im Klimawandel“ wurde ein Leitfaden erstellt, und ein Qualitätsmanagementsystem dient dazu, Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu evaluieren.

Klimafunktionskarte

Der Klimawandel führt unter anderem häufiger zu heißen Tage. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie die kühle Luft fließt und wo es sich nachts abkühlt oder in welchen Gebieten die Hitzebelastung besonders hoch ist. Um den Gesamtzusammenhang zu verstehe, wurden Landnutzungs- und Reliefkarten modelliert.

Klima-Check in der Bauleitplanung

Das Baugesetzbuch schreibt vor, dass Klimaschutz und die Klimaanpassung in die Bauleitplanung integriert werden müssen. Der „Klima-Check“ konkretisiert die Anforderungen, die daraus erwachsen. Damit ist er eine wichtige Arbeitshilfe für Planer.

Qualitätsmanagementsystem und Evaluation

Dem Qualitätsmanagementsystem liegt ein Fragenkatalog mit 105 Fragen zugrunde. Darin geht es um Themen wie Starkregen, Hitze, Sturm, schleichende Veränderungen oder auch Strategie. Sie sollen Aufschluss über den Fortschritt im Anpassungsprozess geben: Welche Anpassungsmaßnahmen wurden bereits erfolgreich umgesetzt? Wo besteht Handlungs- oder Verbesserungsbedarf? Die Ergebnisse der Evaluation sind in jedem Bereich nachvollziehbar und transparent dargestellt und in einem „Tacho-Diagramm“ abgebildet.

Leitfaden „Gewerbeflächen im Klimawandel“

Was sollten Unternehmen tun, um sich an den Klimawandel anzupassen und vor möglichen Folgen zu schützen? Die Broschüre zeigt praxisorientiert, wo extreme Wetterereignisse Gewerbeflächen und Immobilien gefährlich werden, wie sie im Vorfeld geschützt werden können oder welche Chancen sich auch für Unternehmen durch die Anpassung ergeben.

Hintergrund: Das Klima verändert sich

Extreme Wetterereignisse werden zunehmen. Dazu gehören neben Starkregenereignissen auch langanhaltende Hitze- und Trockenperioden. Laut aktueller Klimamodelle ist bis zum Ende des Jahrhunderts mit einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur von 2,6 bis 4,8°C zu rechnen. Die Zahl der Tage, an denen die Höchsttemperatur von 25°C erreicht oder überschritten wird, wird steigen. Um diesen zukünftigen klimatischen Herausforderungen zu begegnen, werden in Zukunft neben den bereits langjährig durchgeführten Klimaschutz- auch vermehrt Klimaanpassungsmaßnahmen vorangetrieben – eine Vielzahl von Aufgaben, denen sich auch die Kommunen stellen müssen.

Klimaschutz und Klimaanpassung

Neben dem Klimaschutz ist die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ein wichtiges Handlungsfeld: Denn der Klimawandel selbst ist nicht mehr vermeidbar. Unter Klimaanpassung werden alle Initiativen und Maßnahmen verstanden, die helfen, Probleme zu mindern, die sich aus den Folgen des Klimawandels ergeben.

Das Projekt BESTKLIMA hat sich in den vergangenen drei Jahren auf vielfältige Weise mit der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen beschäftigt. Beteiligt waren verschiedene kommunale und nicht-kommunale Akteure.  .

Ansprechpartner

  • Stadt Remscheid
    Fachdienst Umwelt
    Monika Meves
    Fon 02191 / 16-3313
  • Stadt Solingen
    Stadtdienst Natur und Umwelt
    Ilona Komossa
    Fon 0212 / 290-6544
  • Stadt Wuppertal
    Koordinierungsstelle Klimaschutz
    Ute Bücker
    Fon 0202 / 563-6942
  • RWTH Aachen
    Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr
    Dr. Andreas Witte
    Fon 0241 / 80-2 5202