High-Tech unter der Erde

Stand 06.2017

Viehbachsammler: Etappenziel erreicht

Viehbachsammler-Bohrer-Durchstich
Wie ein Lindwurm mutete der Bohrer mit angehängtem Filter an, der sich drei Monate lang parallel zur Viehbachtalstraße durchgefressen und dabei rekordverdächtige 800 Meter zurückgelegt hat. Anfang Dezember erfolgte der sehnlichst erwartete Durchstich an der Zielgrube Schwarze Pfähle. In mehr als 18 Metern Tiefe wurden Bohrer und Filter aus dem gegrabenen Tunnel gehoben und zurück ans Tageslicht befördert. „Wir haben hier sehr gut gearbeitet und sind voll im Soll“, freute sich Projektleiter Stefan Grotzki von den TBS. Allein für den zweiten Bauabschnitt des Großprojektes werden rund zehn Millionen Euro an Kosten veranschlagt.

Die Bohr- und Pressmaßnahmen, die an der Startgrube Viehbachtalstraße losgingen, waren ebenso aufwendig wie logistisch bestens durchdacht. Der Bohrer wurde vom Startpunkt in das Erdreich „geschoben“. Ihm folgten in einer Art „Zug“ ein Filter und weitere Systeme. Pro Tag legten Bohrer und Anhang auf diese Weise zwischen acht und zehn Metern zurück. Je weiter sich das Gespann in das Erdreich fraß, desto mehr einzelne Rohrelemente konnten schließlich vom Startpunkt nachgeschoben werden. Der Clou: An der Oberfläche bekam man von den Bohrmaßnahmen nicht viel mit.

Der Bohrkopf war während der gesamten Maßnahme mit vier Kameras versehen. Am Startpunkt saß immer ein Sprengmeister, der während seiner Schicht einen Monitor nie aus den Augen ließ: Zu jeder Zeit musste man mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg rechnen. Gleichzeitig wurden Probebohrungen durchgeführt, damit man stets auf dem Laufenden war, mit welcher Art von Gestein man es zu tun bekommen würde. „Wir haben stets agiert und nicht reagiert“, verriet TBS-TeilbetriebsleiterManfred Müller das Rezept des gemeinsamen Erfolges. Weiter gehen soll es dann ab kommenden März. Dann werden noch einmal rund 400 Meter Rohr vorangetrieben.

Verkehrsführung

Weiterhin gilt die geänderte Verkehrsführung auf der Viehbachtalstraße (L 141): Von Ohligs in Fahrtrichtung Stadtmitte verlängert sich die vorhandene Einspurigkeit um rund 600 Meter. In Fahrtrichtung Ohligs wird die Straße bereits ab Anschlussstelle Schwarze Pfähle einspurig, rund 1,1 Kilometer vor dem ursprünglichen Beginn. Im Bereich der Baustelle gilt Tempo 60.