Gemeindekarten 1826 - 1830

Stand 09.2019

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1815 erhielt Preußen auf dem Wiener Kongress große Gebiete im Westen Deutschlands zugesprochen. Um die dort geltenden unterschiedlichen Grundsteuersysteme zu vereinheitlichen, bedurfte es einer exakten Grundlage. Nach französischem Vorbild sollte deshalb ein landesweit einheitliches Kataster mit Vermessung aller Grundstücke erstellt werden. Die Arbeiten am rheinischen Urkataster begannen 1819 und dauerten bis 1834, notwendige Nachmessungen noch einige Jahre länger. Das Grundsteuergesetz von 1839 markiert den Abschluss dieser Urkatasteraufnahme. Seitdem wird das Kataster kontinuierlich fortgeschrieben oder bei Bedarf erneuert.

Das Urkataster

Bei der Urkatasteraufnahme wurden verschiedene Unterlagen angefertigt:

  • Flurkarten mit den Grenzen und Nummern der einzelnen Grundstücke, Wegen und Bächen sowie den Flurbezeichnungen
  • Flurbücher, in denen die Grundstücke mit ihrer Größe, der Kulturart und dem Reinertrag verzeichnet wurden sowie
  • Übersichtskarten der einzelnen Gemeinden, üblicherweise im Maßstab 1:10.000 oder 1:20.000.

Gemeindeübersichtskarten zeigen Gemarkungs- und Flurgrenzen, Baubestand und Straßenführung im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts für jeweils eine Gemeinde und sind das erste flächendeckende Kartenwerk des Rheinlandes.

Die „Urkarten" im Solinger Raum entstanden zwischen 1826 und 1830. Die präsentierten Übersichtskarten weisen in der Regel noch nachträgliche Eintragungen auf. So wurden z. B. die Überschrift der „Urkarte" von Merscheid nach der Umbenennung der Gemeinde 1891 mit der Bezeichnung Ohligs überschrieben sowie die Grenzänderungen von 1894 in die Karte aufgenommen.