„Heimat-Urlaub“ - das neue Solinger Sommer-Gefühl

Stand 29.10.2020

Portrait Tim Kurzbach

Liebe Solingerinnen und Solinger,

wir erleben in diesem Jahr einen ganz anderen Sommer als wir das bisher gekannt haben. Wir erleben einen Sommer wie vielleicht noch nie zuvor. Einen Sommer zwischen Sonnenschein und dem Drang nach draußen zu gehen und sich zu entspannen auf der einen Seite sowie dem Bedürfnis nach großer Wachsamkeit und dem Gefühl eingeschränkter innerlicher Freiheit auf der anderen Seite.

Die erste Welle der Corona-Krise ist wohl zunächst abgeklungen. Und gerade in Solingen haben wir diese Herausforderung alle zusammen gut gemeistert. Nun tasten wir uns Schritt für Schritt vorsichtig an eine neue Normalität heran, an einen neuen Alltag. An eine Normalität der Kontrolle, der Vorsicht, der Rücksichtnahme und der Wachsamkeit. Ja, wir freuen uns über die Lockerungen. Und ja, wir tragen dabei eine erhöhte Verantwortung. Das bedeutet, dass wir uns auch an ein veränderte Ferienstimmung gewöhnen müssen.

Dabei kann das starke Heimatgefühl sehr hilfreich sein, mit dem wir in Solingen leben. Es kann uns den Gewöhnungsprozess in diesen Wochen sehr erleichtern. Denn unser Verwurzelung und unsere Vernetzung in der Klingenstadt helfen dabei, die Besonderheiten zu bewältigen, mit denen wir zu tun haben. Wir passen aufeinander auf und wir kümmern uns umeinander, das haben die vergangenen Wochen und Monate eindrucksvoll bewiesen. Hier, wo wir uns zu Hause fühlen, können wir uns aufeinander verlassen, bleiben vernünftig und nehmen Rücksicht. Wir vergessen den anderen nicht: den Nachbarn, den Freund, das ältere Familienmitglied, die Menschen, die allein sind. Das ist Heimat.

Und in dieser Heimat gibt es trotz aller Beschränkungen auch in diesem Sommer eine Menge zu erleben. Weil trotz allem viele Angebote geschaffen werden, die es ermöglichen, eine schöne Zeit zu haben. Das mag all denen helfen, die in diesem Jahr nicht die große Urlaubsreise antreten können, weil ihnen Corona einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht hat. All denen, die wegen Corona nun improvisieren - und schauen, wie sie für sich und ihre Lieben, für ihre Familien und Kinder die Sommerferien gestalten. Heimat-Urlaub, das ist in unserer schönen Stadt durchaus gut möglich.

So bleibt der Ferien(s)pass auch im Sommer 2020 eine feste Größe in Solingen. „Kein Sommer ohne Ferien(s)pass“, sagen der Bund der katholischen Jugend (BDKJ) und andere Träger. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sie sich Gedanken gemacht, wie sie ein attraktives Alternativprogramm auf die Beine stellen können. Sie wollen, dass für Kinder und Jugendliche trotz der Krisen-Vorzeichen keine Langeweile aufkommt. Den Teams gebührt dafür großer Dank. Sehen sie selbst, was es unter dem Motto Ferien(s)pass - Sogelingen Ferien alles zu erleben gibt! Schon 850 Pässe sind verkauft. Mit 330 Angeboten steht die Auswahl nicht hinter dem zurück, was die Familien sonst vom Ferien(s)pass gewöhnt sind. Solingen kümmert sich um Eltern und Kinder.

Auch für die beliebte Bärenwoche hat die städtische Jugendförderung in der Zeit vom 29. Juni bis zum 3. Juli Ersatz gefunden - durch Geländespiele, Aktionen am Feuer, Bastel- und Spielangebote, Manga-Workshops, aber auch mit digitalen Gruppenarbeiten (Instagram, YouTube, Videodreh) und Kunstaktionen. Das alles gelingt durch Kooperationen mit dem Kinder- und Jugendtreff Aufderhöhe und dem Gräfrather Haus der Jugend.

Das sind zwei Beispiele dafür, wie stabil, flexibel und vielseitig die soziale Infrastruktur bei uns beschaffen ist und wie engagiert, pragmatisch und kooperativ in unserer Stadt gearbeitet wird. Kirchengemeinden, Nachbarschaftstreffs, Wohlfahrtsverbände, CVJM, Felix-Kids-Club und natürlich auch der Solinger Sportbund - sie alle legen sich ins Zeug, damit der Heimat-Urlaub gelingt. Schauen Sie sich in unserem Themenbereich „Freizeit & Tourismus“ um und schauen Sie auf die Web-Angebote der verschiedenen Träger. Sie werden so manches finden.

Aber das ist nur der organisierte Teil. Es lohnt sich jederzeit, unsere Stadt auf eigene Faust noch einmal neu zu erkunden. Vom Galileum bis zur Müngstener Brücke, die sich anschickt, Weltkulturerbe zu werden. Von der Mountainbike-Strecke am Klingentrail bis Schloss Burg, das so aufwendig saniert wird. Von den Freibädern in Heide und Ittertal, die Gott sei Dank wieder offen sind, bis zu den Museen in Merscheid und Gräfrath. Von den Wanderwegen entlang der Wupper und durch die Bachtäler und Wälder bis zur Möglichkeit, einen Abstecher in die Factory Outlets der direkten Umgebung zu machen. Es lässt sich einen Sommer lang aushalten in unserer Heimatstadt. Es lässt sich hier durchaus Heimat-Urlaub machen.

Weil wir so überzeugt sind von unserer Heimatstadt, werben wir in diesem Sommer ganz besonders für unsere Region. Wir wollen die Situation nutzen und Menschen von außerhalb Lust auf einen Besuch bei uns in Solingen machen. Deshalb haben wir eine große Tourismus-Kampagne gestartet, um vor allem Kurzurlauber und Tagesausflug-Gäste in die Klingenstadt zu locken. Wir machen neugierig auf Solingen - und zwar in einem Radius von rund 100 Kilometern um uns herum. Von der Region Aachen bis ins Ruhrgebiet rühren wir für Solingen die Trommel, mit großflächigen Plakaten in Städten und Metropolen und mit Anzeigen, die im Internet über die Sozialen Medien platziert werden. „Mensch, entdecke Solingen!“ Es lohnt sich - für uns selbst und für all diejenigen, die hoffentlich in diesen Wochen hierher kommen und sich von Solingen überraschen lassen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben einen schönen, erlebnisreichen und erholsamen Sommer. Bleiben Sie gesund!

Ihr

Tim-O. Kurzbach
Oberbürgermeister