Coronavirus

Stand 30.10.2020 - 09:20

Reihentestung

Derzeit führt das Gesundheitsamt der Stadt in allen stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen in Solingen Reihentestungen auf das neue Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch. Insgesamt sind rund 4000 Tests in 30 Einrichtungen geplant. Abhängig davon, in welchen Häusern gerade getestet wird, werden dabei bis zu mehreren hundert Testungen pro Woche von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie von Mitarbeitenden genommen und ausgewertet.

Dazu sind zwei Test-Teams unterwegs, die von einer Ärztin oder einem Arzt geleitet werden. An zwei Wochentagen - immer montags und dienstags - nehmen sie die erforderlichen Abstriche, an den anderen Tagen wird ausgewertet und dokumentiert. Das Ergebnis liegt in der Regel nach zwei Tagen vor. Ist es positiv, meldet sich der Stadtdienst Gesundheit unverzüglich und leitet alle notwendigen Schritte ein.

Die Einrichtungen werden rechtzeitig vor dem Termin schriftlich und telefonisch informiert. So bleibt genügend Zeit, damit auch die notwendigen Einverständniserklärungen eingeholt werden können, denn die Teilnahme ist immer freiwillig. Bei einer Ortsbegehung wird der Ablauf im Detail geklärt.

Die Reihentestungen bringen nicht nur Gewissheit für die Getesteten und ihr Umfeld, sondern dienen auch der wissenschaftlichen Forschung rund um COVID-19: Die Ergebnisse fließen in eine wissenschaftliche Studie ein, die der Stadtdienst Gesundheit in Zusammenarbeit mit der Lungenfachklinik Bethanien durchführt.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Teilnahme freiwillig?

Ja. Alle Mitarbeitenden sowie Bewohnerinnen und Bewohner Ihres Pflegeheimes können über die Teilnahme sowohl an der Corona-Reihentestung als auch an der an der durch das Krankenhaus Bethanien angeschlossenen Studie freiwillig entscheiden. Beide Angebote bieten vor allem bei großer Teilnahme eine höhere Aussagekraft und die Möglichkeit einerseits aktuelle Ausbruchsgeschehen frühzeitig zu entdecken sowie durch die erhobenen Studienergebnisse bei künftigen Ausbruchsgeschehen Rückschlüsse ziehen zu können.

Muss man für die Testung zahlen?

Nein. Die Kosten für das Personal und Material der Reihentestung werden von der Stadt Solingen und den gesetzlichen Krankenkassen getragen.

Wie sieht der Corona Abstrich aus? Gibt es je einen separaten Abstrich aus der Nase und aus dem Rachenraum? Muss man vor der Testung etwas beachten?

Wir nehmen bei unserer Reihentestung nur einen Abstrich aus dem Nasenrachenraum (nasopharyngealer Abstrich). Nur in Ausnahmefällen (zum Beispiel anatomische Varianten Voroperationen und ähnliche Einschränkungen) werden wir durch den Mund (oropharyngealer Abstrich) testen. Studien zeigen dass der nasopharyngealer Abstrich die höchste Sensitivität bei Abstrichen der oberen Atemwege bietet. Das Video auf dieser Seite erklärt anschaulich wie ein Coronaabstrich entnommen wird.

Grundsätzlich wird beim Nasenrachenabstrich ein Virustupfer gerade in ein Nasenloch eingeführt und vorsichtig bis zur hinteren Rachenwand vorgeschoben. Sie müssen keine besonderen Vorkehrungen vor der Testung treffen.

Ich bin interessiert, aber ich bin immer noch unsicher, ob ich mitmachen soll. Ich habe Angst vor dem nasopharyngealen Abstrich.

Der nasopharyngeale Abstrich wird von geschulten und erfahrenen Mitarbeitern durchgeführt und ist nur kurz unangenehm.

Bislang haben wir im Rahmen der Reihentestung über 1000 Abstriche entnommen und dabei nur äußerst selten Rückmeldung zu kurzfristigen Beschwerden wie etwa vermehrtem Niesreiz erhalten. Solche Beschwerden dauern grundsätzlich aber nur für einige Minuten an.

Wie oben beschrieben kann unter bestimmten Umständen auch ein oropharyngealer Abstrich genommen werden. Bei Fragen und Bedenken können Sie am Testtag gerne unser Testteam ansprechen.

Kann das Ergebnis positiv ausfallen, wenn man nur erkältet ist?

Die Tests sind mittlerweile sehr spezifisch auf das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgerichtet. Ein falsch-positives Ergebnis bei einer „normalen“ Erkältung ist nahezu ausgeschlossen.

