Fünf Schritte zur eigenen Solaranlage

Stand 01.2018

Wie jede Baumaßnahme sollte auch der Bau einer Fotovoltaikanlage oder einer Solarthermieanlage sorgfältig geplant werden. Für den Laien ist der Weg bis zur fertigen Anlage hier in fünf Schritten zusammengefasst. Wer weitere Beratung und Unterstützung sucht, sollte sich an einen unabhängigen Energieberater wenden.

Die nachfolgenden Schritte gelten konkret für Fotovoltaik-Anlagen, also für Solaranlagen, mit denen elektrischer Strom erzeugt wird. Sie sind aber analog auch auf Anlagen zur Wärmegewinnung anwendbar.

Schritt 1: Ergebnisse der Solarberechnung vor Ort überprüfen

Schritt 2: Zustand des Daches überprüfen

Schritt 3: Finanzierung und Förderung prüfen

Schritt 4: Auftrag vergeben und Anmeldung beim Netzbetreiber

Schritt 5: Inbetriebnahme / Betrieb der Anlage

 

Schritt 1:  Ergebnisse des Solarkatasters für Ihr Dach vor Ort überprüfen

Vor Ort müssen die Ergebnisse des Katasters geprüft und mögliche Fehlerquellen gefunden werden. So ist es zum Beispiel möglich, dass Verschattungen, etwa durch Lüftungsrohre, nicht erkannt wurden, oder Dachflächenfenster, die plan in die Dachfläche integriert sind.

Sind solche Störungen vorhanden, ist zu prüfen, ob sie beseitigt werden können (eine Verlegung von Entlüftungen auf die andere Dachseite ist häufig leicht möglich) oder ob die für Fotovoltaikmodule nutzbare Fläche dadurch verringert wird.

Zudem sollte geprüft werden, ob die Fläche auch in Zukunft verschattungsfrei sein wird. Schnell wachsende Bäume, geplante Erweiterungsgebäude oder geplante Nachbargebäude könnten ein Problem darstellen.

Aspekte des Denkmalschutzes müssen möglicherweise beachtet werden.

Schritt 2: Fachberatung und ein Angebots einholen

Beste Ansprechpartner sind örtliche Handwerksbetriebe, die bereits Photovoltaikanlagen geplant und aufgebaut haben. Davon gibt es in Solingen mehrere.

Beachten Sie, ob die Beratung Themen wie Statik, Versicherung, Förderung und Anschluss an das Stromnetz der Stadtwerke umfasst.

Um vergleichen zu können, sollten Sie mehrere detaillierte Angebote einholen. Unverständliches sollten Sie sich grundsätzlich erläutern lassen. Prüfen Sie alle Angebote auf Vollständigkeit und Vergleichbarkeit.

Schritt 3: Finanzierung und Förderung prüfen

Haben Sie die Kosten für die fertig installierte Anlage ebenso wie den zu erwartenden Jahresertrag durch die Angebote ermittelt, ist zu klären, wie hoch der Eigenanteil an der Finanzierung sein soll. Für die restliche Finanzierung stehen zum Beispiel günstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung. Bitte beachten: In der Regel darf mit dem Vorhaben vor einer Kreditzusage nicht begonnen werden. Bei der Finanzierung sollten auch steuerliche Aspekte berücksichtigt werden.

Die Stadt-Sparkasse Solingen, Partner des Solarkatasters, berät umfassend.

Schritt 4: Auftrag vergeben

Bei der Vergabe des Auftrages sollten Sie auf die Zahlungsmodalitäten achten und sich immer auf das Angebot beziehen. Falls Sie mit der Solarfirma spezielle Vereinbarungen zum Ausführungstermin und/oder dem spätesten Zeitpunkt der Inbetriebnahme getroffen haben, sollten nicht nur diese, sondern auch die Konsequenzen bei Überschreitung schriftlich mit der Auftragsvergabe formuliert sein. Vereinbaren Sie mit dem Handwerker, dass er die Anmeldung der Anlage und weitere Formalien beim Energieversorger für Sie erledigt. Lassen sie sich eine schriftliche Auftragsbestätigung geben.

Schritt 5: Inbetriebnahme / Betrieb der Anlage

Ihr Handwerker wird nach Aufbau der Anlage die Inbetriebnahme durchführen. Sie erhalten ein Inbetriebnahme-Protokoll, in dem auch der Zählerstand ihres Einspeisezählers festgehalten wird. Von nun an sind Sie Stromproduzent! Beachten Sie hierbei, wie Sie umsatzsteuerrechtlich behandelt werden wollen.

Der zuständige Stromversorger wird mit Ihnen einen entsprechenden Vertrag schließen und Ihnen den eingespeisten Strom nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz vergüten. Spätestens jetzt sollten Sie Ihrer Gebäudeversicherung die Fotovoltaik-Anlage als neuen Bestandteil Ihres Gebäudes anzeigen, damit Sie zum Beispiel bei Sturmschäden abgesichert sind. Auch in Ihrer nächsten Steuererklärung ist die Fotovoltaik-Anlage zu berücksichtigen. Dies wirkt sich in der Regel positiv aus und verringert Ihre Steuerlast. Wenn Sie selbst nicht sehr bewandert in Steuerangelegenheiten sind, lohnt es sich sicher, auch zu diesen Fragen eine Beratung in Anspruch zu nehmen.

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