Fairtrade-Town

Fairer Handel

Arbeiterinnen auf einem Baumwoll-Feld in Afrika
Foto: TransFair e.V. / Sean Hawkey

Die Stadt Solingen hat sich auf den Weg gemacht, als „Fairtrade-Town - Stadt des fairen Handels“, ausgezeichnet zu werden.

Die Fairtrade-Towns fördern gezielt den Fairen Handel auf kommunaler Ebene. Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung arbeiten gemeinsam daran, dass Menschen in allen Teilen der Welt - also auch im Globalen Süden - faire Arbeits- und Lebensbedingungen erhalten.

Weltweit beteiligen sich rund 2.000 Kommunen an der Kampagne Fairtrade-Town. In Deutschland gibt es bereits über 420 engagierte Kommunen. Aber auch Verbraucherinnen und Verbraucher sind sich mehr und mehr ihrer Verantwortung bewusst. So wurden im Jahr 2017 in Deutschland schätzungsweise rund 1,33 Milliarden Euro Umsatz durch den Verkauf von Fairtrade-Produkten erzielt.

Was bedeutet fairer Handel im Einzelnen?

Soziales

Was für uns in den Industrieländern eine Selbstverständlichkeit ist, z.B.

  • Zusammenschluss der Kleinbauern zu Organisationen
  • Beseitigung der Zwangs- und Kinderarbeit
  • Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf
  • Menschenwürdige Arbeitszeiten
  • Lohnfortzahlung bei Krankheit
  • Möglichkeiten zur Weiterbildung
Ökologie

Für die Produzenten von fairen Produkten gelten bestimmte Umweltstandards:

  • Der Einsatz von Chemikalien wird reduziert
  • Es gibt ein Abfallmanagement
  • Die Bodenfruchbarkeit bleibt erhalten
  • Die Wasserressourcen werden geschützt
  • Gentechnisch veränderte Organismen sind verboten
  • Die Biodiversität soll erhalten bleiben
Ökonomie
  • Für alle Produkte gibt es einen Fairtrade-Mindestpreis
  • Eine Fairtrade-Prämie wird an die Produzenten ausgezahlt
  • Die Bauern und Kooperativen entscheiden selbst, wofür die Prämie verwendet wird
  • Den Bauern wird eine Vorfinanzierung der Ernte ermöglicht

Wie sind fair gehandelte Produkte zu erkennen?

Es gibt unterschiedliche anerkannte und vertrauenswürdige Siegel. Das bekannteste ist das Fairtrade-Siegel, bei dem die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern im Mittelpunkt stehen.

Vernetzung auf höchstem Niveau - Synergien erfolgreich nutzen

Die Kampagne „Fairtrade-Towns“ ist ein echtes Erfolgsmodell und ein gutes Beispiel für die nachhaltige Entwicklung von Kommunen. Im Vordergrund stehen gezielte Vernetzung und Nutzung von Synergien. Daraus ergeben sich oft neue Partnerschaften. Fairtrade-Produkte kommen bei der Stadt Solingen z.B. beim täglichen Catering für Sitzungen und Veranstaltungen zum Einsatz.

Bisherige Schritte zur Fairtrade Town Solingen

Um bei der Kampagne dabei zu sein und ausgezeichnet zu werden, wurden bisher folgende Aktivitäten unternommen

  • Beschluss des Stadtrates, dass bei allen Sitzungen und Ausschüssen und des Rates fairtrade Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel verwendet wird und dass sich Solingen als Fairtrade-Stadt bewirbt
  • Bildung einer Steuerungsgruppe. Diese besteht aus Zivilgesellschaft, Handel, Gastronomie, Verwaltung, Politik, Kirche, Schule, Vereine, Medien
  • In den lokalen Einzelhandelsgeschäften und Gastronomiebetrieben werden mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten, bzw. ausgeschenkt.
  • Eine Schule, ein Verein und eine Kirche muss fair gehandelte Produkte verwenden
  • Berichte über unsere Aktivitäten durch die örtlichen Medien

Weitere Schritte sind geplant

  • Auszeichnungsfeier im Rahmen des Festes „Leben braucht Vielfalt“ am 15. September 2018 auf dem Neumarkt
  • Faire Herbst- oder Weihnachtsaktion
  • Die Erstellung eines Einkaufs- und Gastronomieführer für Solingen

Machen Sie mit!

Als Verbraucherin und Verbraucher

können Sie im täglichen Leben, z.B. beim Einkaufen, auf das Fairtradesiegel achten, um die Kampagne zu unterstützen.

Als Einzelhändler oder Gastronom

müssen Sie lediglich zwei Produkte aus fairem Handel anbieten, um sich der Kampagne anzuschließen. Dazu können Sie unser beigefügtes Formular verwenden. Für die Erstellung des oben erwähnten Einkaufs- und Gastronomieführers, der auf fair gehandelte, biologische und/oder regionale Waren aufmerksam macht, haben wir noch ein zweites, spezifischeres, Formular entwickelt. Beide Formulare können Sie per Post, Fax oder Mail senden.

Mitmachen ist also ganz einfach und es lohnt sich, denn man wird Teil einer energiegeladenen Bewegung!

Kontakt