Werde ich über mein Ergebnis informiert, und wenn ja, wann?

Die Ergebnisse der Testungen kommen erfahrungsgemäß innerhalb der folgenden zwei Tage beim Stadtdienst Gesundheit an. Bei positiven Testergebnissen unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfolgt eine Meldung an die Corona-Akut-Einheit im Stadtdienst Gesundheit sowie an die betroffene Person. Bei positiven Fällen unter den Bewohnerinnen und Bewohnern erfolgt eine weitere Meldung an die Heimleitung so dass Maßnahmen im Sinne der Hygieneverschärfung durchgeführt werden können. Alle getesteten Personen werden zusätzlich postalisch informiert. Die Zusendung der Ergebnisse dauert erfahrungsgemäß rund eine Woche.

Unabhängig von der Ergebnismitteilung durch uns können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über einen bei der Testung ausgehändigten QR-Code ihren persönlichen Befund direkt beim Labor abfragen. Auch hier gilt der Zeitraum von etwa zwei Tagen nach dem Abstrich.

Warum wird kein Antikörpertest angeboten?

Die Nutzung von Testtypen wie Antikörper-Tests oder Antigen-Tests ist im Rahmen der nationalen Strategie aktuell nicht vorgesehen. Das Bundesministerium für Gesundheit beobachtet die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse kontinuierlich und wird im Falle von neuen Entwicklungen die Teststrategie entsprechend anpassen. Insbesondere liegen zum aktuellen Zeitpunkt keine belastbaren Daten zur Immunität gegen SARS-CoV-2 vor. Ein Antikörper-Test zum präzisen und verlässlichen Nachweis einer solchen existiert daher nicht.

Was ist mit Mitarbeitern oder Bewohnern, die nicht vor Ort sind, Urlaub haben oder krank sind?

Mitarbeitende die am vorgesehenen Testtag nicht im Dienst sind können trotzdem gerne an der Reihentestung und der Studie teilnehmen. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Einrichtungsleitung zu welcher Uhrzeit die Testung der Mitarbeiter beginnt. Krank- oder arbeitsunfähig geschriebene Mitarbeiter bleiben bitte zuhause und nehmen nicht an der Testung teil.

Bewohnerinnen und Bewohner die am vorgesehenen Testtag nicht in der Einrichtung sind werden nicht in die Reihentestung oder die Studie einbezogen. Bei erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern entscheidet der Stadtdienst Gesundheit gemeinsam mit der betreffenden Person und der Einrichtungsleitung ob eine Testung unter den gegebenen Umständen sinnvoll ist.

Grundsätzlich gilt: Die Teilnahme an Testung und Studie sind freiwillig. Bei schlechtem Gesundheitszustand wird keine Testung durchgeführt. Sollte am Testtag in der Einrichtung keine Testung möglich sein wird kein Alternativtermin angeboten.

Ich bin externer Mitarbeiter und nur unregelmäßig in dieser Einrichtung anwesend. Darf ich mich trotzdem testen lassen?

Auch externe Mitarbeitende können an der Testung und der Studie teilnehmen.

Werden ambulante Mitarbeiter auch in die Testung einbezogen?

Momentan sind bei der Corona-Reihentestung Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende der stationären Solinger Pflegeeinrichtungen miteinbezogen. Ambulante Pflegedienste werden aktuell nicht in der Reihentestung erfasst.

Wie oft findet die Testung statt – ein-, zwei- oder dreimal? Was würde eine einmalige Testung bringen?

Aktuell wird jede Einrichtung einmal besucht und getestet. Diese einmalige Testung bietet den Vorteil infizierte Personen die (noch) keine Symptome zeigen frühzeitig zu identifizieren und Infektionsketten zu unterbrechen. Dadurch kann das Infektionsgeschehen begrenzt und mögliche Folgen (bis maximal zum Lockdown) verhindert werden.

Ziel ist es umfassender als bisher Personengruppen zu testen bei denen eine hohe Gefahr besteht dass sie oder andere Personen in ihrem Umfeld im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besonders gefährdet wären.

Ich möchte gerne einen Corona-Abstrich durchführen lassen, allerdings möchte ich nicht an der Studie teilnehmen. Ist das möglich?

Ja. Die Teilnahme an der Testung sowie an der Studie ist freiwillig. Sie können sich auch testen lassen ohne an der Studie teilzunehmen.

Was ist das Ziel der Studie?

