Galileum für Solingen

Stand 06.2017

Foto: Galileum Solingen

Die Pläne der Walter-Horn-Gesellschaft, die Sternwarte an einem neuen Ort anzusiedeln, reiften bereits seit längerer Zeit. „Kein Wunder, der bisherige Standort platzte ja aus allen Nähten“, sagt Carsten Zimmermann, bei der Stadt Solingen Abteilungsleiter für strategische Planung im Büro des Oberbürgermeisters. Händeringend suchten die engagierten Sternenforscher um Dr. Frank Lungenstraß, Geschäftsführer der Walter-Horn-Gesellschaft, nach einem Standort oder besser noch, nach einer vorhandenen Liegenschaft, in die man einziehen und den langgehegten Traum eines modernen Planetariums umsetzen könnte. „Die Walter-Horn-Gesellschaft ist deshalb schon in einem recht frühen Stadium auf die Stadt Solingen zugekommen“, erinnert sich Carsten Zimmermann. Die unterschiedlichsten Standorte wurden besprochen – doch zunächst war keiner darunter, der das Potenzial hatte, die Sternwarte und das Planetarium zu einem Leuchtturm werden zu lassen, der über Solingen hinaus strahlt.

Einzigartig: Planetarium im Kugelgasbehälter

Bis zu jenem Tag, als die Untere Denkmalbehörde darauf hinwies, dass die Stadtwerke Solingen (SWS) ihren alten Kugelgasbehälter an der Tunnelstraße in Ohligs abreißen wollten. „Man kam auf uns zu mit der Frage, ob das nicht etwas für das Galileum wäre. Wir fanden die Idee ganz toll, das haben wir von Anfang an gesagt“, freut sich Carsten Zimmermann. Von diesem Zeitpunkt an nahmen die Detailplanungen Fahrt auf. „Wir haben der Walter-Horn-Gesellschaft gesagt, dass das jetzt ihre Chance ist“, so Zimmermann weiter. Eine Chance, die Dr. Frank Lungenstraß beim Schopfe packte: Eine „Kugel in der Kugel“, diese Idee war und ist neu und sucht nicht nur in Europa ihresgleichen. Jetzt war es an der Stadt Solingen, Fördergelder für das Projekt zu aktivieren.

Das nordrhein-westfälische Städtebauförderprogramm „Initiative ergreifen“ unterstützt Konzepte, die bürgerschaftliches Engagement mit Stadterneuerung verbindet. Deshalb passte das Vorhaben der Stadtverwaltung und der Walter-Horn-Gesellschaft in das Förderprofil und man kam ins Gespräch mit dem Land. „Das Ministerium war von dem Projekt sehr überzeugt. Man muss sich aber stets vergegenwärtigen, welche Dimension diese Maßnahme hat“, erinnert Carsten Zimmermann. Die endgültige Förderzusage kam schließlich als Bestandteil des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes Ohligs-Ost über Mittel aus der Städtebauförderung.

Aufgrund der außerordentlich guten Vorarbeit der Stadt, vor allem der Stadtentwicklung, und der anderen Kooperationspartner unterstützt das Städtebauministerium die bauliche Maßnahme. Die Fördergelder fließen jedoch nicht in die die notwendige technische Ausrüstung. Dafür musste die Walter-Horn-Gesellschaft in andere Richtungen akquirieren.   

Stadt und Verein ziehen an einem Strang

Die Stadt Solingen wird das Projekt weiter begleiten, als zukünftige „Gemeindebedarfseinrichtung“ über einen Beirat. „Das ist solch eine große Sache, das würde einen einzelnen Verein schlichtweg überfordern“, macht Zimmermann deutlich. In engster Abstimmung ziehen Stadt und Verein zu jeder Zeit an einem Strang.

Das Grundstück an der Tunnel- oder Hansastraße ist inzwischen im Besitz der Walter-Horn-Gesellschaft. „Für die Stadt Solingen ist das ganz sicher eines der Highlight-Projekte der nächsten Jahre. Es ist überregional bedeutsam“, sagt Stadtentwickler Carsten Zimmermann. Weltweit wurde ein Kugelgasbehälter für solch einen Zweck nämlich noch nicht verwendet. Das Gesamtprojekt kostet rund 6,3 Millionen Euro. Von den Baukosten sprudeln 80 Prozent aus den Fördertöpfen des Landes.

Im alten Kugelgasbehälter soll das Planetarium untergebracht werden, nebenan entsteht zudem ein neues Gebäude. Schließlich soll ja auch die Sternwarte nach Ohligs ziehen. Derzeit laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Läuft alles nach Plan, dann soll das Galileum 2018 eröffnen.