Das wissenschaftliche Institut Bethanien für Pneumologie e.V. möchte die bei der Reihentestung erhobenen Daten und Untersuchungsergebnisse sammeln und auswerten um das Auftreten von Infektionen bei Bewohnern und Mitarbeitern von Alten- und Pflegeheimen der Stadt Solingen in diesem Bereich zu erfassen. Außerdem dient die Studie dazu mögliche Ansteckungswege und die Wirksamkeit von getroffenen Hygienemaßnahmen zu bewerten.

Wie wird die Studie finanziert?

Die Studie erfährt keine externe Finanzierung. An der Studie arbeitende Personen werden vom Stadtdienst Gesundheit Solingen oder dem wissenschaftlichen Institut Bethanien für Pneumologie e.V bezahlt.

Was passiert mit meinen Daten?

Zur Durchführung der Testung ist es notwendig die Kontaktdaten der getesteten Personen zu erfassen. Diese Daten werden durch den Stadtdienst Gesundheit verarbeitet. Dies ist grundsätzlich notwendig um die Laborbefunde postalisch zustellen und im Falle eines positiven Befundes die betroffenen Personen umgehend kontaktieren zu können.

Zur Durchführung der Studie ist es notwendig Daten zum Gesundheitsstatus und der Krankengeschichte der getesteten Personen zu erfassen. Diese Daten werden durch das wissenschaftliche Institut Bethanien für Pneumologie e.V. verarbeitet. Die Daten werden so erhoben dass sie nützliche Antworten auf die Fragestellung der Studie geben können. Die Studiendaten werden pseudonymisiert das heißt in verschlüsselter Form ausgewertet. Eine Zuordnung der Angaben zu der getesteten Personen selbst ist nicht mehr möglich.

Grundsätzlich gilt: Alle erhobenen Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Einhaltung der Bestimmungen der Schweigepflicht und des Bundesdatenschutzgesetzes sind gewährleistet.

Warum sollen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende, die an der Testung und/oder der Studie nicht teilnehmen wollen, namentlich und mit Geburtsdatum erfasst werden (Datenschutz)?

Für den Fall eines positiven Befundes in Ihrer Einrichtung würde der Infektionsschutz über dem Datenschutz bezüglich personenbezogener Daten stehen. Das bedeutet dass in diesem Fall die Einrichtungsleitung zur Übermittlung der Kontaktdaten aller Mitarbeitenden sowie Bewohnerinnen und Bewohner verpflichtet ist. Um für diese Situation vorbereitet zu sein bitten wir die Einrichtungen um die Weitergabe der für die Nachverfolgung wichtigen Daten von allen Personen. Zur Nachverfolgung der Kontakte der jeweiligen Personen sowie zur unmittelbaren Kontaktaufnahme zum Zwecke der Information über weitere Schritte sind diese Daten unverzichtbar.

Gibt es Formulare, die ausgefüllt werden müssen? Was für Dokumente sind das? Wer füllt sie aus?

Für die Durchführung der Reihentestung und der Studie ist die Erhebung einer ganzen Reihe von Daten durch den Stadtdienst Gesundheit und das wissenschaftliche Institut Bethanien für Pneumologie e.V. notwendig. Dafür stehen mehrere Dokumente zur Verfügung. Diese werden grundsätzlich der Einrichtungsleitung übermittelt und durch diese den Bewohnerinnen Bewohnern sowie den Mitarbeitenden der Einrichtung zur Verfügung gestellt. Für nicht-geschäftsfähige Bewohnerinnen und Bewohner gilt dass diese Unterlagen durch die jeweiligen Bevollmächtigten ausgefüllt werden müssen.

Für weitere Fragen zu den Dokumenten stehen der Stadtdienst Gesundheit und das wissenschaftliche Institut Bethanien für Pneumologie e.V. im Vorfeld der Reihentestung zur Verfügung.

Müssen die Bevollmächtigten von Bewohnerinnen und Bewohnern, bei denen eine Vollmacht oder Betreuung vorliegt, ihre Zustimmung erteilen?

Für die Teilnahme an der Reihentestung benötigen wir von jeder zu testenden Person eine schriftliche Einverständniserklärung. Diese muss von den jeweiligen Mitarbeitenden den geschäftsfähigen Bewohnerinnen und Bewohnern beziehungsweise von den Bevollmächtigten ausgefüllt werden. Der entsprechende Vordruck wird den Einrichtungen rechtzeitig vor der Testung bereitgestellt.

Entnahme eines Corona-Abstrichs

Nutzung des Videos mit freundlicher Genehmigung von AMBOSS GmbH

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